Grüne wollen Kombi-Lösung

Dreieich: Lebendige Ortsmitte erhalten - Nahversorger für Offenthal

Die Nahversorgung in Dreieich Offenthal ist schon länger ein Sorgenkind.

SPD- und die CDU-Fraktion wollen in der Stadtverordnetenversammlung am Dienstag (siehe obige Meldung) einen Antrag zur Erschließung eines Baugebietes für eine Nahversorgung am Ortsrand, nördlich der Straße Im Stadtgäßchen, einbringen. Die Sozial- und Christdemokraten sorgen sich, dass Offenthal zukünftig ohne Nahversorger dasteht, wenn Rewe den Markt in der Borngartenstraße aufgibt, und wollen rechtzeitig eine Alternative schaffen. Dagegen regt sich nun Widerstand von den Grünen.

„Alle Nahversorger wollen am liebsten raus an den Ortsrand auf die grüne Wiese, um ein größeres und vielfältigeres Sortiment anbieten zu können“, so die Dreieicher Grünen. Das sei sicher eine schnelle und einfache Lösung für den Nahversorger, aber keine gute für Offenthal. „Das kann nur die letzte aller Alternativen sein”, meint Patrick Xylander, Grünen-Vertreter im Ausschuss für Stadtentwicklung, der auch die Maßnahmen zur Neugestaltung der Ortsmitte begleitete.

Findet der Antrag von CDU und SPD eine Mehrheit, werde Offenthal an Lebens- und Aufenthaltsqualität verlieren, glauben die Dreieicher Grünen. Das Konzept, den Nahversorger an den Ortsrand zu verlegen, sei eine Stadtplanung aus den 70ern. „Es verfolgt nicht das Ziel, ein Ortszentrum familienfreundlich und lebendig zu gestalten, sondern wird voraussichtlich den Einzelhandel in der Borngartenstraße verschwinden lassen.“ Fraktionssprecherin Heidi Soboll betont: „Außerdem benachteiligt es die Offenthaler ohne Auto und widerspricht dem städtischen Einzelhandelskonzept zur Belebung der Ortsmitte. Am Ende hat Offenthal nur noch den Nahversorger am Ortsrand – einkaufen wird autogerecht.“ Die Grünen halten daher eine Festlegung auf den Ortsrand für verfrüht und wollen nichts unversucht lassen, um eine mögliche Lösung für den Innerortsbereich zu finden – auch im Hinblick auf die Aufwertung des alten Ortskerns für fast eine Millionen Euro.

Deshalb bringen die Grünen einen Änderungsantrag ein, der den Magistrat zur Prüfung beauftragt, ob eine Kombi-Lösung entwickelt werden kann, die Wohnen, Nahversorger und Handel am bisherigen Standort vereint. „Da dringend Wohnraum benötigt wird und weitere Grünflächen nicht versiegelt werden sollen, sollte das Areal in der Borngartenstraße neu gedacht werden, damit am Ende alle etwas davon haben“, sagt Xylander.

Solch eine Kombi-Lösung würde das Wohnumfeld in Offenthal aufwerten, mein die Fraktion, entsprechende Konzepte seien von den einschlägigen Nahversorger schon erprobt worden. Die Grünen schlagen deshalb vor, den Antrag von CDU und SPD zurückzustellen mit dem Ziel, den Magistrat zu beauftragen nochmals auf die Eigentümer und Nahversorger zuzugehen und einen städtebaulichen Entwicklungsprozess für eine Kombi-Lösung in der Borngartenstraße anzustoßen. „Hierzu bedarf es sicher vieler Anstrengungen aller Beteiligten und es besteht das Risiko, dass zeitweise kein Nahversorger in Offenthal ist. Jedoch besteht die große Chance, dass Offenthal langfristig durch die Durchmischung von Wohnen, Nahversorger und Handel am alten Standort mit Lebens- und Aufenthaltsqualität belohnt wird“, meint Xylander.  jrd

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