Kinderbetreuung

Zwölf neue Azubis gewonnen: Stadt profitiert von spezieller Ausbildung an den Fachschulen

Laut der Bertelsmann-Stiftung herrscht in deutsches Kitas ein folgenschwerer Personalmangel. Denn fehlen Erzieherinnen, können Kinder nicht mehr individuell gefördert werden. Foto: Friso Gentsch/dpa
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In Dreieich gibt es nun zwölf neue Azubis für Kindertagesstätten. (Symbolbild)

Für die Kindertagesstätten konnte die Stadt zwölf neue Auszubildende gewinnen, nachdem es im vergangenen Jahr lediglich zwei gegeben hat.

Dreieich - Insgesamt sind damit 26 Auszubildende im Erziehungsdienst der städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen tätig. Die gute Bilanz 2020 ist vor allem dem neuen PivA-Ausbildungsgang an den Fachschulen zu verdanken. PivA steht für praxisintegrierte vergütete Ausbildung. Die Teilnehmer sind während ihrer Ausbildung sozialversicherungspflichtig beschäftigt und erhalten ein Entgelt mindestens in der Höhe wie im Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (besonderer Teil Pflege) definiert. Praxis- und Theorieteile werden während der Ausbildung miteinander verschränkt.

Die Praxisanteile des Anerkennungsjahres fließen in die drei Jahre Ausbildung ein. Aus diesem Grund entfällt das Jahr, um die staatliche Berufsanerkennung zu erhalten. Hessenweit werden mit PivA kurzfristig jeweils 600 Ausbildungsplätze in zwei Durchgängen (2020 bis 2023 und 2021 bis 2024) geschaffen. Zum Teil werden die Plätze seitens des Landes gefördert; eine Fortsetzung ist nach Ablauf der beiden Durchgänge nicht geplant. Von acht gestellten Förderanträgen wurden für Dreieich sechs Anträge genehmigt.

Neben PivA bietet die Stadt als Arbeitgeber im Verbund mit den Fachschulen eine zweite attraktive Ausbildungsalternative an: die Ausbildung in Teilzeit. Dabei werden in der Regel zwei Praxistage und drei Schultage pro Woche analog des Modells eines dualen Studiums finanziert. „Zielgruppe sind Berufsinteressierte, die bereits eine abgeschlossene berufliche Qualifikation und Vorerfahrung im Umgang mit Menschen haben. Die Entscheidung über den Erhalt eines Ausbildungsplatzes liegt bei den Fachschulen. Unter dem finanziellen Aspekt betrachtet ist auch das ein richtig gutes Angebot“, meint Anne Stein, Ressortleitung der Dreieicher Kinderbetreuung.

„Wichtig ist, dass auf Bundes- und Landesebene erkannt wurde, dass bei der Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher etwas passieren muss, um Menschen für diesen beruflichen Weg zu begeistern“, so Bürgermeister Martin Burlon. Fünf Jahre dauert normalerweise die Ausbildung nach Abschluss der Realschule, und lediglich im letzten Ausbildungsjahr, dem sogenannten Anerkennungsjahr, erfolgt eine reguläre Vergütung. Das sei für viele junge Menschen nach dem Schulabschluss aber keine attraktive Perspektive. „Daher bieten wir in Dreieich Alternativen, um auch langfristig Personal für unsere Kindertagesstätten zu binden“, meint Bürgermeister Burlon.  hok

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