Kommunalwahl

Junge Generation wächst nach

Die Grünen: Junge Generation wächst nach
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Die Grünen: Junge Generation wächst nach

Dreieich – Das Zauberwort heißt Nachhaltigkeit. Daran orientiert sich das Programm der Dreieicher Grünen für die Kommunalwahl am 14. März 2021.

Dreieich - Nach den Worten von Vorstandssprecherin Linda Hein basiert es auf den Säulen Ökologie, Soziales und Ökonomie. „Gesundes Klima, intakte Wirtschaftslage, für ein soziales Miteinander – das wird unser politisches Handeln prägen“, kündigt sie an. Sechs Teams haben unter diesen Gesichtspunkten an den knapp 30 Seiten starken Leitlinien gearbeitet, die gerade in der Endabstimmung sind. Hein: „Alle Mitglieder bekommen das Programm vorab und können Feedback geben. Die endgültige Version wird am 29. September in einer Videokonferenz von unseren Mitgliedern beschlossen.“

Neben der Klimapolitik und Politik für gesunde und gerechte Lebensbedingungen liegt der Fokus auf wirtschaftlichen und sozialen Themen. Die Partei hat besonders Familien und die Kinderbetreuung, Senioren und Jugendliche im Blick. „Der bedarfsgerechte Ausbau der Kinderbetreuung ist zentral und eine enorme finanzielle Herausforderung“, meint Fraktionsmitglied Astrid Paluch. Weiterhin stark machen wollen sich die Grünen für ein Antragsrecht des Jugendparlaments. Paluch: „Das stärkt demokratisches Denken. Zudem haben wir neue, sehr junge Leute mit Ambitionen in unseren Reihen, die beides pushen werden.“

Für Jugendliche wollen die Grünen einen neuen Treff mit offenen Angeboten. Beim Wohnungsbau – ob öffentlich oder privat – strebt die Partei eine Quote von mindestens 30 Prozent an geförderten Wohnungen an. Ebenfalls ambitioniert ist das Ziel, für ein gleichberechtigtes Neben- und Miteinander aller Verkehrsteilnehmer sorgen zu wollen.

Die Coronazeit zeige, wie verletzlich unsere Gesellschaft sei. „Nur Einsicht, Solidarität und Verantwortungsbewusstsein werden uns durch die Zeit der Pandemie tragen und künftig auch dabei helfen, den Klimaschutz in Dreieich voranzutreiben, denn: Wenn die Pandemie vorüber ist, bleibt die Klimakrise zu bewältigen – sie bedroht uns alle in vielfältiger Weise“, so Co-Sprecher Peter Süßmuth.

Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie und der Klimakrise werden die nächste Wahlperiode prägen – davon ist Fraktionssprecher Roland Kreyscher überzeugt. „Die städtischen Finanzen auszutarieren wird wohl ein Kraftakt, wie wir ihn noch nie hatten. Es scheint derzeit kaum möglich, trotz Finanzspritzen des Landes die wichtigsten sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Aufgaben zu bewältigen und dabei ohne Neuverschuldung auszukommen.“

Die kommenden Jahre sollten zudem konsequent genutzt werden, um die Digitalisierung voranzutreiben. Linda Hein: „Digitalisierung ist für uns kein Selbstzweck, sondern soll Verwaltungsprozesse und Bürgerdienste verbessern. Auch der örtliche Handel muss seine Angebote auf das Internet ausweiten und sich stärker vernetzen, um bestehen zu können. Wirtschaftsförderung und Citymanagement kommen dabei große Bedeutung zu.“

Wenn das Programm verabschiedet ist, steht am 31. Oktober die Wahl der Kandidatenliste an. Nicht mehr antreten wird Dr. Heidi Soboll. Die 75-Jährige führt mit Kreyscher die Fraktion, will aber kürzer treten. Generell zeichne sich in Teilen ein Generationenwechsel ab, denn es werden sich auch sehr junge Leute um vordere Plätze bewerben. Für den Spitzenplatz kandidiert Linda Hein. „Wir wollen die Zeit bis zum 31. Oktober noch nutzen, um weiter Leute für ein Mandat zu interessieren. Vor allem Frauen, die ihr privates oder ehrenamtliches Engagement in der Politik fortsetzen möchten, haben Chancen auf aussichtsreiche Listenplätze“, so Hein.

2016 kamen die Grünen auf 15,5 Prozent und wurden damit drittstärkste Kraft im Stadtparlament. fm

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