Müll im Waldweg an der L3317

Nach Bauschutt-Schweinerei im Wald: Polizei hat eine heiße Spur

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Spurensuche: Auch DLB-Chefin Petra Klink hatte sich im Wald als Detektivin betätigt.

Tonnenweise Müll sorgten im April für mächtig Ärger auf einem Waldweg an der L3317 zwischen Offenthal und Messel. Seit dem ist der zuständige Förster auf der Suche nach den Übeltätern - die Polizei hat eine heiße Spur.

Dreieich – Der Verdacht hat sich bestätigt: Der riesige Berg von Bauschutt, der Anfang April auf einem Waldweg an der L 3317 zwischen Offenthal und Messel abgekippt worden war, stammt von einer Baustelle in Langen, genauer vom Abriss eines Hauses in der Straße Vor der Höhe. Aber: Unklar ist nach Angaben der Polizei noch, wer für die Sauerei verantwortlich ist.

Förster Manfred Schröpfer hatte Nachforschungen angestellt

Förster Manfred Schröpfer, der nach dem Hinweis eines Spaziergängers als Erster den Schandfleck in der Natur begutachtet hatte, lag mit seiner Vermutung goldrichtig. Schröpfer fand Unterlagen für eine Heizungsanlage, die direkt zu besagter Baustelle führten. Inzwischen wurde weiteres Beweismaterial gesammelt, sodass keine Zweifel mehr bestehen. Doch das Puzzle ist noch nicht vollständig. Denn wer die 30 Kubikmeter Abfall im Wald abgeladen hat, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. „Es wird vermutlich noch eine Weile dauern, bis alles recherchiert ist“, sagt Polizeisprecher Michael Malkmus. Im Anschluss ist die Staatsanwaltschaft am Zug. Im Moment besteht der Verdacht auf unerlaubten Umgang mit Abfällen nach § 326, Absatz 1, des Strafgesetzbuchs. Der Tatbestand kann mit einer Geldstrafe geahndet werden – oder sogar mit Gefängnis.

Die Kosten der Entsorgung stehen noch nicht fest

Wenn der Verursacher gefunden wird, bleibt der Steuerzahler vielleicht nicht auf den Kosten für die Entsorgung sitzen. Für den Abtransport aus dem Wald musste ein Unternehmen beauftragt werden. Die 30 Kubikmeter sind dann fachgerecht getrennt und zur Beweissicherung und Beprobung zwischengelagert worden. Wie viel Gewicht der Müll hat, steht noch nicht fest, weil die drei Container mit Metall, Holz und Bauschutt bislang nicht gewogen wurden. Auch deshalb ist die Kostenfrage noch offen.

Mit schwerem Gerät wurde die riesige Menge Bauschutt aus dem Wald zwischen Offenthal und Messel abtransportiert und dann in einzelne Fraktionen getrennt.

Petra Klink, Chefin des städtischen Dienstleistungsbetriebs Dreieich/Neu-Isenburg, ist selbst unter die Umweltdetektive gegangen und hat nach Spuren gesucht. Die Schweinerei von Offenthal ist alles andere als ein Einzelfall, die Delikte nehmen zu. Erst im Dezember hatten Unbekannte eine Ladung Isoliermaterial und Dachpappe in ein Waldstück in Dreieichenhain gekippt. Klink: „Wenn wir endlich mal einen von denen kriegen, schlage ich einen dreifachen Salto!“

Die Hoffnung, dass der Umweltsünder überführt wird, hat man auch im Dreieicher Rathaus. Die Stadt hatte Anzeige gegen Unbekannt gestellt.

Von Nicole Jost und Frank Mahn

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