Modernen Knotenpunkt schaffen

Am Sprendlinger Bahnhof sollen die verschiedenen Verkehrsarten verknüpft werden

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Alles andere als attraktiv präsentiert sich die Umgebung des Sprendlinger Bahnhofs. Die Stadt möchte das Areal zu einem ansprechenden Knotenpunkt für den Nahverkehr entwickeln.

Eine Visitenkarte für den Stadtteil Sprendlingen ist der Bereich um den Bahnhof nicht. Zu ungeordnet sind die Flächen. Nun unternimmt die Stadt einen neuerlichen Versuch, das zu ändern. Der Bereich soll zu einem modernen Nahverkehrsknotenpunkt werden.

Dreieich – Dazu hat der Magistrat eine entsprechende Vorlage zur Aufstellung eines Bebauungsplans an die Stadtverordneten weitergeleitet.

Die Stadt möchte dem geänderten Mobilitätsverhalten in Bezug auf Öffentlichen Nahverkehr und Radverkehr Rechnung tragen. In diesem Sinne soll der Sprendlinger Bahnhof, ein Haltepunkt der Dreieichbahn, zu einem Knotenpunkt entwickelt werden. „Wir beabsichtigen, den Vorplatz planungsrechtlich, städtebaulich und verkehrstechnisch für diese Aufgaben nachhaltig zu ertüchtigen“, erklärt Bürgermeister Martin Burlon. Planungsziele sind Stellplätze für Räder und Autos der Pendler und Nutzer der Dreieichbahn, eine nutzerfreundliche Busanbindung sowie die städtebaulich angemessene Gestaltung der Verknüpfung zwischen den Gleisen und der Sprendlinger Innenstadt.

Schon heute sind in dem räumlich wenig attraktiven Umfeld die verschiedenen Verkehrsarten miteinander verknüpft. Wegen der zunehmenden unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnisse wird dem Bereich aber nach Ansicht der Stadt in Zukunft eine wesentliche größere Bedeutung zukommen. Der Öffentliche Personennahverkehr sei dabei das Rückgrat und verknüpfe effizient Region und Stadt. Der neue Bebauungsplan mit dem Titel „Mobilitätsknoten Bahnhof Sprendlingen“ umfasst neben dem Bahnhofsvorplatz auch Flächen bis zur Rostädter und Darmstädter Straße. Denkbar wären unter anderem auch eine mögliche Führung der Buslinien entlang des Gleisbetts oder ein Radweg. Näheres soll dann im Rahmen des Mobilitätskonzepts für Sprendlingen erarbeitet werden.

Verbunden mit dem Vorhaben soll die Aufhebung des noch bestehenden Aufstellungsbeschlusses aus dem Jahre 2003 für einen Bebauungsplan zu den südlich der Bahnlinie gelegenen Flächen „In den langen Rücken Sprendlingen“ erfolgen. Dort war früher mal ein Gewerbegebiet vorgesehen, das nicht zuletzt wegen der Probleme mit dem Grundwasser nicht umgesetzt werden konnte. Hinzu kam, dass mit der ad acta gelegenen Südumgehung Buchschlag-Sprendlingen die Erschließung des Geländes wegfiel. Mittlerweile ist der Bereich auch für eine Wohnbebauung im Gespräch. Die Aufhebung des alten Aufstellungsbeschlusses ermöglicht es nach Angaben der Stadt, den Bereich Sprendlingen-Süd planungsrechtlich zu gegebener Zeit neu zu fassen. Auch die mit dem Aufstellungsbeschluss verbundene Satzung zum städtischen Vorkaufsrecht für den Bereich „In den langen Rücken“ soll aufgehoben werden.

Stattdessen strebt die Stadt ein Vorkaufsrecht für den Bereich des neuen Bebauungsplans an. Das gesetzliche Instrument diene der Sicherung der Flächen für die künftigen städtebaulichen Vorhaben. Bereits im Frühstadium der Vorbereitung könnte sich die Kommune so die benötigten Grundstücke sichern. In der Vorlage an die Stadtverordneten weist der Magistrat zudem darauf hin, dass die Deutsche Bahn die im Aufstellungsbeschluss erfassten Flächen bereits öffentlich zum Verkauf ausgeschrieben habe. Um den Erwerb habe sich die Stadt seit Jahren erfolglos bemüht. Das Vorkaufsrecht biete nun die Möglichkeit, diese für die geplanten Maßnahmen zu sichern.

Über die Magistratsvorlage berät der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch, 5. Juni, um 19.30 Uhr im Stadtverordnetensitzungssaal im Rathaus. Die Entscheidung der Stadtverordneten ist dann für den Dienstag, 25. Juni, ebenfalls um 19.30 Uhr im Rathaus geplant.

Von Holger Klemm

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