Modellphase startet:

Eigenes Gemüse ist der erste Schritt

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Ihr Hochbeet mit Gemüse macht den Umweltschutz für die Kinder der Kita Gravenbruchstraße erlebbar. Ihr Maskottchen ist die Mopsfledermaus, die vom Aussterben bedroht ist.

Dreieich - Umweltbewusstsein und nachhaltiges Handeln lernen am besten schon die Kleinsten.

Mehrere Dreieicher Kindertagesstätten haben sich genau darauf spezialisiert: mit selbst angebautem Gemüse und natürlich belassenen Gärten lernen die Kinder von klein auf, was sie selbst zum Klima- und Umweltschutz beitragen können. Vor gut einem Jahr begannen die Vorbereitungen für das Projekt „Kinder für die Zukunft“. An dessen Ende wird stehen, dass die Dreieicher Betreuungseinrichtungen das Gütesiegel „Kinder für die Zukunft – Nachhaltigkeit in Dreieich“ erhalten.

Zum Start des Vorhabens besuchte Bürgermeister Dieter Zimmer die Kita Gravenbruchstraße, in der die Kinder mit den Erzieherinnen ein Hochbeet angelegt haben. Kindergärten seien Orte frühkindlicher Bildung, in denen Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz eine große Rolle spielen, so Zimmer. Mit diesem Projekt werden die Kitas darin unterstützt, den schonenden Umgang mit Ressourcen und Energie zu thematisieren. Auf diese Art und Weise würde ein Grundstein für einen verantwortungsbewussten Umgang mit den Ressourcen gelegt. „Getreu dem Sprichwort: ,Was Hänschen nicht lern, lernt Hans nimmermehr’ wollen wir dabei helfen, dass nachhaltiges, ressourcenschonendes und somit umweltverträgliches und -gerechtes Verhalten schon bei den Jüngsten zu einer Selbstverständlichkeit wird“, betonte Zimmer. Die Themen sollen in den Kitaalltag der Mädchen und Jungen eingegliedert werden. Auf kindgerechte Weise erarbeiten die Erzieher dann das Thema Klimaschutz mit den Dreikäsehochs. Die Mädchen und Jungen lernten schnell, dass ihr Handeln Wirkung entfaltet.

Vorreiterin auf diesem Gebiet ist die Kita am Zeisigweg. Dort setzt man sich mit dem Thema bereits seit Jahren auseinander. Der hohe persönliche Einsatz aller in der Kita Arbeitenden zeige sich etwa darin, dass das Außengelände naturnah gestaltet sei, lobte der Bürgermeister. Ihren Gemüsegarten bewirtschaften die Mädchen und Jungen der Kita selbst und helfen dabei, die Erzeugnisse zu verarbeiten. Neben dem, was im Garten wächst, verarbeitet die Küchenkraft regionales Gemüse. Bei den Materialien zum Spielen und Basteln wird zudem viel wiederverwertet oder gar nicht erst gekauft.

Die Bereitschaft, bei der Aktion mitzumachen, sei bei den Kindern sehr groß, wie die Kitaleitungen berichten. Der Nachwuchs verstehe die Abläufe besser und sehe die Aktion mit dem sperrigen Begriff „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ als etwas Alltägliches, das auch noch Spaß macht. Randi Broisch, Leiterin der Kita am Zeisigweg, war eine der ersten, die vor gut zwei Jahren die damalige Klimaschutzmanagerin der Stadt, Annika Jung, kontaktierte und ihre Zusammenarbeit anbot. Damals wurde die Idee des Dreieicher Gütesiegels geboren. Zunächst gründeten sie eine Vorbereitungsgruppe, an der neben Broisch und Jung auch Jacqueline Blei, Leiterin der Kita Am Wilhelmshof, Angela Schiffmann, Leiterin der Kita Nahrgangstraße, und die Fachberatung der Stadt, Barbara Maurer, teilnahmen. Die Gruppe entwickelte eine Checkliste mit Punkten, bei denen bereits nachhaltig gearbeitet wird, und notierten, wo es noch nachhaltiger zugehen könnte. Dabei achteten sie besonders auf Faktoren wie Ernährung und Gesundheit, Bildung im Bereich Umweltschutz, Verbrauchsmaterialien, Hygiene, Mobilität, Energie und Ressourcen sowie Schadstoffe. Der Gruppe war schnell klar, dass die Fachkräfte vorbereitend und begleitend durch Fortbildungen unterstützt werden sollten, um sie in die Thematik einzuführen und praktische Tipps zu erhalten. So wurde ein Fortbildungskonzept ausgearbeitet, ergänzt durch regelmäßige Treffen, bei denen die Teilnehmer Erfahrungen austauschten und das Konzept weiterentwickelten.

Am Projekt nehmen jetzt zehn Kindertagesstätten teil, aus denen sich 20 Fachkräfte seit März qualifizieren. Als Zeichen für die Teilnahme am Projekt bekamen sie auch das Maskottchen: eine Mopsfledermaus. Sie ist in Hessen beheimatet und vom Aussterben bedroht. Bis Juni des kommenden Jahres haben die Einrichtungen Zeit, unterschiedliche Projekte zum Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit auszuprobieren. In einem Jahr dann werden die Kitas, die 80 Prozent der geforderten Kriterien erfüllen, zertifiziert. (es)

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