Bürgerwille setzt sich durch

Keine dauerhafte Fahrbahn-Verengung im Kurt-Schumacher-Ring

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Ansicht aus der Vergangenheit. Der Dienstleistungsbetrieb hat die Findlinge im Auftrag der Stadt abtransportiert. Der Taxistand wird allerdings verlegt.

Nicht nur Tankstellen-Pächter Udo Hammerl ist froh, dass die Fahrbahn wieder „frei“ ist. Auch Bewohner des Sprendlinger Nordens sind erleichtert, dass die Testphase im Kurt-Schumacher-Ring beendet ist. Die Findlinge sind schon weg.

Dreieich – Und: Die Stadt nimmt Abstand von ihrem ursprünglichen Plan, obwohl der Probelauf nach ihrer Einschätzung durchaus erfolgreich war.

Zur Erinnerung: Die Stadt wollte das Entree in die Ringe mit Bäumen aufwerten und gleichzeitig die Verkehrssicherheit erhöhen. Sie hatte dazu in Höhe der Tankstelle Findlinge platziert, um fünf Baumstandorte zu simulieren. Die Engstelle sollte dazu führen, dass die Autofahrer vom Gas gehen. Das ist auch passiert: Schnell wurden Klagen über Staus in den Stoßzeiten laut.

Der Fachbereich Bürger und Ordnung behielt den neuralgischen Punkt während der vierwöchigen Testphase im Auge, kontrollierte stichprobenartig und veranlasste gar eine 48-Stunden-Videobeobachtung durch zwei Kameras an zwei Werktagen außerhalb der Herbstferien. „Die Ergebnisse stehen im Widerspruch zu den Stimmen und Stimmungen, die der Verwaltung mitgeteilt oder auch öffentlich geäußert wurden“, heißt es in einer Mitteilung aus dem Rathaus. Die Kameras hätten keine Rückstaus bis in die Frankfurter Straße – wie von Kritikern behauptet – und auch keine Blockade des Radwegs aufgezeichnet. Die meisten Rückstaus an der Engstelle hätten sich zügig aufgelöst, „und es war festzustellen, dass diese meist durch Reaktionen auf die noch ungewohnte Verkehrssituation entstanden sind, wie sich aus der Vogelperspektive einer Kamera gut erkennen ließ“.

Im Rathaus ist man überzeugt, dass bei den Autofahrern ein Gewöhnungseffekt eingesetzt hätte. Aufgrund der vielen Beschwerden wird die Variante aber nicht umgesetzt. Der Magistrat nehme die Hinweise aus der Bürgerschaft ernst und werde den Bereich nicht gegen deren Überzeugung neu gestalten.

Verlegt wird allerdings der Taxistand im Einfahrtsbereich. Er wandert ein paar Meter nach vorne auf den Parkplatz. In die Bucht kommen Bäume, um das Entree wenigstens ein bisschen grüner zu machen. Der besseren Optik beim Reinfahren in den Kurt-Schumacher-Ring dient auch die Verlegung mehrerer Container in Richtung Norden. Ein weiterer Container-Standort an der Schnittstelle der beiden Ringe verschwindet hinter einer Hecke. Und die Bushaltestelle im Sudetenring wird barrierefrei ausgebaut. Die Hälfte der Baukosten von 170 000 Euro kann die Kommune aus dem Programm Soziale Stadt abrufen.

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