Ehemaliges Opel-Gelände

Hausbau auf die schnelle Tour: Rund 100 neue Wohnungen in Dreieich

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Mit der Montage des ersten Wohnhauses auf dem ehemaligen Opel-Gelände haben gestern Mitarbeiter der Firma ALHO begonnen.

Die Schaffung bezahlbaren Wohnraums hat sich die DreieichBau AöR auf die Fahne geschrieben. Das erste Großprojekt der städtischen Tochter mit einem Investitionsvolumen von mehr als 20 Millionen Euro nimmt seit gestern auf dem ehemaligen Opel-Gelände Formen an.

Dreieich – An der Hainer Chaussee hat die Firma ALHO Systembau damit begonnen, tonnenschwere Module zusammenzusetzen. Auf diese Weise entstehen in den nächsten Tagen 16 Wohnungen, ab Mitte März folgen die Module für ein zweites Gebäude mit 21 Wohnungen.

Das Wetter ist bescheiden an diesem Dienstagmorgen, es regnet und windet. Dirk Böttcher ist das ziemlich egal. Der Technische Leiter der DreieichBau ist froh, dass die ersten acht Schwerlasttransporter mit den bis zu zwölf Tonnen schweren Elementen problemlos ihren Bestimmungsort erreicht haben. Auch die enge Rechtskurve von der Darmstädter Straße in die Hainer Chaussee haben die Fahrer souverän – und ohne Sperrung der Kreuzung – gemeistert. In den nächsten Nächten rollen weitere Brummis mit Modulen an. Das Prozedere wiederholt sich ab Mitte März, wenn die Teile fürs zweite Gebäude des ersten Bauabschnitts geliefert werden.

Mit der Firma ALHO haben sowohl die Stadt als auch ihre Tochter gute Erfahrungen gemacht – beim Bau der Obdachlosenunterkunft in der Schlagfeldstraße und den Erweiterungen der Kitas an der Winkelsmühle und am Wilhelmshof. Dass auch Wohnungen heutzutage nach dem Baukastensystem errichtet werden, sei nicht ungewöhnlich, sagt ALHO-Projektleiter Holger Lademacher. Erst im vergangenen Jahr habe man in Leverkusen 100 Wohnungen fertiggestellt. „Es geht schnell, ist leise und sauber“, zählt er die Vorteile auf. Die Bauzeit verkürze sich im Vergleich zur Massivbauweise um mehr als 50 Prozent. Schneller geht’s auch, weil es keine Keller und keinen Rohbau gibt. Die erforderlichen Abstellräume werden entweder im Erdgeschoss geschaffen oder in Fertiggaragen.

Lademacher geht davon aus, dass der Innenausbau der beiden Häuser mit Elektrik, Heizung und Sanitäreinrichtungen in drei bis vier Monaten abgeschlossen ist. Bis zum Bezug wird’s aber Oktober werden; Abnahme und Herstellung der Außenanlagen brauchen ihre Zeit.

Insgesamt entstehen auf dem 1,7 Hektar großen Areal zwischen Hainer Chaussee, A 661, Dreieichbahn und Feuerwehr 100 Wohnungen – 80 davon für Mieter mit geringerem Einkommen. Bis zu 350 Menschen sollen in dem Quartier ein Zuhause finden. Für deren Versorgung mit Energie bauen die Stadtwerke ein Blockheizkraftwerk.

Noch offen ist, welches Unternehmen den zweiten Bauabschnitt mit 67 Wohnungen übernimmt. Bei der europaweiten Ausschreibung wurde, wie bereits berichtet, kein einziges Angebot abgegeben. Mit einigen Firmen, die die Unterlagen aus dem E-Portal heruntergeladen hatten, ist die DreieichBau in Verhandlungen.

VON FRANK MAHN

Ein weiteres drängendes Thema in Dreieich: Die Verlängerung der Straßenbahn bis zum Sprendlinger Bahnhof. Jetzt zeichnet sich ab, dass es dazu bald Untersuchungen geben könnte.

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