Toben und tief durchatmen

Indoor-Salz-Spielplatz für Kinder steht im Halbfinale für Hessischen Gründerpreis

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Erfolgreiche Gründerin: Yvonne Heike Rau hat sich mit ihrem Projekt einen Traum erfüllt.

Es ist ein aufregender Tag für Yvonne Heike Rau: Beim Halbfinale des Hessischen Gründerpreises präsentiert sie heute ihre Geschäftsidee „nasefrei – spielraum für meer luft“.

Dreieich – Schon beim Betreten des lichtdurchfluteten Raumes fallen das gute Klima und die ruhige Atmosphäre auf. Der Spielplatz ähnelt auf den ersten Blick einer riesigen Sandkiste. Aber die Jüngsten schippen hier feines Himalaya-Salz in die Eimer und können über kleine Holzrutschen weich im Salz landen. „Die Idee ist mir durch meine jüngste Tochter gekommen“, erzählt die Geschäftsfrau aus Langenselbold, die bislang als Bürokauffrau eines Automobilherstellers ihr Geld verdiente: „Bei ihr hatten wir von Geburt an mit Bronchitis zu tun.“ Im eng besiedelten und reichlich befahrenen und beflogenen Rhein-Main-Gebiet ist die Luft nicht gut, Kurpatienten verbringen oft wochenlang an Nord- oder Ostsee, wegen der guten salzhaltigen Luft. Die Kristalline fördern die Selbstreinigungsfunktionen des Körpers, Schleim verflüssigt sich, das Abhusten fällt leichter und verstopfte Nasen laufen. Wer keine Zeit für einen Urlaub oder eine Kur am Meer hat, hilft sich mit einem Besuch in einer Solegrotte oder mit Atemmasken. „Was für Erwachsene entspannend ist – in der abgedunkelten Grotte im Salznebel liegen oder eine Atemmaske für die Bronchien – fällt für Kinder raus. Sie sind zu unruhig für solche Anwendungen“, weiß Rau.

Sie hat mit dem gesunden Indoor-Spielplatz jetzt die Lösung für Eltern von bronchitis- oder allergiegeplagten Kindern: Durch das Spielen im Salz atmet der Nachwuchs die gute Luft ein. Eine Heizung, mit deren Wärme sich die Partikel von 4,5 Tonnen Himalaya-Salz noch besser verteilen, verstärkt die Wirkung. Die kleinen Gäste beschäftigen sich mit dem kunterbunten Spielzeug, nicht der Atemwegs-Anwendung.

Zusätzlich zum Spielplatz gibt es bei „nasefrei“ eine kleine Salzgrotte, in der Eltern und Kinder für zehn Minuten verweilen und den Solenebel inhalieren können. „Diese kleine Oase wird gerne von erwachsenen Kunden genutzt, die in ihrer Mittagspause kurz bei mir vorbeikommen, entspannen und ihre Atemwege befreien“, erzählt Rau. Einmal im Monat gibt es für Erwachsene einen geführten Entspannungsabend im Salz – den nächsten am Freitag, 20. September. Die salzige Luft ist wohltuend bei akuten Erkältungen, Nasennebenhöhlen-Entzündungen, Bronchitis, Heuschnupfen und Asthma, hilft aber auch bei Migräne, Schuppenflechte oder Rheuma.

Die Geschäftsidee lasse sich bislang sehr gut an, die ersten Monate bezeichnet Gründerin Rau als hervorragend. Über den Sommer wurde es erwartungsgemäß etwas ruhiger und mit dem Abklingen der Hitze sei die Spielfläche inzwischen wieder nachmittags gut frequentiert. Ihr Kundenkreis beschränke sich dabei nicht auf Dreieich – sogar aus Frankfurt reisen Eltern für eine Stunde im Salzspielplatz an, berichtet sie.

Für Dreieich hat sich die Gründerin bewusst entschieden. Ihr Mann arbeitet hier, die städtische Wirtschaftsförderung hat ihr die Geschäftsräume in der Robert-Bosch-Straße 5 vermittelt. Langfristig kann sich die Mutter von drei Kindern einen Umzug mit der Familie vorstellen.

VON NICOLE JOST

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