Wasserversorgung gesichert

Jahresbericht der Stadtwerke: zwei Themen sind besonders wichtig

Von der Leitwarte des Wasserwerks Breitensee aus werden die Förderung und die Qualität des Trinkwassers überwacht. Das Foto zeigt Mitarbeiter Frank Langhorst. Foto: p

Der Jahresbericht der Stadtwerke Dreieich beinhaltet gute Nachrichten: Der Hitzesommer hatte zu keinem Zeitpunkt die Wasserversorgung gefährdet.

Dreieich – Die Vorstellung des Jahresberichts 2018 der Stadtwerke nutzt Geschäftsführer Steffen Arta, um den Fokus besonders auf zwei Themen zu richten.

Trotz des Extremsommers 2018 und der bis dato wieder geringen Niederschlagsmengen sei in Dreieich die Versorgung mit Wasser nicht gefährdet. Auch in Sachen Klimaschutz sieht Arta sein Unternehmen sehr gut aufgestellt: „Mehr kann man vor Ort aktuell nicht machen. “

Versorgungssicherheit in Dreieich

Der Jahrhundertsommer des vergangenen Jahres brachte bundesweit eine überdurchschnittlich hohe Wasserfördermenge mit sich und einige Versorger mussten sogar den Notstand ausrufen. In Dreieich war ein Anstieg von 236 000 auf 3,089 Millionen Kubikmeter zu verzeichnen (2017: 2,85 Millionen). Vor allem an den heißen Sommerabenden sei der Verbrauch stark angestiegen. Doch Arta kann beruhigen: „Die Versorgungssicherheit war bei uns zu keinem Zeitpunkt gefährdet.“ Das liege daran, dass für Dreieich das Wasser aus dem tiefen Grundwasserleiter gewonnen werde. Und dieser bleibe von kurzzeitig ausbleibenden Niederschlägen weitgehend unberührt. Hinzu komme das einwandfreie Funktionieren der acht eigenen Brunnen, wovon einer im vergangenen Jahr komplett erneuert wurde. Derzeit versorgen die Stadtwerke die Stadtteile Sprendlingen, Buchschlag und einen Teil Dreieichenhains mit rund 2,3 Millionen Kubikmetern Trinkwasser aus den Brunnen. Das entspreche etwa 65 Prozent des Gesamtbedarfs der Stadt. Das verbleibende Kontingent wird vom Zweckverband Wasserversorgung Stadt und Kreis hinzugekauft.

Arta rechnet auch für dieses Jahr mit keinem Engpass. Langfristig könnte es aber zu dazu kommen, sollte es eine lang anhaltende Trockenheit geben. Wichtig seien dabei Regenfälle in den Wintermonaten, da diese nicht von der Vegetation benötigt werden und so ganz dem Grundwasser zugute kommen.

Arta ist verantwortungsbewusster Umgang mit Ressourcen wichtig

Das Wasser, das momentan für Dreieich gefördert werde, stamme von Regenfällen früherer Jahre. Deshalb ist für Arta ein verantwortungsbewusster Umgang mit der wertvollen Ressource wichtig. So begrüßt er die kürzlich von den Stadtverordneten verabschiedete Gefahrenabwehrverordnung für den Bereich Wasser, um im Notfall reagieren und beispielsweise die Wässerung von Gärten einschränken zu können. In diesem Zusammenhang begrüßt Arta auch die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Parlament, was nicht selbstverständlich sei.

Im Bereich des Klimaschutzes kann Arta einiges aufzählen. Ein Schwerpunkt im vergangenen Jahr lag für das Versorgungsunternehmen auf der Mobilität. „Viele Autofahrer in Dreieich haben ihr ‚Umwelt-Navi‘ bereits auf Nachhaltigkeit, also auf alternative Treibstoffe, programmiert“, betont der Geschäftsführer. Darauf würden die Stadtwerke mit Maßnahmen reagieren. Arta nennt die beiden neuen Stromladesäulen für Autos und zusammen mit der Volksbank die Ladestation für E-Bikes. Ergänzt wird das Portfolio zur E-Mobilität durch den Verkaufsstart der sogenannten Wallbox in diesem Jahr. Dabei handelt es sich um Ladestationen für Privathaushalte.

Nachfrage nach Fotovoltaikanlagen weiter hoch

Weiter anhaltend ist in Dreieich die Nachfrage nach Fotovoltaikanlagen, die seit 2018 auch mit Speicher erhältlich sind. Seit dem Start des Programms Solarpur vor drei Jahren, mit dem das Versorgungsunternehmen die Beratung, Finanzierung, Montage, Wartung und Instandhaltung von Fotovoltaikanlagen bei Privatpersonen und Unternehmen übernimmt, konnten 50 Anlagen verbaut werden.

Größtes Projekt in dieser Richtung ist natürlich der Solarpark auf der ehemaligen Deponie in Buchschlag. Angesichts des Jahrhundertsommers speiste die Rhein-Main-Solarpark GmbH als gemeinsames Unternehmen der Stadtwerke und der FES Frankfurt mit 9 157 Megawattstunden eine Rekordmenge ein. Die Erlöse betrugen 2,16 Millionen Euro (plus 6,6 Prozent gegenüber 2017), der Jahresüberschuss 246 000 Euro (plus 30,8 Prozent). Auch das Wärmecontracting-Modell Thermopur verzeichnete mit 7359 Megawattstunden einen Anstieg der Wärmeabgabe um 1 205 Megawattstunden gegenüber dem Vorjahr.

Arta: „Es gelingt uns, die Energiewende vor Ort weiter voranzutreiben und dabei die Balance zwischen Klimaschutz und Rentabilität zu wahren.“

VON HOLGER KLEMM

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