„Ungewissheit macht verrückt“

Eltern aus Dreieich sammeln Spenden für Delfintherapie für ihren Sohn

Melis und Marco Felline aus Offenthal mit ihren Kindern Samuele (von links), Raffaele und Dilara. Sie wünschen sich eine Delfintherapie für Samuele – und sind dafür auf Spenden angewiesen.
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Melis und Marco Felline aus Offenthal mit ihren Kindern Samuele (von links), Raffaele und Dilara. Sie wünschen sich eine Delfintherapie für Samuele – und sind dafür auf Spenden angewiesen.

Eine Familie aus Dreieich sucht nach einer Hoffnung für ihren behinderten Sohn. Die Spendenorganisation MainLichtblick unterstützt sie dabei.

  • Samuele aus Dreieich ist gehörlos und geistig unterentwickelt
  • Eine Delfintherapie soll dem Jungen aus Dreieich helfen
  • Die Eltern sammeln Spenden, um ihrem Sohn die Therapie zu ermöglichen

Dreieich – Melis und Marco Felline (beide 25) haben nur einen Wunsch in diesen schweren Tagen: Sie wünschen sich, dass ihr kleiner behinderter Sohn Samuele sich gut entwickelt und alle Chancen bekommt, ein gesundes Leben zu führen. Sie setzen ihre Hoffnung in eine Delfintherapie: Der Umgang mit den Meeressäugern soll dem Jungen Fortschritte in seiner Entwicklung ermöglichen. Dafür sammelt die Familie Spenden. Mit MainLichtblick hat sie eine Spendenorganisation gefunden, die das Projekt unterstützt.

Dreieich: Schwangerschaft ohne Anzeichen von Problemen

Während Samuele friedlich auf dem Bauch auf einer Decke in der Offenthaler Wohnung liegt, wirbeln seine Zwillingsschwester Dilara und sein dreijähriger Bruder Raffaele um den Kleinen herum. Während Dilara schon an der Hand läuft, fröhlich vor sich hin brabbelt und ein sehr lebendiges Mädchen ist, hat Samuele auch mit 14 Monaten noch Schwierigkeiten, in der Welt anzukommen. 

„Ich hatte eine sehr schöne Zwillingsschwangerschaft“, erzählt Mutter Melis Felline, „es gab keine Anzeichen, dass es Probleme geben könnte.“ Zwar hatte der Erstgeborene Raffaele Probleme mit den Ohren und trägt heute Hörgeräte, aber: „Die Ärzte haben die Möglichkeit eines Gendefekts als klein erachtet“, berichtet Marco Felline.

Große Angst um Samuele in Dreieich

Als die Zwillinge auf die Welt kommen, steht die Frage aber plötzlich wieder im Raum: „Jetzt werden wir zum Gentest geschickt, denn auch Dilara hört schlecht. Samuele ist taubstumm und es hat ihn auch sonst schwer erwischt“, sagt der Familienvater.

Der jüngste Sohn ist auf dem Entwicklungsstand eines sechs Monate alten Babys. Seine Knochendichte ist zu niedrig, zum Schutz muss er einen Stabilisationsanzug tragen. Schon im vergangenen Sommer muss Samuele immer wieder wegen epileptischen Anfällen in die Kinderklinik. „Wir haben ein Notfallmedikament und wenn wir sehen, es kündigt sich ein solcher Anfall an, können wir es ihm geben. Aber wir haben natürlich jedes Mal große Angst um Samuele“, sagt Melis Felline.

Dreieich: Betreuung im Sozialpädiastrischen Zentrum

Der Junge hat im vergangenen Jahr in einer acht Stunden langen Operation ein sogenanntes Cochlea-Implantat in den Kopf gesetzt bekommen: Es ist eine Hörprothese für Gehörlose, deren Hörnerv noch funktionsfähig ist. Das Implantat soll ihm in Zukunft das Hören ermöglichen. Die Familie Felline wird eng vom Sozialpädiatrischen Zentrum in Offenbach betreut, das Eltern mit behinderten Kindern Beratung und Unterstützung bietet.

 „Trotzdem macht mich die Ungewissheit verrückt, ich würde gerne wissen, ob Samuele irgendwann laufen kann oder nicht, was er lernen wird und was nicht. Aber das lässt sich heute alles noch nicht sagen“, erzählt Marco Felline. Aber er sei ein ganz lieber Junge, ergänzt Mutter Melis, er brauche mehr Ruhe und Schlaf als die anderen beiden und genieße die Aufmerksamkeit der Mama sehr.

Teurer Flug von Dreieich in die Türkei

Auf die Delfintherapie ist Marco Felline via Youtube gestoßen. Auf der Videoplattform gebe es viele Beispiele der Begegnungen zwischen den sensiblen Tieren und behinderten Kindern, die erstaunliche Entwicklungsschritte zur Folge hatten. „Ich habe viele Berichte von Eltern gelesen, ich weiß, es gibt keine wissenschaftlichen Untersuchungen oder Erfolgsgarantien. Aber wir würden es gerne versuchen“, sagt Felline. 

Die Therapie in der Türkei ist teuer: zehn Tage kosten für Samuele und eine Begleitperson rund 5 500 Euro, würde die ganze Familie mitfliegen und auch die beiden anderen Kinder könnten von den Delfinen profitieren, kostet es knapp über 9 000 Euro. Geld, was die Familie nicht übrig hat. Melis Felline ist Küchenhilfe in einem Altenwohnheim und derzeit im Mutterschutz und Marco Felline hat sein Soziales Jahr abgebrochen, weil seine Frau mit den drei Kindern alleine den Alltag nicht bewältigen konnte. „Wenn Raffaele im Sommer in den Kindergarten kommt, geht es auch für mich beruflich weiter“, sagt der Vater. 

Dreieich: Spenden für den Herzenswunsch 

Die Familie Felline freut sich über jede Unterstützung. Spenden können an MainLichtblick e.V. bei der Frankfurter Sparkasse IBAN DE34 5005 0201 0200 6809 86 (Stichwort Samuele) eingezahlt werden. Der gemeinnützige und eingetragene Verein Main Lichtblick aus Frankfurt, der in ganz Rhein-Main aktiv ist, erfüllt kranken Kinder Herzenswünsche. Er will ihnen so Freude und neuen Lebensmut schenken.

VON NICOLE JOST

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