Wahlen zur neuen Legislaturperiode

Dreieich: Jugendparlament startet mit Vollgas in Runde drei

Beim Jugendparlament in Dreieich stehen Wahlen an.

Mit dem geplanten Parkourpark steht das erste Großprojekt, das das Dreieicher Jugendparlament (Jupa) vorangetrieben hat, kurz vor dem Abschluss. Vom 20. November bis 7. Dezember stellt die politische Jugendvertretung die Weichen für die dritte Legislaturperiode.

Dreieich – 3 787 Jugendliche zwischen zwölf und 20 Jahren sind dazu aufgerufen, die 19 neuen Mitglieder des dritten Dreieicher Jugendparlaments zu wählen (siehe Infokasten).

31 junge Leute stellen sich diesmal zur Wahl. Der Vorsitzende László Boroffka ist damit zufrieden: „Nachdem wir das letzte Mal nur 21 Kandidaten hatten, sind es jetzt wieder mehr geworden“, freut er sich. Ob das auch mit der gewachsenen Öffentlichkeitswahrnehmung durch das Parkourpark-Projekt zusammenhängt, das das Jugendparlament vorantreibt? Boroffka kann immerhin sagen: „Der Parkourpark verschlingt auf jeden Fall gerade am meisten Zeit bei unserer Arbeit.“ Aktuell haben die Jugendlichen rund 29 000 Euro an Spenden gesammelt. Den Grundstock legte ein Crowdfunding-Projekt der Volksbank. „Außerdem haben wir einige Sponsoren gefunden“, sagt Boroffka. Weitere Spenden seien willkommen. Sobald die 30 000 Euro erreicht sind, muss die Stadt ihr Versprechen wahr und die Geldbörse locker machen: Die Abmachung ist, dass sie noch einmal dieselbe Summe zum Projekt gibt.

Die Finanzierung der Anlage für den abwechslungsreichen Outdoorsport ist damit so gut wie gestemmt, aber die jungen Leute müssen sich derzeit mit einem anderen Problem auseinandersetzen. Gegen den bislang favorisierten Standort in der Maria-Hall-Anlage am Freibad gab es Proteste von Anwohnern: Sie fürchten Lärm, der zur Geräuschkulisse durch Freibad und Spielplatz noch hinzukommt (wir berichteten). Zusammen mit Anwohnern der Robert-Koch-Straße, der städtischen Kinder- und Jugendförderung sowie Vertretern der SPD führten die Jupa-Mitglieder ein Gespräch. Zuletzt habe man sich auch mit Vertretern des DLB zusammengesetzt sowie mit Bürgermeister Martin Burlon und anderen „Interessensgruppen“. Konkreter will Boroffka nicht werden, aber er verrät, dass bereits Alternativstandorte für den Parkourpark ausgemacht wurden. „Die gefallen uns sogar besser als das ursprünglich angepeilte Gelände am Freibad“, sagt er. Wenn das Geld zusammen und der Standort fix sei, könne man direkt mit der Ausschreibung beginnen. „Wir hoffen, dass der Parkourpark dann im Sommer oder Herbst nächsten Jahres fertig ist“, so Boroffka.

Dreieich: Umtriebiges Jugendparlament

Auch abgesehen von diesem Großvorhaben ist das Jugendparlament umtriebig – in seinen Arbeitsgruppen, in denen sich übrigens alle interessierten Jugendlichen einbringen können. Neben einer AG Öffentlichkeitsarbeit, die die Website pflegt, gibt es eine Event-AG. Das Jupa organisierte zuletzt Veranstaltungen wie einen Workshop-Tag und Filmabende, aber auch eine Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl 2018, zu der über 450 Jugendliche ins Bürgerhaus kamen. Nächstes Projekt ist ein Ausflug zum Landtag in Wiesbaden, sagt Boroffka. Außerdem gibt es eine AG zu Mobilität, zu Open-Space-Projekten und eine Gruppe, die eine „Locationmap“ in Dreieich vorantreiben will – eine interaktive Karte mit Freizeitangeboten.

Zwischendurch hat das Jupa noch durchgesetzt, dass seine Altersgrenze heraufgesetzt wird: Das aktive und passive Wahlrecht gilt nun für Jugendliche bis zum 21. Geburtstag statt bis zum 19. „Das war unser dritter Antrag“, rekapituliert Boroffka. Der Vorschlag war in den ersten Anläufen im Stadtparlament gescheitert. „Doch das hat uns allen gezeigt, dass es sich lohnt, hartnäckig zu bleiben“, betont der Vorsitzende. Der 20-Jährige könnte zwar noch mal kandidieren, will aber anderen das Feld überlassen. „Das Parkourprojekt will ich aber auf jeden Fall noch zu Ende begleiten.“

Als nächste Anliegen des Jupa nennt Boroffka das Antragsrecht im Stadtparlament. Momentan können die Jugendlichen den Gremien Vorschläge unterbreiten und haben Rederecht im Sozialausschuss. „Ich sehe da gute Chancen, Bürgermeister Burlon zeigt sich offen“, sagt Boroffka. Außerdem steht öffentliches kostenloses WLAN auf der Wunschliste. „Das ist das mit Abstand meistgeforderte Anliegen der Jugendlichen“, sagt Boroffka. Die Nachbarkommunen machen vor, dass es geht und zur Finanzierung gebe es Förderungen. „Aber bei uns in Dreieich scheitert es an der Umsetzung“, meint Boroffka.

VON JULIA RADGEN

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