27. Herbstausstellung mit internationaler Beteiligung in der städtischen Galerie

Kunst trifft auf Natur

Dreieich - So international haben sich die Kunsttage noch nicht präsentiert. Und selten gab es so viele Teilnehmer wie bei der 27. Herbstausstellung. Passend zum Stadtjubiläum „40 Jahre Dreieich“ werden 40 Künstler ab Donnerstag, 31. August, ihre Werke ausstellen. Von Holger Klemm 

Roter Faden ist die Beschäftigung mit der Natur. Schirmherr ist Bürgermeister Dieter Zimmer. Kuratorin Waltraud Munz nutzte die Gunst der Stunde, als sie bei ihrem Aufenthalt 2014 in Südkorea von einem weltweit geplanten Projekt erfuhr, das von der koreanischen Künstlergruppe Yatoo gestartet wurde und mit Workshops zur Nature Art rund um den Globus führt. Aktuell gibt es dazu eine Aktion im Waldkunstzentrum Darmstadt. Dabei gestalten die Teilnehmer eine Dokumentation der vor Ort entstandenen flüchtigen Kunstwerke. Waltraud Munz schlug der Dreieicher Kunstinitiative eine Satellitenausstellung parallel zum Darmstädter Projekt vor. Im Rahmen der Planung stieg die Zahl der Künstler immer weiter.

Im Darmstädter Waldkunstzentrum beschäftigen sich zwölf internationale und zwölf deutsche Künstler mit der Natur. Von den vergänglichen Arbeiten bleiben meist nur Fotos zurück. Einige Beispiele, auch von früheren Aktionen, werden in der Städtischen Galerie zu sehen sein. Darüber hinaus hat Waltraud Munz Künstler eingeladen, deren Arbeiten sich mit der Naturwahrnehmung auseinandersetzen. Die Herbstausstellung der 27. Kunsttage unter dem Motto „Yatoo trifft Dreieich“ vereinen Land- und Nature-Art-Projekte mit Werken, die in unterschiedlichen Medien die Beziehung zwischen Mensch und Natur unter die Lupe nehmen.

Mit dabei ist unter anderem Mario Reis, der schon bei den Kunsttagen unter freiem Himmel am Hengstbach mitwirkte. Damals befestigte er eine Leinwand im Hengstbach und hielt die Veränderungen fest. Vollrad Kutscher setzt seinen Körper selbst der Natur aus und verschwindet in einer Art Mimikry auf seinen Bildern fast darin. Michael Kolod ist mit Arbeiten vertreten, deren Material aus der Natur zu stammen scheint, aber in Wirklichkeit Karton ist. Vroni Schwegler ritzt ihre Motive mit einer Diamantnadel in gefundene Glas- oder transparente Plastikscheiben und projiziert die Zeichnungen. Ein Wiedersehen gibt es mit der Dreieicher Künstlerin Anjali Göbel, die kürzlich nach Nordhessen gezogen ist und sich schon länger mit Fundstücken aus der Natur beschäftigt.

Die Vernissage ist am Donnerstag, 31. August, um 19 Uhr in der Städtischen Galerie, Fichtestraße 50. Dazu werden die Kulturanthropologin Ute Ritschel und Ri Eung Woo (Yatoo) erwartet. Die Öffnungszeiten sind bei freiem Eintritt bis Sonntag, 17. September, freitags von 16 bis 20, samstags von 15 bis 19, sonntags von 11 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung. Die Diplom-Geologin Dr. Jutta Weber (Unesco-Geopark Bergstraße-Odenwald) referiert am Donnerstag, 14. September, um 19 Uhr über den „Menschen in der Natur – eine Momentaufnahme der Erdgeschichte“. Zur Finissage am 17. September um 15 Uhr berichtet Barbara Beisinghoff, die lange in Buchschlag lebte, über ihren Lustgarten-Kunstpfad in Rhoden in Waldeck.

Rubriklistenbild: © dpa

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