Rechtsanspruch

Die Zeit drängt: An Grundschulen fehlen 730 Betreuungsplätze

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In Dreieich fehlt es in Grundschulen an 730 Betreuungsplätzen. Das Ziel, eine Ganztagsbetreuung zu bieten, wäre dann nur schwierig zu erreichen.

In Dreieich fehlt es in Grundschulen an 730 Betreuungsplätzen. Das Ziel, eine Ganztagsbetreuung zu bieten, wäre dann nur schwierig zu erreichen.

Dreieich - Ausgangspunkt der Überlegungen sind Pläne der Bundesregierung, ab dem Jahr 2025 einen Rechtsanspruch für eine Ganztagsbetreuung in der Grundschule zu schaffen. Das erfordert frühzeitige Überlegungen, um vorbereitet zu sein. Der Kreisausschuss hat die zuständige Kreisverwaltung als Schulträgerin beauftragt, ein Konzept zur Erfüllung des Rechtsanspruchs ab 2025 vorzubereiten.

Dreieicher Grundschulen: Viel zu wenig Plätze 

Auch in Dreieich gibt es einiges zu tun, wie der Blick auf die Zahlen zeigt. Denn aktuell gibt es viel zu wenig Plätze. In diesem Schuljahr besuchen 1 619 Mädchen und Jungen die sieben Dreieicher Grundschulen. Für sie stehen an die 730 Betreuungsplätze zur Verfügung, was einer Quote von lediglich 46 Prozent entspricht. Um perspektivisch den Rechtsanspruch erfüllen zu können, peilt die Kreisverwaltung einen Deckungsgrad von 85 Prozent an. Dies entspricht einem Bedarf von 1 380 Plätzen in Dreieich. Derzeit besteht eine Lücke von 650 Plätzen, bis 2024 geschätzt von etwa 700.

Aktuell gibt es ein buntes und vielfältiges Angebot an den Grundschulen. Neben der Betreuung in städtischen Kinderhorten und Hortgruppen in den Kitas kümmern sich an Schiller-, Gerhart-Hauptmann-, Erich-Kästner-, Selma-Lagerlöf- und Ludwig-Erk-Schule Fördervereine darum. Die Arbeiterwohlfahrt ist an der Karl-Nahrgang- und der Wingertschule tätig. Aktuell führt die Stadt Gespräche mit dem Kreis mit dem Ziel, dass ab nächstem Jahr die kreiseigene GIP gGmbH die Schulkindbetreuung an einem Standort übernimmt.

Am besten sieht es noch in Buchschlag mit einer Nutzerquote von 72,4 Prozent aus, gefolgt von Götzenhain mit 64,9, Offenthal mit 59 und Dreieichenhain mit 52 Prozent. Das Schlusslicht bildet Sprendlingen mit 44,9 Prozent. Das zeigt die Gesamtübersicht der Betreuungsplätze an Grundschulen und Horten.

An der Selma-Lagerlöf-Schule entsteht ein Neubau für die Betreuung

Bei den Schulen sieht es an der Selma-Lagerlöf-Schule am besten aus, wo gerade ein Neubau für die Betreuung entsteht, mit einer Nutzerquote von 72,4 Prozent. Am schlechtesten ist die Situation in der Ludwig-Erk-Schule in Dreieichenhain (20), an der Gerhart-Hauptmann-Schule (29,3) und an der Schillerschule (29,4) in Sprendlingen.

Um dem Rechtsanspruch wenigstens annähernd gerecht zu werden, müsste gebaut werden. In ihrem Vortrag vor dem Ausschuss schlagen Grohe und Stein eine zeitnahe Umsetzung von Erweiterungen an der Gerhart-Hauptmann- und der Ludwig-Erk-Schule vor. Für die Schillerschule sind Erweiterungsmaßnahmen bis zum Schuljahr 2021/22 bereits vorgesehen. Wie schon erwähnt, soll der momentan entstehende Erweiterungsbau an der Selma-Lagerlöf-Schule Ende des Jahres fertiggestellt sein.

Dreieich: Finanzierung der Neubauten völlig offen

Völlig offen ist nach Angaben der Stadt die Frage der Finanzierung – und zwar sowohl für die Errichtung der notwendigen Platzkapazitäten als auch für die Aufwendungen des laufenden Betriebs. Neben seiner eigenen Verantwortung sieht der Kreis auch die Kommunen in der Pflicht, sich an der Finanzierung zu beteiligen. Bürgermeister Martin Burlon: „Da bleibt abzuwarten, in welchem Umfang wir mit zusätzlichen Aufwendungen belastet werden.“

Von Holger Klemm

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