Sonderschichten in den Ferien

Wegen der hohen Spendenbereitschaft bleibt das Klamottenforum in Dreieich zwei Wochen geöffnet

Weil die Dreieicher viel gespendet haben, bleibt das Klamottenforum ausnahmsweise in den ersten beiden Ferienwochen geöffnet. Michael Kimmel, Elsbeth Backes und das Team haben reichlich Sommerware im Angebot.
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Weil die Dreieicher viel gespendet haben, bleibt das Klamottenforum ausnahmsweise in den ersten beiden Ferienwochen geöffnet. Michael Kimmel, Elsbeth Backes und das Team haben reichlich Sommerware im Angebot.

Normalerweise schließt das Klamottenforum im Sprendlinger Norden während der Sommerferien. Doch in diesem Jahr ist alles anders – die Corona-Pandemie hat auch hier Auswirkungen.

Dreieich - So bleibt die Einrichtung des Vereins Forum Sprendlingen Nord im Berliner Ring 13-15 in den ersten beiden Ferienwochen für den Verkauf weiter geöffnet.

Die Entscheidung des Teams hat gleich in mehrfacher Hinsicht mit Corona zu tun. So musste die Einrichtung ab März ebenfalls geschlossen bleiben und hat sich danach auch erst einmal Zeit gelassen. „Zu unserem Team gehören viele ältere Helfer aus der Risikogruppe. Wir wollten sie keiner Gefahr aussetzen“, berichtet Michael Kimmel, der beim Forum Sprendlingen Nord für das Klamottenforum zuständig ist. Zudem mussten die Räume nach der langen Pause erst einmal für die Sommermode hergerichtet werden. Dabei durften natürlich nur wenige Helfer in die Räume, Los ging es dann mit dem Verkauf wieder Anfang Juni.

„Der Lockdown führte dazu, dass viele Leute zu Hause ihre Schränke ausgemistet haben. Davon haben wir profitiert“, so Kimmel. Denn: Es gab eine regelrechte Flut an Spenden. Das Klamottenforum hat also noch genug Sommerware im Angebot, die ja nicht in den Regalen lieben bleiben soll. Zudem geht das Team davon aus, dass in diesem Jahre viele Dreieicher nicht wie gewohnt in den Sommerurlaub fahren, sondern daheim bleiben. Und da bietet sich auch ein Besuch des Klamottenforums an.

Kimmel freut sich, dass die Einrichtung weiter einen großen Zuspruch erfährt. Es gibt einen richtigen Kreis von Stammkunden, die regelmäßig im Berliner Ring 13-15 vorbeischauen. „Manchmal werden wir richtig überlaufen. Am Montag kamen auf einen Schlag 20 Besucher.“ Natürlich gibt es in Zeiten von Corona einige Einschränkungen. Direkt nach der Wiedereröffnung waren nur drei Leute in den Räumen zugelassen. Aktuell sind es bis zu acht. Die anderen Interessierten müssen im Innenhof warten, bis jemand das Klamottenforum verlassen hat. „Das klappt hervorragend“, sagt Kimmel.

Das Team besteht momentan aus 15 Frauen. Zu ihren Aufgaben gehört es auch, die angenommene Ware zu sortieren. Eine Helferin kümmert sich beispielsweise um das Geschirr, andere um die Frauen- und Männerkleidung, Schuhe, Krawatten, Gürtel, Bettwäsche oder Gardinen. „Wir nehmen alles an – bis auf Unterwäsche, das ist zu unhygienisch“, sagt Kimmel.

Unter der ausrangierten Garderobe findet sich auch viel hochwertige Ware. „Da bin ich selbst überrascht“, so Kimmel. Doch es gibt auch Kleidung, die sich in keinem guten Zustand mehr befindet. Auch dafür findet sich eine Verwendung. Ein Altkleiderhändler nimmt diese entgegen und verarbeitet sie beispielsweise zu Putzlappen. Das kommt dem Klamottenforum ebenfalls zugute. Denn mit dem Verkaufserlös der Einrichtung finanziert das Forum Sprendlingen Nord Projekte wie die Hausaufgabenbetreuung.

Andere Hilfsorganisationen profitieren ebenfalls. Da das Klamottenforums angesichts der Flut der Spenden nicht alles verkaufen kann, werden Waren an die Neu-Isenburger Hilfsaktion „...täglich Brot für Beregovo“ für die West-Ukraine sowie für eine Altkleidersammlung einer evangelischen Kirche in Dudenhofen weitergegeben. „Ich habe einen Anhänger schon vollgepackt“, erzählt Kimmel.

Über die anstehende Herbst- und Wintersaison muss sich das Team ebenfalls keine Sorgen machen. „Wir haben bereits zehn Kisten mit Wintermode, die wir auch während des Lockdowns bekommen haben“, sagt er. Und diese kommt dann im September und Oktober in die Regale.

Die Warenannahme bleibt die gesamten Sommerferien vom 6. Juli bis 15. August geschlossen. Für den Verkauf bleiben die Räume in ersten beiden Wochen vom 6. bis zum 18. Juli zu den gewohnten Zeiten geöffnet. Diese sind montags von 15 bis 17 Uhr, donnerstags von 11.30 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 12 Uhr. (Von Holger Klemm)

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