Herbstausstellung der 27. Kunsttage

Mit und in der Natur

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Zahlreiche der beteiligten 40 Künstler kamen zur Vernissage der Herbstausstellung der 27. Dreieicher Kunsttage in die Städtische Galerie. Im Mittelpunkt steht die künstlerische Auseinandersetzung mit der Natur.

Dreieich - So facettenreich wie die Natur sind in diesem Jahr die Werke bei den 27. Herbst-Kunsttagen, die am Donnerstagabend mit der Vernissage in der Städtischen Galerie eröffnet wurden.  Von Sina Beck

Bis 17. September läuft die Ausstellung „YATOO trifft Dreieich“, die Land-Art- und Nature-Art-Projekte von internationalen und nationalen Künstlern vereint. Installationen mit Baumstämmen, Dornenranken oder Maiskörnern, Fotografien von Pflanzen oder in Glas gezeichnete Bilder von Tieren – das Naturthema ist allgegenwärtig und inspiriert Künstler weltweit. So auch in Süd-Korea, wo sich die koreanische Künstlervereinigung YATOO zusammengefunden und 2014 ihre Global Nomadic Art Project (GNAP) zusammen mit 20 internationalen Nature-Art-Kuratoren – in Deutschland Ute Ritschel von Waldkunst Darmstadt – begonnen hat, das um den Globus führen wird. Bei der Weltreise wird in diesem Jahr Station in Europa gemacht – und „wo, wenn nicht in Dreieich“, freut sich Bürgermeister und Schirmherr Dieter Zimmer über den Besuch aus Fernost.

Aber es gibt noch mehr Grund zur Freude: „Noch nie hatten wir so zahlreiche und so internationale Künstler.“ Denn zum 40-jährigen Stadtjubiläum sind auch Arbeiten von 40 Künstlern in der Galerie zu sehen – teils als fotografische Dokumentation, denn oftmals sind die Werke „mit und in der Natur und Landschaft vergänglich“, erläutert Waltraud Munz von der Kunstinitiative Dreieich, die die Ausstellung in Zusammenarbeit mit den Bürgerhäusern organisiert. So prangt eine große Collage aus 56 Fotos von 30 Künstlern an der Wand, die die festgehaltenen Momentaufnahmen zeigt.

Die Verschmelzungsperformance von Vollrad Kutscher ist dafür ein gutes Beispiel: Der Künstler hat seinen Körper so bemalt, dass er sich der ausgesuchten Umgebung optisch anpasst. Für einen Augenblick, der auf Polaroid verewigt wurde, verschmelzen so Mensch und Natur zu einer Einheit. Wie Kunst und Musik miteinander in Einklang sind, zeigen hingegen die „dead birds singing“ von Anjali Göbel. Die Partitur aus Schneehuhnköpfen spielt stumm den Song „One More Kiss“ des Blade Runner-Soundtracks.

Einen wirklich akustischen Höhepunkt gibt es bei der Eröffnung der Herbst-Kunsttage aber ebenfalls: Der Cellist Deijon Kim von der Musikhochschule Saarbrücken bezaubert die Vernissage-Besucher mit seinem virtuosen Spiel, das atmosphärisch durch die Galerie schallt und eine wahrhaft natürliche Harmonie erzeugt.

Die Ausstellung kann bis zum 17. September freitags von 16 bis 20 Uhr, samstags von 15 bis 19 Uhr, sonntags von 11 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung in der Städtischen Galerie, Fichtestraße 50a, besucht werden. Kuratorin Waltraud Munz bietet Führungen am morgigen Sonntag von 14 bis 17 Uhr sowie am Sonntag, 10. September, von 11 bis 14 Uhr. Die Diplom-Geologin Dr. Jutta Weber spricht am Donnerstag, 14. September, um 19 Uhr über „Der Mensch in der Natur – eine Momentaufnahme der Erdgeschichte“. Am 17. September fällt um 15 Uhr bei der Finissage mit Künstlerin Barbara Beisinghoff schließlich der Vorhang.

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