E-Mobilität 

Unterricht am Puls der Zeit

Um sich vor Lichtbögen und Funken zu schützen, müssen die Schüler in Dreieich beim Umgang mit E-Autos Visiere und Schutzhandschuhe tragen. 
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Um sich vor Lichtbögen und Funken zu schützen, müssen die Schüler in Dreieich beim Umgang mit E-Autos Visiere und Schutzhandschuhe tragen. 

Der Kreis Offenbach hat dem Ausbildungsbereich für die Kfz-Mechatroniker an der Max-Eyth-Schule in Dreieich einen Renault Zoe zur Verfügung gestellt. 

Dreieich - Noch ist die Anschaffung eines Elektroautos eine vergleichsweise teure Angelegenheit. Um den Absatz anzukurbeln, hat das Bundeskabinett vor Kurzem eine Erhöhung der Kaufprämie und eine verlängerte Laufzeit für den Zuschuss bis 2025 beschlossen. Zudem soll der Ausbau von Ladestationen vorangetrieben werden.

Trotz hoher Anschaffungskosten sind immer mehr Leute bereit, auf E-Mobilität zu setzen. Die Zahl der zugelassenen Elektro- und Hybridfahrzeuge im Kreis Offenbach ist von 2 317 im Jahr 2018 um knapp 50 Prozent auf 3 471 (Stand 11. November 2019) gestiegen. Die Technik unterscheidet sich stark von Diesel- und Benzinmotoren und bringt somit neue Herausforderungen für all jene mit sich, die die Fahrzeuge warten und reparieren müssen. Der Kreis hat dem Ausbildungsbereich für die Kfz-Mechatroniker an der Max-Eyth-Schule deshalb einen Renault Zoe zur Verfügung gestellt. Über die Arbeit mit dem Stromer hat sich Landrat Oliver Quilling jetzt von Schulleiter Wolf-Dieter Gäbert und Ausbildern informieren lassen.

Dreieich: Kreis Offenbach stellt Renault Zoe zur Verfügung 

„Die Elektromobilität ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu mehr Klimaschutz und wird künftig weiter an Bedeutung gewinnen. Um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erfüllen, werden bis 2030 weit über sieben Millionen Elektroautos in Deutschland unterwegs sein müssen“, sagt Quilling. Damit dies gelingen kann, muss die Infrastruktur geschaffen werden. Neben einem engmaschigen Netz an Ladesäulen braucht es geschultes Personal in den Werkstätten, das mit den komplexen Elektromotoren und verbauten Batterien vertraut ist. Dazu leiste der Kreis einen Beitrag, so der Landrat.

An der Dreieicher Max-Eyth-Schule werden aktuell im Fachbereich Kraftfahrzeugtechnik der Teilzeitberufsschule 163 Schüler in acht Klassen zum Mechatroniker ausgebildet. Der Renault Zoe ergänzt als erstes Elektroauto den Fuhrpark der Schule, an dem in der Werkstatt praxisnah unterrichtet wird. Es kommt für die Auszubildenden unter anderem bei den Themen Hochvolttechnik, Unfallschutz und Messtechniken zum Einsatz. Darüber hinaus lernen sie am Zoe, wie sie Elektroautos spannungslos schalten und wie sein Lithium-Ionen-Akku aufgebaut ist. Um sich vor Lichtbögen und Funken zu schützen, müssen die Schüler beim Umgang mit E-Autos Visiere und Schutzhandschuhe tragen. An Elektro-Fahrzeugen wird mit Spannungen von 400 bis 800 Volt gearbeitet.

„Das Fahrzeug ist eine große Bereicherung für uns“, sagt Schulleiter Wolf-Dieter Gäbert. „Für eine umfassende Ausbildung ist es wichtig, Trends frühzeitig zu erkennen und entsprechend in den Unterricht einfließen zu lassen. Auf diese Weise sind die Schüler am Ende optimal auf die sich – vor allem in diesem Fachbereich – ständig weiterentwickelnde Arbeitswelt vorbereitet.“

Immer mehr E-Autos im Kreis Offenbach 

Die Kosten für die Anschaffung des Fahrzeugs betrugen 23 000 Euro. Eine Hälfte davon stammt aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, die andere finanziert der Kreis aus dem Schulbudget. Gut angelegtes Geld und eine Investition in die Zukunft, meint Quilling. „Auch die Bürger im Kreis Offenbach entscheiden sich schließlich immer öfter bewusst gegen einen Diesel oder Benziner und für ein emissionsärmeres Elektromodell. Da ist es nur konsequent, wenn wir auch an unseren Berufsschulen auf dem neuesten Stand der Technik ausbilden.“

In Sachen E-Mobilität geht der Kreis selbst mit gutem Beispiel voran: Sechs Elektro- und Hybridfahrzeuge gehören mittlerweile zum Fuhrpark der Verwaltung; darunter der Dienstwagen des Landrats, ein 7er BMW. Zudem hat die Maingau Energie GmbH den Beschäftigten ein weiteres E-Auto als Dienstwagen überlassen.

Die Maingau ist es auch, die dafür sorgt, dass der Zoe an der Max-Eyth-Schule immer genügend Strom hat. Im nahen HLL-Parkhaus hat das Unternehmen zwei neue öffentliche Ladepunkte installiert, die auch von den Besuchern des Parkhauses genutzt werden können.  fm

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