Zwei Fliegen mit einer Klappe

Stadt erneuert Spielplatz im Bürgerpark - Bürgerhaus vergrößert Terrasse

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Freuen sich, dass die Arbeiten bald beginnen: Bürgerhauschef Benjamin Halberstadt (links) und Sylvio Jäckel vom städtischen Dienstleistungsbetrieb stellten gestern den Plan zur Umgestaltung von Spielplatz und Terrasse vor.

Die Aufträge sind vergeben, als Baubeginn steht der April im Raum. Der Magistrat und der Eigenbetrieb Bürgerhäuser schlagen im Bürgerpark Dreieich zwei Fliegen mit einer Klappe.

Dreieich – Beide Projekte steigern die Attraktivität, die des Parks durch die Neugestaltung des Spielplatzes für Kleinkinder, die des Bürgerhauses durch die Erweiterung der Terrasse. Doch im Zusammenhang mit dem Park gibt es auch schlechte Nachrichten. Der lange und heiße Sommer hat beste Voraussetzungen für den wärmeliebenden Mikropilz Diplodia pinea geschaffen, der es auf die von der Trockenheit geschwächten Kiefern abgesehen hat. Im Winter habe man bereits sechs Bäume fällen müssen, sagt Sylvio Jäckel vom DLB-Bereich Sport, Spiel und Grün. In der Umgebung des Großkinder-Spielplatzes sind weitere vier Kiefern erkrankt. „Sie müssen kurzfristig gefällt werden, bevor etwas passiert“, sagt Jäckel.

Wer’s nicht mitbekommen hat: Im Sportpark Oberlinden in Langen sind zirka 250 Kiefern von dem Pilz befallen. Dort führt kein Weg daran vorbei, die Kettensäge im großen Stil einzusetzen – ein abgestorbener Baum ist sogar schon auf einen Fußballplatz gestürzt.

Zu den erfreulichen Dingen: Rund 190 000 Euro fließen in die beiden Projekte, wobei der Anteil des Eigenbetriebs Bürgerhäuser bei 75 000 Euro liegt. „Schritt für Schritt setzen wir die Maßnahmen um, die wir 2017 in einer Planungswerkstatt mit intensiver Bürgerbeteiligung erarbeitet haben“, sagt Verwaltungschef Martin Burlon. „Der Bürgerpark gewinnt so als innerstädtisches Freizeit- und Erholungsgebiet für die Menschen an Attraktivität.“

Rückblende: 2017 brachten Anwohner und Nutzer in einer Planungswerkstatt unter Regie des Landschaftsarchitekturbüros Schelhorn Ideen zur Gestaltung des drei Hektar großen Geländes ein, das lange Zeit ein Schattendasein führte. Die Ergebnisse hat das Büro bei der Entwicklung des Konzepts berücksichtigt. Ziel ist es, den Park auf Vordermann zu bringen und in Teilen zu erneuern. Dabei stehen generationsübergreifende Aspekte und die Aufenthaltsqualität zu Gunsten der Gesundheit und Bewegung im Vordergrund.

Die Erinnerung an den ersten konkreten Schritt ist bei manchem vielleicht schon verblasst – im Januar 2018 wurden zwei Trampoline im Boden versenkt, auf denen der Nachwuchs herumtollen kann. Zudem wurden der Rosenhügel aufgewertet, wucherndes Grün zurückgeschnitten und Sichtachsen wiederhergestellt.

Vom nächsten, etwas größeren Schritt profitiert erneut der Nachwuchs. Die Fläche des Spielplatzes verschiebt sich ganz leicht nach Norden, wird aber unterm Strich ein paar Quadratmeter größer. Die Kinder können in einem Sandspielbereich, auf einem Kletter-Wirrwarr aus Holz, Federbohlen, einer Schaukel und Drehscheiben toben. Eltern und Großeltern machen es sich derweil auf Sitzpodesten oder am Picknicktisch bequem.

Oder sie setzen sich auf ein etwa 70 Zentimeter hohes Bruchsteinmäuerchen, das den Spielplatz von der Terrasse trennt. Die wächst von aktuell 170 auf 500 Quadratmeter. Damit geht ein Herzenswunsch von Bürgerhauschef Benjamin Halberstadt in Erfüllung, denn das Foyer stößt bei Großveranstaltungen oft an seine Grenzen. „Die Erweiterung eröffnet uns viele Optionen für den Ausbau unseres Programmangebots und bessere Möglichkeiten zur Vermietung. Der Blick von der Terrasse Richtung Weiher wird geweitet. Alles wirkt dadurch offen und großzügig“, sagt Halberstadt und freut sich schon auf die neuen Perspektiven vor allem für Events im Sommer. Clou am Rande: Ein Weg führt künftig zu einem Steg am Teich.

Die Aufträge sind seit Montag raus. Wegen des Baubeginns sind die Verantwortlichen mit der Firma aus Maintal im Gespräch, die das günstigste Angebot abgegeben hat. „Wir hoffen, dass es im April losgeht“, sagt Jäckel. Die veranschlagte Bauzeit liegt zwischen vier und sechs Wochen. Wie es im Anschluss weitergeht, ist nach Burlon Worten noch offen. Über die nächsten Schritte wird in einem eigens eingerichteten Lenkungskreis gesprochen.

Von Frank Mahn

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