Coronavirus ist Damoklesschwert

Corona-Krise: Haaner Kerb und Festspiele in der Schwebe

Steppt an Pfingsten wieder der Bär in Dreieichenhain? Kein Mensch kann aktuell vorhersagen, wie lange uns die Corona-Pandemie noch im Griff hat. (Symbolbild)
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Steppt an Pfingsten wieder der Bär in Dreieichenhain? Kein Mensch kann aktuell vorhersagen, wie lange uns die Corona-Pandemie noch im Griff hat. (Symbolbild)

An Pfingsten steppt normalerweise der Bär in Dreieichenhain. Doch in diesem Jahr ist fast alles anders. Kein Mensch kann aktuell seriös vorhersagen, wie lange uns die Corona-Pandemie noch im Griff hat.

Dreieich – Und deswegen ist es äußerst fraglich, ob die Haaner vom 29. Mai bis 3. Juni ihre Kerb feiern können. Sie gilt als größtes Kirchweihfest in Südhessen und zieht bei gutem Wetter schon mal bis zu 80 000 Besucher an. Derzeit ist ein solcher Massenauflauf undenkbar.

Der Vorstand der IG Haaner Kerbborsche hat die Veranstaltung, die ihre 302. Auflage erleben würde, bislang noch nicht abgesagt. Der Verein sei regelmäßig in Gesprächen mit Bürgermeister Martin Burlon, Pfarrer Markus Buss von der Burgkirchengemeinde und Festwirt Dennis Hausmann, informiert Vorsitzender Uwe Stroh. „Wir rechnen damit, bis Ende April eine Entscheidung treffen zu können und werden diese dann mitteilen“, so Stroh. Wohlwissend, dass die eigentliche Entscheidung von höheren Stellen getroffen wird.

Einige Termine hat die IG indes bereits abgesagt. Die für 22. April geplante Jahreshauptversammlung fällt aus. Verzichten müssen die Dreieicher in diesem Jahr auf das beliebte Familienfest am 1. Mai im Burggarten. Vor allem die Haaner stimmen sich dort sonst auf ihre „Nationalfeiertage“ ein.

Das Fußballturnier der Kerbborschen-Jahrgänge, das an Christi Himmelfahrt (21. Mai) ausgetragen werden sollte, ist ebenfalls gestrichen. Und schließlich hat der Vorstand die Kerbborschen-Rallye, die am 23. Mai starten sollte, auf das nächste Jahr verschoben.

„Wenn der Sommer nicht mehr ist“ – auf den Klassiker von Liedermacher Konstantin Wecker müssen seine Fans in diesem Jahr so oder so verzichten. Wecker, Stammgast bei den Burgfestspielen in Dreieichenhain, setzt dieses Mal aus. Ob die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Open-Air-Reihe stattfinden kann, steht ebenfalls in den Sternen. Die Bühne im Burggarten soll vom 1. Juli bis zum 16. August bespielt werden. Der Spielplan sieht 32 verschiedene Programmpunkte vor – verteilt auf 41 Vorstellungen an 36 Tagen.

„Wir fahren alle auf Sicht“, sagt Festspielchef Benjamin Halberstadt. Er müsste nach eigenen Angaben spätestens Anfang Juni die Reißleine ziehen. Es sei denn, Bund oder Land erlassen vorher eine Verordnung, die Veranstaltungen mit einer bestimmten Anzahl von Besuchern untersagt. Mit seinem Team beginnt Halberstadt normalerweise nach der Kerb damit, den Burggarten herzurichten.

Rund 14. 000 Karten hatten die Bürgerhäuser im Vorverkauf abgesetzt – die 60 Prozent waren eine glänzende Zwischenbilanz. Doch seit dem 18. März, an diesem Tag wandte sich Kanzlerin Angela Merkel in einer Fernsehansprache ans Volk, sei so gut wie keine Karte mehr verkauft worden, sagt Halberstadt. Im Gegenzug hätten viele Käufer ihre Tickets zurückgegeben.

VON FRANK MAHN

Auf dem Bauernhof der Familie Lenhardt wird auch während der Corona-Krise Eis verkauft. Der inzwischen tägliche Besuch der Ordnungspolizei kostet die Besitzer jedoch unendlich Nerven.

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