Noch Schauspieler gesucht

Historisches Spektakel mit Lokalkolorit auf dem Lindenplatz

+
Das historische Volksstück „Wie die Sprendlinger den Hainern die Kühe klauten“ war im September 2017 ein großer Erfolg auf dem Lindenplatz. Vom 18. bis 20. September soll es drei weitere Aufführungen geben. Die Voraussetzungen sind geschaffen, nun fehlen noch einige Akteure.

Es war ein schönes Erlebnis für alle Beteiligten, als im September 2017 zum Stadtjubiläum das Theaterstück „Wie die Sprendlinger den Hainern die Kühe klauten“ von Hans Obermann über die Bühne ging. „Jeder Abend war ausverkauft“, erinnert sich Regisseur Karl Hofmann. 

Dreieich – So lag eine Wiederholung der Erfolgsproduktion nahe. Nachdem es im vergangenen Jahr aus Zeitgründen nicht klappte, sind drei weitere Aufführungen vom 18. bis 20. September 2020 geplant. Voraussetzung ist aber, dass Hofmann noch einige Schauspieler findet.

Dem Regisseur schwebt vor, alle drei Jahre auf dem Lindenplatz mit seiner schönen Atmosphäre ein Stück von Hans Obermann, dem Gründer der Studiobühne, aufzuführen. Da gibt es noch einige mit viel Lokalkolorit – wie beispielsweise „Wie die Stroh-Anna die Preußen besiegte“. Doch der Einfachheit halber soll es in diesem Jahr die Wiederaufnahme der komischen und turbulenten Produktion über die lustige Urfehde zwischen zwei Gemeinden um den ewigen Baum geben.

Hofmann hat gehofft, dass die meisten Akteure von 2017 wieder mitmachen, um den Probenaufwand zu reduzieren. Allerdings können nicht alle erneut dabei sein, sodass der Regisseur aktuell auf der Suche nach weiteren Mitstreitern ist. Erstaunlicherweise sind es vor allem Frauen, die benötigt werden. „Normalweise ist es so, dass Männer fehlen“, wundert sich Hofmann, der noch vier bis sechs Frauen und drei Männer für kleine bis mittlere Rollen benötigt.

Große schauspielerische Erfahrung müssen die Interessierten nicht mitbringen. Es gebe keine besonderen Anforderungen. Die Aufführung biete auch die Gelegenheit, erstmals Theaterluft zu schnuppern. Hofmann hat bereits alle Theatergruppen in Dreieich und Umgebung angesprochen und viele Darsteller zum Mitmachen gewinnen können. Aber mehr sei da nicht drin. So rührt er kräftig die Werbetrommel und will auch die Schulen ansprechen.

Neue Interessierte können auch später einsteigen. Da die Hauptdarsteller von 2017 bei der Stange geblieben sind, kann er mit ihnen im März schon einmal mit den Proben beginnen. Aber spätestens im Mai sollten alle Rollen besetzt sein. „Wir sind ein bunter Haufen“, wirbt er zum Mitmachen. Seine Mitstreiter sind im Alter zwischen 30 und 70 Jahren.

Das historische Volksstück selbst macht großen Spaß. „Es ist schon imposant, wenn mehr als 20 Leute in historischen Kostümen auf dem Lindenplatz stehen und sich streiten“, so Hofmann. Obermann hat beim Schreiben ein Ereignis aus dem Jahr 1606 zum Ausgangspunkt genommen – mit gehörigem Augenzwinkern. Da die Sprendlinger den Hainern beim Löschen eines Brandes halfen, wurde ihnen das Recht zugesprochen, jedes Jahr im Wald der Nachbarn einen Baum zu schlagen.

Doch irgendwann ist das den Hainern ein Dorn im Auge. Angereichert wird das Spektakel durch eine Liebesgeschichte zwischen einem Sprendlinger Burschen und einem Hayner Mädchen.

Eine Rolle spielt der unterschiedliche Dialekt in den Gemeinden. Das muss aber niemanden vom Mitmachen abschrecken. „Heutzutage können nur noch wenige Dialekt sprechen“, weiß Hofmann. Da wird ihm schon etwas einfallen. Als Regisseur müsse er noch mit anderen Sachen jonglieren. Vor drei Jahren übernahmen so Frauen die Rolle der Richter, um den Konflikt zwischen den Streithähnen zu schlichten. „Das wäre natürlich im 17. Jahrhundert nicht möglich gewesen“, meint Hofmann. Die Besucher auf dem Lindenplatz hat es aber nicht gestört.

Wer mitspielen möchte, meldet sich bei Karl Hofmann, z 06103 947507, hofmannwk@t-online.de, oder auch bei Martina Schnürch, z 06103 46683, martina.schnuerch@arcor.de. Interessierte können auch zur ersten Probe am Mittwoch, 4. März, um 20 Uhr in den Clubraum vier des Bürgerhauses Sprendlingen kommen. Geprobt wird dann wöchentlich einmal am Mittwoch, ab Juni zweimal (mittwochs und donnerstags).

VON HOLGER KLEMM

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare