Buchschlager Bahnhof

Kein Kriminalitätsschwerpunkt

Mindestens sechs Fahrräder waren im Juni am Buchschlager Bahnhof demoliert worden.
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Mindestens sechs Fahrräder waren im Juni am Buchschlager Bahnhof demoliert worden.

Am Buchschlager Bahnhof wird es keine Videoüberwachung geben, um Vandalen abzuschrecken und beispielsweise die Zerstörung von Fahrrädern einzudämmen. Diese Mitteilung machte Bürgermeister Martin Burlon den Parlamentariern am Mittwochabend im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie. Die Polizei habe erklärt, dass die Grundvoraussetzung dafür nicht erfüllt sei.

Dreieich - In jüngster Zeit haben sich am Buchschlager Bahnhof mehrere Fälle von Vandalismus ereignet. Erst im Juni waren mindestens sechs Fahrräder schwer beschädigt und eine Bushaltestelle demoliert worden. „Ein Bahnhof ist auch so etwas wie die Visitenkarte einer Stadt. Dort sollte die Sicherheit nicht nur für Menschen gewährleistet sein. Aber dort passiert eigentlich immer was“, sagt Natascha Bingenheimer von der Fraktion Bürger für Dreieich (BfD), die im Ausschuss zwar Rederecht hat, aber nicht abstimmen darf. Es sei dringend notwendig, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Die BfD-Fraktion hatte deshalb einen Antrag formuliert. Demzufolge sollte die Stadt unter Einbezug der Deutschen Bahn AG und der Ordnungspolizei ein Konzept erarbeiten, um die Sicherheit zu erhöhen. Dabei sollte auch ausgelotet werden, ob Videokameras installiert werden können.

Letzteres wird wohl ein Wunschtraum bleiben. Der Magistrat hat vom Polizeipräsidium Südosthessen erfahren, dass der Buchschlager Bahnhof nicht als Kriminalitätsschwerpunkt gilt. Müsste er aber, um eine Videoüberwachung zu rechtfertigen. Die Polizei habe seit dem 1. Januar lediglich sechs Anzeigen wegen Vandalismus oder Diebstahls aufgenommen, berichtet Burlon. Die Anzahl der Vorfälle sei definitiv höher, „aber viele Sachbeschädigungen werden nicht angezeigt“.

Sachbeschädigung wird häufig nicht angezeigt

Der Bürgermeister verweist in der Diskussion darauf, dass die Stadt nicht untätig sei. Die Ordnungspolizei habe im Juni und Juli 17 mal tagsüber patrouilliert und Präsenz gezeigt. Burlon sichert zu, als nächsten Schritt das Thema Beleuchtung anzupacken. Zudem lasse sich durch die Ausdünnung von Hecken eine bessere Einsehbarkeit erzielen. Mit den Stimmen von SPD und Grünen wird der Antrag schließlich angenommen. (Von Frank Mahn)

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