Interkulturelle Wochen starten

Vielfalt ist längst Alltag

Dreieich -  Mit „Kostenproben der Vielfalt“ starten die Interkulturellen Wochen in Dreieich am Samstag, 1. September, um 18 Uhr im Gemeindezentrum der evangelischen Versöhnungsgemeinde, Hegelstraße 91. Und der Titel ist Programm.

Denn dieses wird unter anderem von der Musikgruppe Grenzenlos, der Singer-Songwriterin Leonie Jakobi, dem Stadtteilchor Hirschsprung-Breitensee, Poetry Slam der Gruppe I’slam sowie einer sengalesichen Trommelgruppe gestaltet. Hinzu kommen Überraschungsgäste. Abgerundet wird der bunte Mix aus Musik und Literatur durch kulinarische Kostproben. Bis zum 31. Oktober stehen 21 Veranstaltungen an – unter dem Motto „Vielfalt verbindet“.

Denn diese ist nach Meinung der städtischen Integrationsbeauftragten Karin Scholl längst Alltag: Sie wird in Familien gelebt, in Nachbarschaften, in Schulen, am Arbeitsplatz, in Organisationen, Kirchen und Glaubensgemeinschaften. „Überall begegnen sich Menschen verschiedener Herkunft, arbeiten an gemeinsamen Zielen und Zukunftsvorstellungen“, so Scholl.

Doch ebenso gebe es die Erfahrung, dass Vielfalt Angst vor dem Fremden oder vor Veränderungen auslöst, manchmal sei sie konfliktträchtig und anstrengend. Vielfalt sei eine Herausforderung für das Zusammenleben und den Zusammenhalt in einem Gemeinwesen. Vielfalt müsse auch ausgehalten und immer wieder eingeübt werden, heißt es in der Ankündigung.

Die Veranstaltungen der Interkulturellen Wochen wollen zeigen, wie Vielfalt aktiv gestaltet werden kann. Sie möchten eine Plattform für die Diskussion integrationsrelevanter Fragen bieten. Gruppen, Vereine und Institutionen bietet sich die Möglichkeit, sich und ihre Arbeit vorzustellen und mit anderen ins Gespräch zu kommen. Zudem wird das Zusammenleben und -arbeiten zum Thema gemacht, um Vorurteile abzubauen, Stereotypen zu überwinden – aber auch um Grenzen des Miteinanders zu erkennen. Ein weiteres Anliegen ist es, die Vernetzung und Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Gruppen, Organisationen, Gemeinden und Vereinen zu unterstützen.

Die Idee der Interkulturellen Wochen war ursprünglich eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche, die mittlerweile von Kommunen, Integrationsbeauftragten, Wohlfahrtsverbänden, Ausländerbeiräten, Migranten-Organisationen und Initiativgruppen unterstützt und mitgetragen wird. Es gehe darum, in diesen Wochen das Miteinander der Kulturen und Religionen in den Fokus zu rücken, auch wenn – wie alle Institutionen immer wieder betonen – die interkulturelle Arbeit längst gelebter Alltag ist.

Dreieich beteiligt sich zum 14. Mal – mit einem abwechslungsreichen Programm, das verschiedene Institutionen und Vereine unter Koordination des Integrationsbüros und eines Arbeitskreises auf die Beine gestellt haben. Die Themenpalette reicht von Informations- und Diskussionsveranstaltungen bis hin zu Abenden, bei denen der Schwerpunkt in der Begegnung und dem Austausch untereinander liegt.

„Fahrgass swingt“ in Dreieichenhain: Bilder

Das Friedensgebet des Forums der Religionsgemeinschaften wird bereits zum siebten Mal von den christlichen, muslimischen, buddhistischen und anderen Gemeinden und Religionsgemeinschaften Dreieichs unter dem Motto „Vielfalt im Glauben“ veranstaltet. Termin ist am Samstag, 15. September, 16 Uhr im Bürgerpark Sprendlingen. Natürlich spielt auch die Bürgermeisterwahl eine Rolle. Am Dienstag, 16. Oktober, ist eine Diskussion mit den Kandidaten zur Frage „Wie hältst Du’s mit der Integration?“ geplant. Beginn ist um 19 Uhr im Gemeindezentrum der evangelischen Versöhnungsgemeinde, Hegelstraße 91.

Nähere Infos zu den Interkulturellen Wochen gibt es bei Karin Scholl, Tel.: 06103/601-282, oder per E-Mail an Karin.Scholl@dreieich.de. Der Programm-Flyer liegt im Rathaus und an anderen Orten aus sowie auf dreieich.de. (hok)

Rubriklistenbild: © dpa

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