Längst kein Geheimtipp mehr

Jam-Sessions des Kulturvereins haben sich in Musikszene etabliert

Garant für einen stimmungsvollen Start in den Abend ist die Hausband des Kulturvereins. „Das sind alles Jungs, die sonst auch in anderen Bands aktiv sind und sich über die Jahre für uns engagieren“, freut sich Vorsitzender Arnold Holz.

Auf der kleinen Bühne im Clubhaus des FC Offenthal (FCO) wird es jeden ersten Mittwoch im Monat richtig eng. Bei der Jam-Session des Kulturvereins Dreieich drängeln sich manchmal bis zu fünf Gitarristen auf der Bühne.

Dreieich –  Ganz so voll ist es am Mittwoch bei der ersten Session 2020, der inzwischen 113. Ausgabe, nicht. Dafür gibt es einen Mundharmonikaspieler und einen Saxofonisten, die zwischen all dem Rock für eine Spur Blues sorgen.

Das Konzept des Kulturvereins geht jetzt schon im zehnten Jahr auf. Im September 2010 haben Vorsitzender Arnold Holz und sein musikalischer Leiter Claus Feller zum ersten Mal zu Livemusik eingeladen. „Das Konzept haben wir natürlich im Laufe der Jahre verfeinert, aber unserer grundsätzlichen Linie, mit unserer Kulturverein-Hausband in den Abend zu starten, immer eine Gastband einzuladen und dann jedem Musiker aus der Region auf der offenen Bühne die Möglichkeit zu geben, ganz frei mitzuspielen, sind wir treu geblieben“, erzählt Holz.

Bei der ersten Jam-Session im neuen Jahr gibt die Christa Graf Band aus Offenbach ihre Premiere in Offenthal. Leider ohne Christa Graf, weil sie kurzfristig krank geworden ist. Aber die drei verbliebenen Musiker haben an ihrem feinen Rock sichtlich Spaß. „Diese Jungs sind eigentlich ein ganz gutes Beispiel. Wir kannten sie gar nicht. Sie haben in Offenbach erfahren, dass es unsere Bühne gibt und haben bei uns angefragt, ob sie mal kommen dürfen“, ist Arnold Holz ein bisschen stolz, dass sich der Ruf des kleinen Kulturvereins über die Stadtgrenzen hinaus herumgesprochen hat. „Wir sind jetzt in der glücklichen Lage, dass wir uns nicht mehr um Musiker bemühen müssen, sie kommen ganz alleine auf uns zu.“

Mit Claus Feller (Bass), Klaus Breidert (Schlagzeug), Manfred Peter (Gitarre und Gesang) und Perry Reuter (Gitarre und Gesang) hat der Verein seine eigene Hausband, die routiniert in den Abend startet und garantiert gute Musik liefert. „Das sind alles Jungs, die sonst auch in anderen Bands aktiv sind und sich über die Jahre für uns engagieren. Es freut uns sehr, dass das so einen Bestand hat“, so Holz.

Bei der eigentlichen Jam- Session kann es dann schon mal etwas lauter werden. „Aber“, so Arnold Holz, „erstaunlicherweise nie unharmonisch. Die Musiker verständigen sich alle kurz, was sie spielen und jammen dann einfach zusammen los.“ Diese Spielfreude übertrage sich meist sehr schnell auf das Publikum.

Hatte der Kulturverein anfangs Schwierigkeiten, das Offenthaler Publikum zu begeistern, habe sich das inzwischen gewandelt. Musikfans aus der ganzen Region seien von Beginn an gekommen, die Offenthaler mussten sich offensichtlich erst einmal an den Gedanken gewöhnen, im eigenen Ort gute Musik zu finden. Am Mittwoch sind viele Gesichter an den voll besetzten Tischen bekannt. Holz betont, dass es zum Jahresauftakt eher schwach besetzt sei. „Oft bekommt man nicht einmal mehr einen Stehplatz und im Sommer ist auch die Terrasse gerammelt voll“, ist der Vereinschef glücklich, dass der Kulturverein den Nerv der Zeit trifft.

Funktionieren kann die Konzertreihe nur mit Unterstützung der FCO-Fußballer. Neben der Bereitstellung der Räume übernehmen Mitglieder die Bewirtung der Gäste und freuen sich über die Einnahmen für die Kasse der Kicker. Der Kulturverein profitiert von den Spenden, die die Besucher bei den kostenlosen Konzerten in der Spendenbüchse hinterlassen. Das funktioniert sehr gut, der Verein hat in den vergangenen zehn Jahren inzwischen das komplette Equipment für die Musikveranstaltungen anschaffen können.

Die Christa Graf Band präsentierte sich auch ohne die erkrankte Christa Graf in Spiellaune. Fotos: jost

„Es ist schön, dass wir neben dem Weihnachtsmarkt auch diese Reihe haben. Wir müssen uns nicht verstecken, wir stellen mit unseren 28 Mitgliedern ganz schön was auf die Beine“, sagt Arnold Holz. Der Vorsitzende kündigt auch schon die nächste Großveranstaltung an: Im Mai gibt’s das zweite Offenthaler Musikfestival. Am 23. und 24. wird auf dem FCO-Gelände gerockt – das soll im Wechsel mit dem Gemaafest auch zur Tradition werden.

Die nächste Jam-Session ist am Mittwoch, 5. Februar. Dann stehen neben der Kulturverein-Hausband H2 remember auf der Bühne.  njo

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