Stetig steigender Druck

Zuzug zwingt den Kreis zum Handeln: Weitere Grundschule in Sprendlingen geplant

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An diesem Flügel der Georg-Büchner-Schule werden aktuell die Fenster ausgetauscht. Der Gebäudeteil ist für eine neue Grundschule vorgesehen. 

Neubaugebiete wie der Heckenborn und Nachverdichtungen im Stadtgebiet zeigen es – Dreieich ist begehrt als Wohn- und Lebensort. Viele Familien suchen vor den Toren Frankfurts eine Bleibe. 

Dreieich – Der Druck wächst, nicht nur auf die Kindergärten, wie Landrat Oliver Quilling betont. Als Chef des Kreises ist er als Schulträger verantwortlich und sieht sich vor großen Aufgaben: „In Dreieich ist die Belastung der innerstädtischen Schulen in Sprendlingen schon jetzt groß. Das Platzangebot in der Schillerschule reicht nicht mehr aus und auch an der Erich-Kästner-Schule wird der Raum knapp“, hat Quilling das Problem im Blick. Sieben Grundschulen gibt es in Dreieich: Karl-Nahrgang-Schule in Götzenhain, Wingertschule in Offenthal, Selma-Lagerlöf-Schule in Buchschlag, Ludwig-Erk-Schule in Dreieichenhain sowie Schiller-, Kästner- und Gerhart-Hauptmann-Schule in Sprendlingen. Schnelle Abhilfe soll die Erweiterung der Schillerschule bringen. Schon im Herbst dieses Jahres stellt der Kreis die bereits an anderen Schulen erprobten Container auf dem Hof der Grundschule auf.

„Das alleine reicht aber nicht“, erläutert der Landrat die Situation. Zur Diskussion steht eine komplett neue Grundschule für Sprendlingen – die möglichen Optionen werden derzeit geprüft. Favorisierte Lösung ist eine neue Schule auf bereits vorhandenem Schulgelände. „Die Georg-Büchner-Schule in der Konrad-Adenauer-Straße hat noch Kapazität“, so der Landrat. Die Förderschule hat die Grundschulklassen aufgrund der weiter zunehmenden Inklusion der Kinder mit Förderbedarf aufgegeben. Die ehemalige weiterführende Schule – in grauer Vorzeit war dort mal die Heinrich-Heine-Schule untergebracht – besteht aus drei Gebäudetrakten, in einem könnte eine eigenständige Grundschule untergebracht werden. Konkret im Gespräch ist der rechte Flügel, der gerade ein neues Dach bekommen hat, nachdem ein Sturm das alte herunter geweht hatte.

Landrat: Start der neuen Grundschule zum Schuljahr 2020/21 ist realistisch

„Diese Lösung ließe sich relativ schnell realisieren. Wir könnten mit kleinen, baulichen Änderungen eine Trennung der Schule und auch der Schulhöfe erreichen“, ist sich Quilling sicher. Mit wie vielen Klassen die achte Dreieicher Grundschule an den Start gehen könnte, kann der Landrat aktuell nicht beziffern, weil der Bedarf noch nicht konkret ermittelt ist. Aber ein Start zum übernächsten Schuljahr sei realistisch.

Die Planungen für die Entwicklung an den Grundschulen seien für den Kreis Offenbach ohnehin nicht ganz so einfach. „Das Problem sind nicht die steigenden Geburtenraten. Da können wir ja genau absehen, wann die Kinder eingeschult werden müssen. Das Problem ist eher der stetig wachsende Zuzug. Dabei wissen wir einfach nicht, wer zieht in die Städte im Kreis Offenbach und mit wie vielen Kindern in welchem Alter“, erläutert Quilling. In der Vergangenheit habe der Kreis aber mit den prognostizierten Zahlen bei den Grundschulanmeldungen ganz realistisch geplant.

Auch in den weiterführenden Schulen in Dreieich wird es eng

Nicht nur die Grundschulen stehen unter Druck, auch an den weiterführenden Schulen in Dreieich wird es langsam eng. An der Weibelfeldschule sieht der Landrat keine Kapazität für eine Erweiterung. Die Gesamtschule am Rande von Dreieichenhain sei ohnehin schon sehr groß. Die Ricarda-Huch-Schule ist derzeit im Visier für eine bauliche Erweiterung. Auf dem Schulhof soll ein neues Gebäude entstehen, damit es auch in Zukunft ausreichend Klassen- und Fachräume für das Gymnasium gibt. Um den Verlust der Freifläche auszugleichen, ist der Kreis schon in Verhandlungen mit der Stadt Dreieich, den Schulhof in Richtung des angrenzenden Bürgerparks zu erweitern. 

Das „Dreieck“, auf dem derzeit ein Tor steht, könnte zum Schulgelände umfunktioniert werden. Bürgermeister Martin Burlon hat sich mit der Idee bereits beschäftigt. „Ich persönlich kann es mir schon vorstellen, wenn dieser Teil des Schulhofs dann am Nachmittag für die Öffentlichkeit zugänglich bleibt. Das kann ja durchaus eine Aufwertung bedeuten – wenn man so sieht, wie einige Schulhöfe der Schulen im Kreis gestaltet sind“, sagt er. Aber letztlich sei diese Grundstücksverhandlung Sache des Magistrats.

Von Nicole Jost

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