„Eine Zangengeburt“

August-Bebel-Straße in Dreieich: So geht es weiter 

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Einer baldigen Sanierung der August-Bebel-Straße in Dreieich steht nichts mehr im Weg.

Die Kuh ist vom Eis. Dank einer Verständigung von CDU, SPD und FWG steht einer baldigen Sanierung der August-Bebel-Straße nichts mehr im Weg. Danach hatte es nach den Ausschüssen noch nicht ausgesehen. Doch der Druck von außen scheint gewirkt zu haben. 

Dreieich - Die drei Fraktionen einigen sich im Vorfeld der Stadtverordnetenversammlung am Dienstagabend auf einen Änderungsantrag. Lediglich die FDP stimmt dagegen, die Grünen enthalten sich.

Nach der verfahrenen Situation im Haupt- und Finanzausschuss sei es doch noch gelungen, sich zusammenzuraufen, betont CDU-Fraktionschef Hartmut Honka. Der Kompromiss ermögliche, dass die Sanierung der wichtigen Straße Realität werde. Dazu habe es auch Gespräche mit der BI August-Bebel-Straße gegeben. Es sei gelungen, die Planung vom dünnen Eis zu holen.

August-Bebel-Straße in Dreieich: Parteien einigen sich

Der Änderungsantrag betrifft das Teilstück zwischen Stettiner und Fichtestraße. Abweichend von der Vorlage des Magistrats schlagen CDU, SPD und FWG an beiden Seiten Gehwege mit zwei Metern Breite, jeweils Fahrradschutzstreifen von eineinhalb Metern und fünf Meter reine Fahrbahn vor. Die Gesamtbreite soll – mit Ausnahme der Querungshilfe an der Fichtestraße – zwölf Meter betragen. 

Anstelle der Querungshilfe an der Stettiner Straße schlagen die drei Fraktionen einen Fahrbahnteiler vor, um die Gesamtbreite zu erhalten und die Geschwindigkeit zu senken. Wichtig sei, die Fällung von Bäumen auf ein Mindestmaß zu reduzieren. 

Für jeden Baum, der nicht erhalten werden kann, soll möglichst im direkten Umfeld eine Ersatzpflanzung vorgenommen werden. Der Änderungsantrag führt dazu, dass neun Parkplätze wegfallen. „Doch alles ist dort nicht unterzubringen“, meint Honka.

SPD Dreieich: "Guter Kompromiss" 

SPD-Fraktionschef Holger Dechert spricht von einem guten Kompromiss und einer guten Lösung für den Straßenabschnitt. Wichtig sei gewesen, dass der Radverkehr vor allem der Schüler zur Ricarda-Huch-Schule berücksichtigt worden sei.

Froh zeigt sich auch FWG-Fraktionschef Marco Lang. Seit mehreren Jahren hätten die Freien Wähler auf die längst fällige Sanierung gedrängt. Der Kompromiss sehe zwar den Wegfall von neun Parkplätzen vor, dafür hätten Fußgänger, Rad- und Autofahrer ausreichend Raum, gefahrlos miteinander zu agieren. 

Lang spricht davon, dass das „Baby“ der FWG nun endlich auf die Welt kommt, wenn auch als Zangengeburt. Ein Scheitern des Projekts wäre eine Blamage gewesen.

Auch wenn sich die Grünen letztendlich enthalten, um einer Sanierung nicht im Wege zu stehen, sind sie alles andere als zufrieden. Fraktionssprecher Roland Kreyscher kritisiert den „Formelkompromiss“ und lässt kein gutes Haar an der Planung. 

„Niemand ist zufrieden, da muss etwas schief gelaufen sein.“ Es sei ein Versäumnis gewesen, trotz der Vorschläge des Runden Tischs den Radverkehr nicht genügend berücksichtigt zu haben. Dafür hätte man zusätzliche Parkplätze geschaffen. Angesichts der Kosten von 2,6 Millionen Euro wären eine Denkpause und das Einholen einer zweiten Meinung besser gewesen. 

Kritik wegen wegfallenden Parkplätzen 

Dr. Günter Gericke (FDP) bedauert, dass der Änderungsantrag hinter die Vorlage des Magistrats zurückfalle, die schon ein guter Kompromiss gewesen sei. Er moniert den Wegfall von Parkplätzen, da dies dem Bürgerhaus schade. Zudem würden weitere im Zuge des Baus der Radwegedirektverbindung in der Erich-Kästner-Straße wegfallen.

Dechert sieht in den Wortmeldungen einen Beweis dafür, einen guten Mittelweg gefunden zu haben, wenn die Grünen bedauern, dass zu wenig für die Radler getan werde und die FDP den Wegfall von Parkplätzen beklage. Was könne man denn mehr für Radfahrer tun als die Einrichtung der Streifen? Der Wegfall der Parkplätze sei verkraftbar.

Bürgermeister Martin Burlon verweist darauf, dass der Magistrat in seiner Vorlage auf die Anregungen eingegangen sei. Doch letztlich zeigt er sich froh über den Kompromiss. Dem Antrag stimmen auch die Bürger für Dreieich und die AfD zu.   Von Holger Klemm

Mehr Infos zu Dreieich: Kunden sind verzweifelt, weil dieses Geschäft schließt. Der Magistrat ist mit der Planung der Regionaltangente West unzufrieden - aus diesem Grund. 

In Dreiech gibt es derzeit eine große Diskussion um die Parkourhalle am Freibad. 

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