Bericht der Wirtschaftsförderung überzeugt

Alles andere als ein „weißer Fleck“: Grüne scheitern im Ausschuss mit Breitband-Antrag

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Als weitgehend „weißen Fleck“ bezeichnen die Grünen Dreieich in Sachen Versorgung mit schnellem Internet. (Symbolbild)

Als weitgehend „weißen Fleck“ bezeichnen die Grünen Dreieich in Sachen Versorgung mit schnellem Internet unter anderem in Gewerbegebieten.

Dreieich – Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie beantragten sie deshalb eine Machbarkeitsstudie für den Ausbau eines Glasfasernetzes. Doch mit seinem Bericht zum Stand der Dinge konnte Torsten Groeb von der städtischen Wirtschaftsförderung die anderen Fraktionen davon überzeugen, dass eine solche Studie nicht sinnvoll erscheint.

Groeb wundert sich über die Aussage „weißer Fleck“ und verweist auf diverse Aktivitäten. Wegen des erreichten Versorgungsstands in Dreieich und der Kooperationen und Initiativen im Kreis und im Regionalverband seien aus Sicht des Magistrats davon unabhängige Maßnahmen der Stadt zum Ausbau des Glasfasernetzes momentan wenig zielführend. Die Kosten fielen bei einem Alleingang der Stadt deutlich höher aus.

Es steht für Groeb außer Frage, dass ein gigabitfähiges Internet auch in Dreieich erforderlich ist, um im Standortwettbewerb bestehen zu können. Dazu sei der Anschluss sämtlicher Haushalte und Unternehmen an das Glasfasernetz erforderlich.

Auf dem Weg zu einer schnelleren Internetanbindung habe sich die Kooperation des Kreises und sämtlicher Kreiskommunen als zielführend erwiesen. Als Grundlage für ein gemeinsames Vorgehen sei 2015 von allen Bürgermeistern im Kreis eine Verwaltungsvereinbarung unterzeichnet worden. Die Stadtverordneten hätten im September 2015 beschlossen, sich am Verfahren zum Bau und Betrieb eines flächendeckenden NGA-Breitbandnetzes (Next-Generation-Access) zu beteiligen, das zentral vom Kreis umgesetzt werde. Die Telekom habe inzwischen ihre Multifunktionsgehäuse (graue Kästen auf den Gehsteigen) an das Glasfasernetz angeschlossen.

Der letzte Abschnitt bis zu den einzelnen Gebäudeanschlüssen werde weiterhin über das alte Kupferkabel versorgt. Doch durch den Einsatz der Vectoring-Technik seien Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 MBit/s möglich. Nach Darstellung der Telekom können nun 95 Prozent der Dreieicher Haushalte mit mindestens 70 MBit/s versorgt werden. Über das Fernsehkabel von Unitymedia und Medicom seien für die meisten Haushalte und Unternehmen Bandbreiten von bis zu 400 MBit/s im Download verfügbar.

Darüber hinaus verfügten einzelne Unternehmen in den Gewerbegebieten Sprendlingen und Dreieichenhain bereits über (selbst finanzierte) Glasfaseranschlüsse bis in die Gebäude. Dadurch seien bis zu 1 000 MBit/s verfügbar. 2019 seien das Gewerbegebiet Buchschlag und weite Teile Sprendlingens mit Glasfaserkabeln versorgt worden. Torsten Groeb weist aber auch darauf hin, dass in manchen Bereichen nur wenige Unternehmen Interesse an einem Anschluss gezeigt hätten, sodass weitere Gebiete bislang nicht angeschlossen worden seien.

Daneben habe sich der Regionalverband den Ausbau des flächendeckenden Glasfasernetzes zum Ziel gesetzt. Bis 2025 sollen alle Industrie-, Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe ausgestattet sein.

Die Ausführungen Groebs stoßen auf Zustimmung im Ausschuss. Trotzdem bleiben die Grünen bei ihrem Antrag, zumal ihnen eine Strategie beim Breitbandausbau fehlt. Bei der Abstimmung bleiben sie aber allein auf weiter Flur.

VON HOLGER KLEMM

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