Jubiläum

Dreieich: Karl Hofmann und Klaus Reitz präsentieren das Beste aus acht Leseprogrammen

In den vergangenen zehn Jahren haben Karl Hofmann und Klaus Reitz acht Programme zusammengestellt. Das Beste daraus präsentieren sie am Sonntag auf der Bürgerhausterrasse.
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In den vergangenen zehn Jahren haben Karl Hofmann und Klaus Reitz acht Programme zusammengestellt. Das Beste daraus präsentieren sie am Sonntag auf der Bürgerhausterrasse.

Seit zehn Jahren bringen die Programme Zuhörer zum Lachen und Nachdenken. Nun präsentieren Karl Hofmann und Klaus Reitz ein „Best of“.

Dreieich – Es sind die skurrilen Geschichten des Alltags, die er besonders liebt und gerne auf die Bühne bringt – seit zehn Jahren stellt Karl Hofmann Leseprogramme zusammen, die die Zuhörer zum Schmunzeln und Nachdenken bringen. Dieses kleine Jubiläum nimmt der ehemalige Mitarbeiter der Bürgerhäuser und Regisseur der Studiobühne zum Anlass für ein „Best of...“ aus seinen bislang acht Programmen. „Des Wahnsinns fette Beute“ gibt es am Sonntag, 30. August, bei einer Matinee um 11 Uhr auf der Bürgerhausterrasse – im Rahmen von „Luft & Liebe“, der kulturellen Grundversorgung Dreieich.

Und im vergangenen Jahrzehnt ist einiges zusammengekommen. Angefangen hat es alles 2010 mit „Novecento“, der Geschichte eines Jungen einer Auswandererfamilie, der auf einem Schiff aufwächst und dort Ozeanpianist wird. Nach einem Abstecher zu den grausamen Geschichten der Brüder Grimm wendet sich Hofmann dem „alltäglichen Wahnsinn“ und Büchern von Jürgen von der Lippe und Horst Evers zu. Vor allem letzterer, von dem auch der Programmtitel „Für Eile fehlt mir die Zeit“ stammt, liegt Hofmann besonders. „Er schreibt so tolle Geschichten über Alltagssituationen“, betont er. Nach einem Abstecher zu dem Berliner Liedermacher Ulrich Roski („Man darf nicht alles so verbissen sehen“) und Wilhelm Busch („Das Gute – dieser Satz steht fest – ist stets das Böse, was man lässt“) 2017 und 2018 kombinierte Hofmann im vergangenen Jahr Texte des „Sprachpflegers“ Bastian Sick und Jürgen von der Lippe (Die Weisheiten des Wahnsinns), die sich wunderbar kombinieren ließen.

Nachdem er mit seinem Pianisten Klaus Reitz den Entschluss zum Jubiläumsprogramm gefasst hat, ging es an die Auswahl. „Das war gar nicht so einfach, denn jeder von uns hat seine Lieblingsgeschichten.“ Nach einer ersten Sichtung blieben 25 Texte übrig. Doch das hätte drei Stunden gedauert, alle zu lesen. „Wir haben gelesen, gestrichen und eine ganze Menge verworfen.“ Hinzu kam die Schwierigkeit, dass in Corona-Zeiten kulturelle Veranstaltungen nicht länger als 75 Minuten sein sollten. Doch Hofmann und Reitz haben es hinbekommen, jedes bisherige Programm zu berücksichtigen. Bis auf eine Geschichte ist auch eine chronologische Auswahl entstanden, mit der beide sehr zufrieden sind und zu der auch die Originalmusik wie in den Programmen erklingt.

Als Hofmann und Reitz mit der Arbeit begannen, war noch gar nicht klar, ob sie angesichts der Pandemie überhaupt auftreten können. Denn schnell zeichnete sich ab, dass das Zelt am Maislabyrinth, wo beide jedes Jahr auftreten, nicht zur Verfügung stehen wird. Doch mit der Bürgerhausterrasse hat sich nun eine mehr als attraktive Alternative ergeben. „Es ist sehr schön da“, betont Hofmann. Überrascht zeigt er sich, wie viel von den alten Programmen bei ihm noch hängen geblieben ist. „Ich konnte die Geschichten sehr schnell wieder abrufen.“ Das machte die Proben diesmal um einiges einfacher.

Für die Lesung gibt es noch Karten im Bürgerhaus, z 06103 60000. Bei Regen ist das Foyer im Bürgerhaus der Ausweichort.

Von Holger Klemm

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