Zusammen etwas bewegen

Dreieich: Jugendparlament arbeitet am neuen Projekt „Youthmap“

Das Dreieicher Jugendparlament hat Wege gefunden, trotz der Corona-Pandemie weiterzuarbeiten. (Symbolbild)
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Das Dreieicher Jugendparlament hat Wege gefunden, trotz der Corona-Pandemie weiterzuarbeiten. (Symbolbild)

Bei den Wahlen zum Jugendparlament vor ungefähr einem Jahr traten auch einige Kandidaten erstmals an. Dazu zählt Leyla Boudieb, die mittlerweile einiges an Erfahrungen gesammelt hat.

Dreieich – Die Oberstufenschülerin der Ricarda-Huch-Schule ging wie die meisten ihrer 18 gewählten Mitstreiter motiviert aus einem guten Seminarwochenende mit vielen Ideen in die zweijährige Legislaturperiode. Dann kam der Lockdown und auch das Jugendparlament lag erst einmal auf Eis. Doch das bremst Leyla Boudieb nicht aus. Mittlerweile hat das Jugendparlament seine Sitzungen an Online-Übertragungen angepasst. Im Sommer gab es eine Vollversammlung unter freiem Himmel und mit Abstand. Auch die sechs laufenden AGs, zu denen auch interessierte Jugendliche gehören, konnten in kleinen Gruppen an ihren Projekten weiterarbeiten.

Leyla Boudieb engagiert sich für die Öffentlichkeitsarbeit. Sie hat den Eindruck, dass das Parlament noch nicht bekannt genug ist. „Wir hatten eine Wahlbeteiligung von 60 Prozent. Das reicht uns nicht. Die Wahlen finden in den Schulen statt. Die Jugendlichen müssen noch nicht einmal extra dafür aus dem Haus gehen“, sagt die Schülerin der 12. Klasse. Sie hat das Gefühl, dass viele Jugendliche nur darauf warten, alt genug zu sein, um raus in die Welt gehen zu können. Leyla Boudieb möchte dagegen zeigen, dass Jugendliche auch in einer kleineren Stadt wie Dreieich eine gute Zeit haben können. „Das Jugendparlament bietet die Chance, sich für seine Stadt einzusetzen. Zusammen können wir etwas bewegen.“

Das hat das Jugendparlament bereits bewiesen. Mehr als ein Jahr lang haben die Jugendlichen Spenden für einen Parkourpark gesammelt. Die Hilfsbereitschaft sei sehr hoch gewesen, die Idee kam gut an. In die Planung für die Sanierung des Bürgerparks Sprendlingen wird das Projekt einbezogen und die Stadt übernimmt die Hälfte der Kosten. Einen ähnlichen Erfolg erhofft sich das offizielle Gremium der Stadt auch von seiner neusten Idee: der „Youthmap“. Es wurde bereits eine App entwickelt, die eine Karte der Stadt zeigt, berichtet Marius Bonifer.

Der 19-jährige Student ist der Vorsitzende des Parlaments und programmiert nebenberuflich Apps. Deshalb ist die technische Seite des Projekts auch schon fast bereit zur Veröffentlichung. „Ein Prototyp der App steht bereit, aber die Inhalte müssen noch recherchiert werden. Da hat uns Corona etwas zurückgeworfen“, sagt er. Die Karte soll alle wichtigen Spots und Locations, das heißt jugendliche Treffpunkte, zeigen. „Wer sich fragt, was kann ich heute machen, öffnet die App und sieht alle Veranstaltungen – zum Beispiel die Kerb im Sommer“, erklärt Bonifer. Wie bei jedem Projekt können sich alle Jugendlichen zwischen zwölf und 21 Jahren beteiligen. Wünsche und Anregungen sind explizit gefragt. „Wer einen Ort kennt, den nicht jeder auf dem Schirm hat, soll selbst Beiträge in der App erstellen können.“

Einsatz ist nicht nur bei der „Youthmap“ gern gesehen. Wer sich einbringen möchte, kann Ideen vorschlagen. „Ich habe noch nie gehört, dass ein Vorschlag für eine AG abgelehnt wurde“, sagt Leyla Boudieb. Man muss nicht gewählt worden sein, um Mitglied oder sogar Leiter einer AG zu werden. Insgesamt ist das Jugendparlament durchschnittlich recht jung, finden beide Mitglieder. Sie wünschen sich mehr Einsatz auch der Älteren. Deshalb lautet der Aufruf: „Engagiert Euch, geht wählen, gebt uns Rückmeldung! Wir freuen uns auf Eure Kreativität – ob in AGs oder als Kandidat für die nächste Legislaturperiode.“ (Von Theresa Ricke)

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