Polizei registriert im vergangenen Jahr 1855 Fälle

Kriminalstatistik: In Dreieich sinkt die Aufklärungsquote

+
Die Zahl der erfassten Kriminalitätsfälle in Dreieich ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Vor zehn Jahren sah es deutlich schlechter aus.

Einen minimalen Rückgang verzeichnet die Kriminalstatistik 2018 des Polizeipräsidiums Südosthessen für Dreieich. Die erfassten Fälle sanken im Vorjahr von 1861 auf 1855. 49,9 Prozent und damit jeder zweite Fall konnte aufgeklärt werden.

Dreieich – 2017 lag die Quote noch bei 53,9 Prozent. Gestiegen sind allerdings die Rohheitsdelikte und die Zahl in der Kategorie „sonstige Straftatbestände“.

Zum Vergleich: Bis zum Jahr 2010 lag das Fallaufkommen noch über der 2 000er Marke, seit 2011 unter der 1900er. Dabei ist in dieser Zeit die Einwohnerzahl von 40432 auf 41548 leicht gestiegen. Bei der Häufigkeitszahl liegt Dreieich mit 4465 hinter den Nachbarstädten Langen (4610) und Neu-Isenburg (6334), die über die Polizeistationen mit den Streifendiensten für den Westkreis verfügen. Um die Städte besser miteinander vergleichen zu können, werden die registrierten Daten auf je 100 000 Einwohner hochgerechnet.

Bei den Straftatenobergruppen wie den Diebstählen, Vermögens- und den Drogendelikten (strafrechtliche Nebengesetze) verzeichnet die Polizei Rückgänge. Anders sieht es da allerdings bei den Rohheitsdelikten (unter anderem räuberische Erpressung, Schlägereien und Nötigung) aus, die von 168 auf 205 stiegen. Besonders auffällig ist der Anstieg bei den Körperverletzungen (von 106 auf 136), die der schweren von 19 auf 37.

Deutlich nach oben kletterte der Balken bei den sonstigen Straftatbeständen (unter anderem Sachbeschädigung, Brandstiftung, Erpressung oder Beleidigung) von 273 auf 364. Ausschlaggebend für Dreieich sind dafür unter anderem ein Anstieg bei den Sachbeschädigungen von 188 auf 260 und Beschädigungen an Autos von 100 auf 161. Zudem gab es sieben Fälle von Brandstiftungen (2017 waren es vier). 14 Straftaten richteten sich gegen die sexuelle Selbstbestimmung nach zwölf im Vorjahr.

Einen deutlichen Rückgang gab es bei den leichten Diebstählen von 353 auf 296, bei den schweren sank die Zahl von 499 auf 478. Besonders interessant sind da die Diebstähle aus Wohnungen, die von 84 auf 79 zurückgingen. Die Polizei registrierte 33 Wohnungseinbrüche tagsüber und damit zwei mehr als im Vorjahr.

Deutlich gestiegen ist in der Untergruppe die Zahl von Diebstählen aus Autos von 96 auf 126. 16 Autos wurden gestohlen. 2017 waren es 30. 150-mal wurde der Verlust eines Fahrrads gemeldet (im Vorjahr 144). Einen Rückgang gab es bei den Laden- und Taschendiebstählen von 104 auf 62 und von 31 auf 19.

Nahezu konstant blieben die registrierten Vermögens- und Fälschungsdelikte (322 statt 326). Unter anderem gab es 262 Fälle von Betrug (2017 285) sowie 30 (statt 58) von sonstigem Warenkreditbetrug.

Auf die Kategorie „strafrechtliche Nebengesetze“ entfallen 175 statt 229 Vergehen. Den größten Brocken machen da die Rauschgiftdelikte aus. Deren Zahl sank von 191 auf 128 im vergangenen Jahr.

Trotz des insgesamt leichten Rückgangs ist natürlich jeder Fall einer zu viel. Die Polizei verweist daher auf ihre umfangreiche Präventionsarbeit, um Dieben ihr Handwerk so schwer wie möglich zu machen. Der Polizeiladen in Offenbach, Stadthof 16/17, z 069 8098-1230, bietet jede Menge Tipps und Tricks in Sachen Sicherheit und Schutz des Eigentums. Erfahrungen zeigen, dass Einbrecher von ihrem Tun ablassen, wenn sie bei Türen und Fenstern auf Widerstand stoßen. Fahrradbesitzer sollten das richtige Schloss wählen. Auch die vom ADFC angebotenen Codieraktionen helfen, den fahrbaren Untersatz zu sichern. Und Autofahrer sollten darauf achten, Wertsachen nicht offen im Wagen liegen zu lassen.

VON HOLGER KLEMM

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare