Literatur

Todkranken Kindern eine Freude schenken: Dreieicher Autor unterstützt Hospiz

Autor Joschi von Sárközy
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Der in Dreieichenhain lebende Joschi von Sárközy will vor allem Kinder und Jugendliche in Hospizen mit seinem Buch zum Lachen bringen.

Mit seinem Buchprojekt unterstützt der Dreieicher Autor Joschi von Sárközy das Hospiz „Kleine Helden“ in Michelsrombach im Kreis Fulda.

Dreieich – Herr Amadeus ist ein netter älterer Herr. Er lebt in einem Häuschen am Stadtrand. Mit ihm genießen dort auch ein paar besondere Tiere ihr Leben: Die Katze „Katze“, die so heißt, weil sie sich keinen Namen geben lässt, der Hund „Rollo“, weil er sich immer so bequem zusammenrollt, das Huhn Gertrud, das immer alles besser weiß und sehr vorlaut ist, und der Fuchs Otto, dem es bei Herrn Amadeus so gut gefallen hat, dass er es sich gleich unter der Treppe gemütlich gemacht hat und bleibt.

Herr Amadeus kann mit seinen Tieren sprechen – niemand sonst ist dazu in der Lage, außer den beiden netten Nachbarskindern Emma und Anton. Das ist der sympathische Plot des Kinderbuchs „Herr Amadeus und die schrecklich schönen Tage“. Der Dreieichenhainer Autor und Humorist Joschi von Sárközy nimmt die Leser mit durch eine abwechslungsreiche Woche von Herrn Amadeus, dem jeden Tag aufs Neue etwas Lustiges, Tollpatschiges oder Spannendes passiert.

„Möchte der Gesellschaft etwas zurückgeben“

Das Kinderbuch, das am 20. November im Münchner Verlag „Smart & Nett“ erscheint, hat einen besonderen Hintergrund: „Natürlich können alle Kinder und auch Erwachsene, die Lust haben zu lachen, das Buch lesen oder sich vorlesen lassen. Eigentlich habe ich es aber für Kinder und Jugendliche in Hospizen geschrieben“, erläutert der Autor, der bereits mehrere Bücher – aber eher Satire-Geschichten für Erwachsene – geschrieben hat. Der ausgebildete Musiker, Sprecher und Physiotherapeut hat viele Jahre in Regensburg in der Kinder-Onkologiestation Bücher vorgelesen. „Das hört sich so schwer und traurig an, ist es aber letztlich gar nicht. Denn es geht darum, den Kindern eine schöne Zeit zu machen. Sie wollen lachen, wo kein Lachen mehr möglich scheint. Sie wollen im Moment leben, Kinder sind frei, sie sind auch frei davon, was als Nächstes kommt“, hat er die Erfahrung gemacht, dass er für sich in diesen Momenten viel zurückbekommt.

Das Thema hat Joschi von Sárközy in der Vergangenheit so berührt, dass er sich auch nach seinem Umzug 2007 von Bayern nach Hessen einen Platz für sein Ehrenamt gesucht hat. Seitdem ist er dem Kinderhospiz „Kleine Helden“ in Michelsrombach (Kreis Fulda) verbunden, dessen Vereinsvorsitzender er seit diesem Jahr auch ist. „Da habe ich erst gesehen, wie schwierig diese Arbeit ist, diese so wichtigen Orte zu finanzieren. Es ist mir einfach ein Anliegen, das Thema Kinder, Krankheiten und Tod in die Öffentlichkeit zu bekommen. Es ist ja ein totales Tabuthema. Die Eltern, die es betrifft, haben dafür keine Kraft. Sie haben genug mit sich selbst zu tun.“ Seine Motivation sind die eigenen drei Kinder, die glücklicherweise gesund und inzwischen erwachsen sind. „Wir haben ein privilegiertes Leben, ich möchte der Gesellschaft etwas zurückgeben“, betont der Dreieichenhainer.

Am 20. November erscheint „Herr Amadeus und die schrecklich schönen Tage“.

Jeder Verkauf unterstützt das Kinder- und Jugendhospiz „Kleine Helden“

Das Kinderbuch soll also das Medium sein, die „Kleinen Helden“ bekannter zu machen. Er möchte den Blick auf die oft lebensverkürzend kranken Kinder und ihre Familien lenken. Sie stehen meist alleine mit ihren Problemen. „Es gibt bereits Lektüre zum Vorlesen in Hospizen“, weiß von Sárközy, „aber sie behandeln das Thema Tod und was kommt danach. Ich wollte etwas schreiben, was einfach nur lustig ist und Spaß macht“, erklärt der Autor. Ein 14-jähriger Junge hat einmal zu ihm gesagt: „Ich will nicht wissen, wie es da drüben aussieht und was mich erwartet. Ich will jetzt und hier eine schöne Zeit haben.“ Das hat sich von Sárközy zu Herzen genommen und Herrn Amadeus erfunden.

Tatsächlich waren es dann Wolfgang Amadeus Mozart und seine Melodien, die ihn zum Schreiben inspiriert haben. Schon seit 2016 ist das Werk fertig – die Buchverlage wollten nicht so recht in Druck gehen. Als der Autor den Münchner Partner gefunden hat, ist klar, dass Herr Amadeus und seine lustigen tierischen Freunde endlich veröffentlicht werden. Zu dem hübsch illustrierten Buch wird es ein Hörbuch geben, ein Lied ist mit Musikerkollegen schon entstanden. Mit jedem verkauften Buch, Hörbuch und Titelsong wird das Kinder- und Jugendhospiz „Kleine Helden“ finanziell unterstützt. „Ich freue mich jetzt schon darauf“, sagt von Sárközy. Er hofft, dass er mit dem Buch auch auf Lesereise in der Region und darüber hinaus gehen kann. Damit Herr Amadeus und die Kleinen Helden noch bekannter werden. Das Buch wird im Buchhandel und auf allen bekannten Online-Plattformen erscheinen. (Nicole Jost)

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