Dreieich

Im Frühjahr ein Blütenparadies

Pflanzen und mit Erde bedecken in einem Arbeitsgang: Mit einer speziellen Pflanzmaschine werden die öffentlichen Grünstreifen wie hier in der Bleiswijker Straße für ein Blumenmeer im Frühling vorbereitet.
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Pflanzen und mit Erde bedecken in einem Arbeitsgang: Mit einer speziellen Pflanzmaschine werden die öffentlichen Grünstreifen wie hier in der Bleiswijker Straße für ein Blumenmeer im Frühling vorbereitet.

In Dreieich werden die öffentlichen Grünstreifen fürs nächste Frühjahr vorbereitet. Eine Pflanzmaschine setzt 156 .000 Blumenzwiebeln.

Dreieich – Aus dem orange-farbenen Trichter, der an den kleinen Traktor angehängt ist, fallen ohne Pause kleine und größere Blumenzwiebeln in die feuchte Erde am Rand der Bleiswijker Straße. Die Maschine verteilt die kleinen braunen Kugeln auf ungefähr fünfzig Zentimeter Breite und bedeckt die Zwiebeln im gleichen Arbeitsgang mit Erde. „Hier am Straßenrand werden im nächsten Frühjahr viele Blumen blühen. Es wird ein schöner Anblick sein“, verspricht Gabi Gilch, Projektleiterin der ausführenden Firma Verver aus der Nähe von Köln.

Der Seitenstreifen am Ortsausgang Götzenhain wird nur ein Ort sein, der ab Ende Februar, Anfang März mit Blühpflanzen aufgewertet ist. Die Zwiebeln der Narzissen, Tulpen, Schneeglöckchen, Krokusse, Hyazinthen, Allium, Blausternchen und noch viel mehr Pflanzen werden in diesen Tagen auch in Offenthal rund um den Kreisel in der Mainzer Straße oder an der Philippseicher Straße eingepflanzt. Noch spannender ist das Verfahren im Park am Hirschsprung und der Darmstädter Straße, in Buchschlag am Kriegerdenkmal, in Dreieichenhain entlang der Hainer Chaussee und am Ringwäldchen in Götzenhain. Dort wird die Rasenfläche angehoben, die Zwiebeln maschinell eingesetzt und der Rasen wieder angedrückt. Um dies auf wirtschaftliche und effektive Weise umzusetzen, wird die spezielle Maschine eingesetzt. „Die Arbeitsweise kann grob mit einer Kartoffellegemaschine verglichen werden.“, erklärt Lisa-Marie Schmandt, Gärtnereimeisterin und beim Dienstleistungsbetrieb (DLB) Dreieich und Neu-Isenburg zuständig für die öffentlichen Grünflächen.

So blütenreich wie im kommenden Jahr waren die Grünflächen der Stadt nie zuvor. „Es ist auch eine spezielle Zwiebelmischung, die passend zur Einsaat zum Verwildern ausgelegt sind“, erläutert Schmandt weiter. Die Blumen, die dann hoffentlich daraus wachsen, sind zum Teil einjährig, aber auch vielfach mehrjährig. „Das bedarf dann trotzdem noch Pflege“, betont Gabi Gilch, „die Fläche wird aber sehr naturnah nur zwei mal im Jahr gemäht“, erläutert die Expertin. Das bedeutet im Umkehrschluss: Die Grünflächen mit den Blumen sind insekten- und bienenfreundlich, die Wiese ist sehr nachhaltig angelegt und wird der gewünschten Biodiversität gerecht. Die verblühten Blumen bleiben stehen, damit sie im nächsten Jahr wieder kommen können. „Die Zwiebelmischungen sind so ausgewählt, dass die Zeit der Blüte alternierend ist. Das heißt, wenn die einen verblüht sind, kommen die nächsten, damit die Bürger über einen längeren Zeitraum Freude an den Wiesen haben“, erklärt Gilch.

Tausende Blumenzwiebeln verschwinden im Schnelldurchgang in der Erde: Die Zwiebeln rollen aus dem Trichter in den Boden und werden auf 50 Zentimeter Breite verteilt.

Für Lisa-Marie Schmandt ist das ein enormer Gewinn für die städtischen Grünflächen: „Wir freuen uns alle schon auf die bunte Vielfalt und sind gespannt, wie die Blumenwiesen im Frühjahr aussehen werden“, sagt die Gärtnermeisterin. Möglich sei diese kunterbunte Aufwertung der Grünstreifen über das Labeling-Verfahren „Stadtgrün naturnah“, bei dem Dreieich Silber bekommen hat (wir berichteten). Die Akteure der lokalen Arbeitsgruppe haben neben der Umstellung von Rasen- auf Wiesenflächen, ebenfalls für die Aufwertung der Rasenflächen plädiert und die Einbringung der Blumenzwiebeln angeregt. „Damit hatten wir auch die notwendigen finanziellen Mittel, um die Pläne umzusetzen“, so Schmandt. Insgesamt versenkt die Maschine in drei Tagen 156 000 Blumenzwiebeln. Vielleicht reicht es dann bei der Rezertifizierung des Labels in drei Jahren mit all den weiteren Maßnahmen für ein biologisch wertvolles und grünes Dreieich dann auch für ein goldenes Label. (Nicole Jost)

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