Gewittersturm 

Burgfestspiele: Frust am Finaltag 

Selfie mit dem Doktor der Nation: Dr. Eckart von Hirschhausen legte im Burggarten drei grandiose Auftritte hin. Viele Besucher kauften rote Nasen zugunsten der Clown-Doktoren. Das Projekt liegt Hirschhausen am Herzen. Foto: jost

Die Bilanz der Burgfestspiele Dreieichenhain fallen positiv aus. Das Finale sorgt aber für mächtig Ärger. 

Dreieich - Mit zwei Konzerten von Konstantin Wecker sollte die Open-Air-Reihe am Wochenende im Burggarten ausklingen – aus bekannten Gründen ist das nur zur Hälfte gelungen. Während der Liedermacher seinen Fans am Samstag einmal mehr einen wunderbar poetischen Abend bescherte, fiel das Finale am Sonntag dem Gewittersturm zum Opfer. „Das war natürlich sehr, sehr ärgerlich“, sagt Bürgerhaus- und Festspielchef Benjamin Halberstadt. Erstmals seit Übernahme der Festspiele durch die Bürgerhäuser musste eine Veranstaltung im Burggarten abgesagt werden.

Unwetter verhindert Konzert 

Der Frust ist inzwischen verdaut. Halberstadt und der langjährige Programmmacher Wolfgang Barth, der in Kürze in Ruhestand geht, sind ansonsten sehr zufrieden mit der Spielzeit 2019. Zwar machte das Wetter für die Besucher in den vorderen, nicht überdachten Reihen immer mal wieder die Ausgabe von Regencapes erforderlich, aber die Freude an den Aufführungen ließ sich kaum einer nehmen. Viele Zuschauer sind längst Stammgäste, die natürlich zu allererst um der Künstler willen kommen. Entscheidenden Anteil am Erfolg hat aber auch die Spielstätte mit ihrem Ambiente. Dass man seinen Aperol oder seinen Weißwein mit reinnehmen darf, macht den Kultur-Kurzurlaub perfekt.

Ein paar Zahlen untermauern den Beliebtheitsgrad der Festspiele: 27 600 Zuschauer kamen zu den 41 Veranstaltungen – mehr als je zuvor. Allerdings standen 2018 nur 36 Vorstellungen auf dem Programm. Die Auslastung liegt wie gehabt bei 90 Prozent, das ist ein Spitzenwert. Welch guten Riecher die Verantwortlichen bei der Wahl der Künstler haben, zeigt die Tatsache, dass 50 Prozent der Vorstellungen ausverkauft waren.

Dreieich: 

Im Sommer sei das kulturelle Angebot in der Region etwas abgespeckt, meint Halberstadt. „Wir haben inzwischen eine große Strahlkraft und erreichen mit einem bunten und vielfältigen Programm viele Zielgruppen.“ Halberstadt ist auch froh, dass er auf einen festen Sponsorenkreis bauen kann. Der sei zwar nicht groß, aber treu. Die Festspiele belasteten den Haushalt wenig bis gar nicht. 60 Prozent der Einnahmen des Kulturbetriebs resultieren nach Halberstadts Worten aus den siebenwöchigen Festspielen.

Nach den Spielen ist vor den Spielen. Die Macher haben die Saison 2020 (1. Juli bis 16. August) schon in weiten Teilen eingetütet, lassen sich aber nur ein bisschen in die Karten schauen. Es gibt in jedem Fall ein Wiedersehen mit dem Ukulele Orchestra of Great Britain und Klavier-Kabarettist Bodo Wartke. Italienische Opernnacht und Varieté unter Sternen sind ebenfalls fix. Ob Max Mutzke im nächsten Jahr das halbe Dutzend voll macht, ist noch unsicher. „Wir sind in Gesprächen mit dem Management“, sagt Halberstadt.

Gleiches gilt für einen Nachholtermin für das ausgefallene Konzert von Konstantin Wecker. „Das sieht ganz gut aus“, lässt sich Benjamin Halberstadt entlocken. Sicher ist: Sollte es klappen, würde der Liedermacher im Bürgerhaus auftreten.   Von Frank Mahn 

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