Crowdfunding-Aktion startet

So soll der Traum von der Parkouranlage verwirklicht werden

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Für die Parkouranlage engagieren sich Maxim Kuznetsov (von links), László Boroffka und Julian Schäfer. Heute startet das Crowdfunding.

Es ist ein bisschen ruhig geworden um das Parkour-Projekt des Jugendparlaments. Aber die Initiatoren László Boroffka, Vorsitzender des Gremiums, Julian Schäfer und Maxim Kuznetsov haben nur Atem geholt, um jetzt so richtig durchzustarten. 

Dreieich – Im November 2018 hatte es vom Stadtparlament grünes Licht für eine Parkouranlage auf der ehemaligen Rollschuhbahn gegenüber dem Parkschwimmbad gegeben. Die Jugendlichen haben die Zusicherung, dass die Stadt für jeden Sponsorenbeitrag die Summe verdoppelt – bis maximal 30 000 Euro Zuschuss. „Das heißt, wenn wir 30 000 Euro Spenden sammeln, gibt uns die Stadt 30 000 Euro dazu. Mit dem Betrag von dann 60 000 Euro können wir unseren Traum realisieren“, ist Boroffka überzeugt.

Die Jungs werben für die vielseitige Nutzbarkeit des Geländes. „Parkour bedeutet Bewegung und kreative Auseinandersetzung mit seiner Umgebung. Dabei werden Hindernisse als Chance begriffen, neue Wege zu gehen. Mit einem festen Ziel vor Augen werden Mauern überwunden, Gräben übersprungen und Geländer überflogen, um von einem Punkt zum anderen zu gelangen. Freiheit, Bewegung, Gemeinschaft. Das ist Parkour“, schreiben sie in einem professionell gestalteten Sponsorenheft.

Mehr als 200 Kinder und Jugendliche betreiben den Sport heute schon in den örtlichen Vereinen – Tendenz steigend. „Und unter freiem Himmel macht es gleich doppelt so viel Spaß“, sagt Maxim Kuznetsov, selbst aktiver Parkour-Sportler. Er ist auch davon überzeugt, dass der Park Spaziergänger animieren wird, sich über die Hindernisse zu bewegen. Das habe er in anderen Städten gesehen.

Auf drei Standbeine bauen die Initiatoren bei der Finanzierung: Sie wollen Stiftungen anschreiben, heimische Unternehmen gewinnen und setzen auf Crowdfunding. „Die Idee, über Stiftungen Geld zu sammeln, war viel schwieriger als gedacht. Oft erfüllen wir nicht den Stiftungszweck“, sagt Boroffka. Auch das Klinkenputzen bei den Unternehmen habe sich als kompliziert erwiesen: „Wir haben aber zumindest schon drei Zusagen und damit 2 500 Euro von Dreieicher Unternehmern. Weitere Anfragen stehen noch aus“, so der Vorsitzende des Jugendparlaments. Ein Unternehmer habe Sachleistungen auf der Baustelle zugesagt – das hilft dem Team natürlich auch weiter.

Die größten Hoffnungen setzt das Trio ins Crowdfunding „Viele schaffen mehr“ mit der Volksbank. „Da wir ja kein eingetragener Verein sind, übernimmt die Bürgerstiftung Dreieich diese Aufgabe für uns“, erläutert Boroffka. Das System ist bekannt: Ein Projekt braucht zunächst hundert Fans, um das Crowfunding zu starten. Das ist mit der Parkour-Idee innerhalb von drei Tagen gelungen. Heute (Mittwoch, 15. Mai) startet dann die offizielle Sammlung: Mindestens 12 000 Euro wollen das Jugendparlament und die Bürgerstiftung auf diese Weise akquirieren. Für jeden Spender, der mindestens fünf Euro auf das Konto überweist, legt die Volksbank fünf Euro aus ihrem Spendentopf dazu. Das Zahlungsziel ist bei mindestens 12 000 Euro gesetzt – wird diese Summe nicht erreicht, bekommen die Spender ihr Geld zurück und das Crowfunding ist gescheitert. Daran denken die jungen Männer aber nicht. „Wir hoffen natürlich, dass wir deutlich mehr als diese Summe sammeln. Wir wollen ja 30 000 Euro erreichen“, sind Boroffka, Kuznetsov und Schäfer guter Dinge. Bis Mitte August haben Unterstützer Zeit, Geld auf das Konto zu überweisen – dann endet das Crowdfunding und die Summe muss erreicht sein.

Und wann kann die Anlage entstehen? „Wenn wir das Geld zusammen haben, müssen die Bauarbeiten offiziell ausgeschrieben werden. Das wird in diesem Jahr wahrscheinlich nichts mehr“, vermutet Boroffka. Er und seine Mitstreiter planen, dass im Februar 2020 der Spatenstich erfolgen kann und dann im Frühsommer über die Hindernisse geturnt wird. Baurechtlich sind alle Grundlagen geschaffen: die ehemalige Rollschuhbahn ist als Sportgelände ausgewiesen.

Wer den Bau der Parkouranlage unterstützen möchte, kann direkt auf das Konto der Bürgerstiftung überweisen: Volksbank Dreieich, IBAN DE28 5059 2200 000 5059321 oder über vobadreieich.viele-schaffen-mehr.de die Aktion erreichen.

Von Nicole Jost

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