Vielversprechende Premiere

Stadt Dreieich kombiniert Neujahrskonzert mit Empfang – und landet Volltreffer

+
Auch Gäste aus der Nachbarstadt mischten sich unters Publikum. Bürgermeister Martin Burlon (rechts) und seine Frau Viola Nimmerrichter begrüßten Langens Rathauschef Frieder Gebhardt und dessen Frau Anne.

Die Besucher des Neujahrskonzerts sind jetzt bestens im Bilde, wie viel musikalisches Potenzial in der Stadt steckt. Freunde klassischer Klänge kommen ebenso auf ihre Kosten wie Liebhaber von Blasmusik, Chorgesang und Folk.

Dreieich – Die Resonanz ist überbordend, der Jubel im Bürgerhaus groß und der Applaus will beim großen Finale kaum enden.

Erstmals hat die Stadt die Konzeption für das Konzert übernommen und feiert gleichzeitig mit einem eigenen Neujahrsempfang Premiere: Bürgermeister Martin Burlon und Stadtverordnetenvorsteherin Bettina Schmitt lassen das Jahr 2019 kurzweilig Revue passieren. Mit Bildern unterlegt, erinnern sie an Höhepunkte 2019: die Verleihung des Hessischen Museumspreises ans Dreieich-Museum, die Verabschiedung des langjährigen Rathauschefs Dieter Zimmer, die Eröffnung des Platzes der Generationen, die „Heimkehr“ des Thoraschrein-Vorhangs, die 100-Jahr-Feiern von Odenwaldklub Sprendlingen und Musikverein Offenthal, den Baubeginn der Neuen Mitte oder die Entwicklung der Fläche an der Hainer Chaussee für sozialen Wohnungsbau. Burlon und Schmitt bedanken sich für den großen Zusammenhalt der Dreieicher nach dem verheerenden Sturm im August, freuen sich über das Ende des Schutzschirmvertrags mit dem Land Hessen und rufen die HR-Sendung „Herrliches Hessen“ in Erinnerung.

Der Bürgermeister wagt auch einen Blick in die Zukunft: Die alte Ortsmitte in Offenthal wird endlich umgebaut: „Nachdem wir zuletzt Pech mit der Ausschreibung hatten, so viel vorab: Diesmal sieht es besser aus!“, kündigt Burlon an. Anstehende Aufgaben sind zudem die Schaffung von noch mehr Kitaplätzen und die Sanierung der August-Bebel-Straße. „Hier heißt es noch Daumen drücken für die Ausschreibung“, sagt der Verwaltungschef.

Dann wird’s musikalisch. Die inhaltliche Konzeption des Konzerts liegt erstmals allein in den Händen von Bürgerhaus und Musikschule. Benjamin Halberstadt und Martin Winkler haben bei der Auswahl der Künstler ein geniales Händchen bewiesen und präsentieren im proppevollen Saal auch Künstler, die der breiten Öffentlichkeit noch nicht bekannt waren.

Der Dreieicher Heiko Grauel, die Stimme der Deutschen Bahn, die künftig an weit mehr als 5 000 deutschen Bahnhöfen zu hören ist, warnt mit markantem Tonfall aus dem Off vor: Das wird kein gemütlicher, getragener Nachmittag.

Mit Folk vom Feinsten eroberten Jule Heidmann (rechts) und Paula Stenger die Herzen der Besucher.

Der Auftakt ist mit Blasmusik noch traditionell. Das Blasorchester Dreieich und der Musikverein Offenthal haben sich für den Auftritt zusammengetan und starten schwungvoll ins Konzert. Mit Sylvie Schnock, begleitet von Stefan Hohgraefe an der Gitarre, folgt gleich die erste Überraschung: Die Lehrerin der Weibelfeldschule bezaubert mit zwei selbst geschriebenen französischen Titeln, die, wie Moderator Martin Winkler verrät, bereits dem französischen Superstar Patricia Kaas aufgefallen sind. Eine Premiere vor großem Publikum feiert Yassine Laqlichi. Das Talent des 19-jährigen Schülers einer Intea-Klasse an der Max-Eyth-Schule ist Martin Winkler aufgefallen. Seine Interpretation von Franz Schuberts „An die Musik“ verursacht Gänsehaut. Dass Klavierspiel nicht nur bewegend, sondern sehr bewegt sein kann, beweisen Klaus Cutik, Leonid Dorfman, Dong Rong Zheng-Halir und Jaepyo Jeong: Achthändig spielen sie zwei Titel und der ganze Körpereinsatz von Leonid Dorfmann wird mit einem Extra-Applaus belohnt.

Eigens für den Anlass haben sich auch zwei große Chöre zusammengeschlossen. D’aChor, geleitet von Martin Winkler, und der Ricarda-Huch Chor unter Christoph Siebert singen „Sally Gardens“ und – besonders schön – „Trees“ von Eriks Esenvalds. Dass die Sänger über den Saal verteilt sind, schafft eine ganz besondere Atmosphäre.

Faszination Querflöte: Ronja Macholdt, begleitet von Klaus Cutik, bewies eindrucksvoll ihr Können.

Für Folk vom Feinsten steht das Duo Romie. Jule Heidmann und Paula Stenger motivieren die Besucher zum Mitschnippen und spätestens beim Janis-Joplin-Klassiker „Me an Bobby Mc Gee“ haben die Dreieicher das Duo ins Herz geschlossen. Danach wird’s noch mal klassisch: Ronja Macholdt, Studentin der Universität der Künste in Berlin und Stipendiatin des Vereins hochbegabter Künstler, spielt, begleitet von Klaus Cutik am Klavier, die ganze Faszination der Querflöte aus.

Nachdem das Blasorchester mit „Tage wie diese“ und dem Graf-Zeppelin-Marsch das Programm beschließt, sind sich alle einig: Solch ein Neujahrskonzert hat es in Dreieich noch nicht gegeben.

VON NICOLE JOST

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare