Bericht des Forstamtsleiters

Holz in Dreieich im Überfluss vorhanden

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Schon vor dem verheerenden Unwetter im vergangenen August waren die Wälder durch Stürme und die trocken-heißen Sommer stark in Mitleidenschaft gezogen.

Forstamtsleiter Roalnd Piper präsentiert keinen schönen Bericht bei seinem Antrittsbesuch im Rathaus. Doch Dreieich hatte mit seinem Stadtwald noch Glück.

Dreieich – Es ist kein schöner Bericht, den Forstamtsleiter Roland Piper bei seinem Antrittsbesuch im Rathaus den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie präsentiert. Und doch hatten die Dreieicher mit ihrem Stadtwald noch Glück.

Schon vor dem verheerenden Unwetter im vergangenen August waren die Wälder durch Stürme und die trocken-heißen Sommer stark in Mitleidenschaft gezogen, betont Piper, der seit September Chef des Forstamts Langen ist, in der Sitzung am Mittwochabend. Er nennt den enormen Kieferbefall durch den Diplodia-Pilz und die durch Trockenheit absterbenden Buchen. Und dann sei der Sturm vom 18. August hinzugekommen.  Allerdings habe es im Stadtwald vergleichsweise geringe Flächen getroffen.

Durch den riesigen Holzanfall gebe es ein Überangebot, was zum teilweisen Zusammenbruch des Marktes geführt habe. Verbunden damit sei ein enormer Preisverfall bei Fichte und ein Preisrückgang bei Kiefer. Für den Dreieicher Wald mit seinen von Buchen- und Kiefern dominierten Beständen sehe die Situation entsprechend etwas besser aus. Fichte spiele da keine Rolle. Wegen des Überangebots beim Nadelholz habe es einen Einschlagstopp dafür gegeben. Hinzu komme, dass es aktuell kaum Unternehmen mit schwerem technischen Geräte gebe, die in den Sturmgebieten zum Einsatz kommen könnten.

Auswirkungen auf den Waldwirtschaftsplan in Dreieich

Auf den Waldwirtschaftsplan habe das natürlich Auswirkungen, so Piper. Durch den Diplodia-Befall fallen 250 Festmeter Kiefer, durch vertrocknete Buchen ebenfalls 250 Festmeter an. Hinzu kämen durch den Windwurf und -bruch etwa 1 000 Festmeter Buche, Eiche und Kiefer. Letzteres entspreche etwa 3,74 Hektar Fläche und etwa 1,8 Prozent des Stadtwaldes. Damit verbunden seien intensive Sicherungsmaßnahmen, die noch nicht abgeschlossen seien. In diesem Zusammenhang warnt Piper vor Gefahren für Spaziergänger im Wald durch herabstürzende Äste.

Ursprünglich ging der Dreieicher Waldwirtschaftsplan für 2020 von einem Haushaltsplus von 3 711 Euro aus. Geplant waren ein Holzeinschlag von 865 Festmetern und Verkaufserlöse von 32 745 Euro. Doch nach dem Sturm müsse von der doppelten Menge eines Jahreseinschlags ausgegangen werden.

Deshalb habe das Forstamt geplante Pflegemaßnahmen und Fällungen zurückgestellt und arbeite ausschließlich mit dem Holz umgestürzter und stark beschädigter Bäume. Zudem geht Piper von Kosten für Sicherungsmaßnahmen in Höhe von 10 000 Euro aus. Die überarbeitete Planung für 2020 sieht nun 1620 Festmeter Holz sowie Verkaufserlöse von 71 500 Euro vor. Einem Gesamterlös von 74 400 Euro (inklusive Nebennutzungen und Jagdpacht) stünden Kosten von 64 138 Euro gegenüber. Das erwartete Plus von 10 262 Euro führt Piper darauf zurück, dass sich Buche und Eiche auf dem Markt noch gut verkaufen ließen.

Dreieich: Aufräumarbeiten werden noch andauern

Die Aufarbeitung des Windbruchs soll noch bis ins Frühjahr andauern – ebenso wie die Aufräumarbeiten im Stadtwald entlang des Weges vom Gasthaus Hotz bis zum Sportverein. Außerdem soll es mit den Sicherungsmaßnahmen weitergehen.

Für die Wiederbewaldung schlägt Piper Geduld vor. Dabei könne man auch auf die Natur setzen, die bereits mit der Verjüngung angefangen habe. Diese werde sich auf den Flächen mit den Sturmschäden schnell fortsetzen. Generell soll auf standortgerechte und klimastabile Bäume gesetzt werden. Für die Fichte sieht Piper keine Chance mehr. Auch bei der Kiefer und der Buche sehe es bei anhaltender Trockenheit nicht so gut aus. Besser mit den Bedingungen komme die Eiche zurecht.

von Holger Klemm 

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