Gesundheit

Heilpraktiker und Jurist aus Dreieich hat  Psycho-Ratgeber geschrieben 

Die Welt ist schnelllebig, der Druck hoch. Einige – und zunehmend mehr – Menschen haben damit ein Problem. Sie wissen oft darum, aber geben es selbst nicht vor sich zu. Dr. Wolffhart Auer von Herrenkirchen In einem fröhlichen Pink gehalten ist der Einband des Psycho-Ratgebers, den der in Buchschlag lebende Dr. Wolffhart Auer von Herrenkirchen veröffentlicht hat. Foto: jost
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Die Welt ist schnelllebig, der Druck hoch. Einige – und zunehmend mehr – Menschen haben damit ein Problem. Sie wissen oft darum, aber geben es selbst nicht vor sich zu. Dr. Wolffhart Auer von Herrenkirchen In einem fröhlichen Pink gehalten ist der Einband des Psycho-Ratgebers, den der in Buchschlag lebende Dr. Wolffhart Auer von Herrenkirchen veröffentlicht hat. 

Mit seinem Buch zu seelischer Gesundheit will Dr. Wolffhart Auer von Herrenkirchen aus Dreieich anderen Mut machen. 

Dreieich – „Ich bin ein bisschen ein bunter Vogel. “ Das ist erst einmal gar nicht zu glauben, wenn Dr. Wolffhart Auer von Herrenkirchen das sagt: Sehr seriös sitzt er an seinem Besprechungstisch im alten Forsthaus in Buchschlag.  Dort ist er als Heilpraktiker für Psychotherapie tätig. Der bunte Vogel steckt also nicht unbedingt hier, vielmehr beschreibt Auer von Herrenkirchen damit seinen spannenden und ungewöhnlichen Lebensweg.

Gerade hat der studierte Jurist ein neues Buch veröffentlicht: „Sag doch mal: Ich bin ein Affe! – oder warum wir uns selbst oder anderen Menschen im Wege stehen“. Das Buch mit seinem fröhlich pinken Cover ist ein Psycho-Ratgeber, der Mut machen möchte. Das Werk ist Anfang des Jahres im tredition Verlag erschienen.

„In Deutschland sind sich die Menschen sehr bewusst darüber, dass der eigene Körper Aufmerksamkeit braucht, wenn man möchte, dass er gut funktioniert. Aber die seelische Gesundheit kommt dabei oft zu kurz“, weiß der Heilpraktiker. Die Folge sind ernsthafte Beziehungsprobleme, psychische Beschwerden, Burnout bis hin zum Suizid. „Die Welt ist schnelllebig, der Druck hoch. Einige – und zunehmend mehr – Menschen haben damit ein Problem. Sie wissen oft darum, aber geben es selbst nicht vor sich zu. Dabei gibt es einen Weg aus der Krise, man kann sich helfen lassen“, will Auer von Herrenkirchen Menschen dazu ermuntern, mehr für ihre seelische Hygiene zu tun.

Er beschreibt es mit anschaulichen Praxisbeispielen: Dazu zählen Workaholic Manfred, der mit Panikattacken kämpft, Bulimikerin Anna oder Beate, die unter einem Waschzwang leidet. Das erste Kapitel des 350 Seiten starken Buches trägt den Titel „Um psychologische Hilfe zu bitten, ist kein Zeichen von Charakterschwäche, sondern eine gesunde Haltung“. Der Heilpraktiker setzt darauf, selbst aktiv zu werden: „Wir haben nur drei Möglichkeiten im Leben: denken, fühlen und handeln. Gefühle und Gedanken sind schwer zu ändern. Aber ich kann immer handeln. Wer nicht handelt, der wird behandelt. Ich ermuntere jeden dazu, seine Probleme anzugehen“, betont der Autor, dass auch ein bisschen mehr Mut zur emotionalen Öffnung sich lohnt. Denn, davon ist Auer von Herrenkirchen überzeugt: Das Ignorieren oder Nichtverarbeiten kann zu schwerwiegenden psychischen Störungen, unerklärlichen körperlichen Schäden oder Beziehungsproblemen führen.

Sein eigener Weg hin zur Psychologie ist überaus spannend: Als junger Mann entscheidet sich der heute 70-Jährige zu einem Jurastudium. Um bessere Chancen zu haben, wählt er Chinesisch dazu. Zwei Studienjahre in Taiwan eröffnen ihm die Sprache und seine Liebe zu Asien. Auer von Herrenkirchen macht Karriere als Jurist bei der Bank: Für die Commerzbank und später für die West LB steigt er die Karriereleiter empor. Als Leiter der Filiale in Singapur ist er für 20 Jahre verantwortlich für die Geschäfte vor Ort, in Indien und Malaysia. Er schreibt damals Bücher über Geschäfte mit Chinesen und das chinesische Strafrecht.

Seine Tochter studiert in den USA Psychologie, die Entwicklung der Banken bereitet ihm keine Freude mehr. So verabschiedet er sich und widmet sich der Psychologie. Er schließt in Singapur sein Studium als Psychotherapeut ab. Ab 2006 behandelt er in seiner Praxis in Asien Patienten, bevor er 2015 nach Deutschland zurückkehrt und sich mit seiner zweiten Frau in Buchschlag niederlässt. „Es war zunächst gar nicht so einfach, denn mein Studium wurde hier nicht anerkannt“, berichtet Auer von Herrenkirchen. Auch mit 65 ist er nicht müde, den Naturheilpraktiker mit Schwerpunkt Psychotherapie zu absolvieren. „Die Menschen und ihre Probleme sind hier ganz ähnlich. In China behandelt man die Menschen nur von Beginn an deutlich ganzheitlicher. Aber es gibt schon einiges, was man tun kann, wenn es einem nicht gut geht“, sagt der Buchautor abschließend.

Der Ratgeber „Sag doch mal: Ich bin ein Affe!“ ist zum Preis von 18 Euro im Buchhandel erhältlich. (Von Nicole Jost)

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