Dreieich

Probleme mit Maskenpflicht an Max-Eyth-Schule: „Die Pausen sind zur Erholung da“

Maskenpflicht während Corona an Schulen (Symbolbild)
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Im Gebäude der Max-Eyth-Schule funktioniert das Maskentragen nach Angaben von Schulleiter Wolf Dieter Gäbert „zu 99 Prozent“. Probleme gibt es auf dem Freigelände.

An der Max-Eyth-Berufsschule in Dreieich gibt es Probleme mit der Maskenpflicht. Der Schulleiter hält die Pflicht stellenweise für „nicht durchführbar“.

Dreieich – Rund 2 200 junge Menschen besuchen die Max-Eyth-Schule in Sprendlingen, davon 1 400 täglich, der Rest sind Teilzeitschüler. Berufsschule, Berufsfachschule, berufliches Gymnasium, Fachoberschule – unter dem Dach der MES sind diverse Schulformen angesiedelt. Sie ist die erste Schule im Kreis Offenbach, die wegen Corona geschlossen wurde – für einen Tag, „um die Lage zu sondieren“, wie es Kreissprecherin Ursula Luh formulierte.

Zuvor war ein Schüler positiv getestet worden. Später wurden zwei weitere Fälle bekannt. Am Montag blieben alle Schüler und Lehrer zu Hause, gestern ist der Unterricht wieder aufgenommen worden. Drei Klassen mit insgesamt 60 Schülern und 13 Lehrkräfte sind in Quarantäne geschickt worden, weil sie vom Kreisgesundheitsamt als Kontaktperson der Kategorie I eingestuft wurden.

Umsetzung der Maskenpflicht und Abstandsregelungen an Max-Eyth-Berufsschule schwierig einzuhalten

In einem Brandbrief an die hessische Landesregierung mahnt die Arbeitsgemeinschaft der hessischen Berufsschulleiter jetzt Änderungen an. Sie fordert unter anderem, Schüler wahlweise im Klassenraum oder zu Hause unterrichten zu dürfen. Das Tragen von Masken und die Appelle, Abstand zu halten, reichten nicht aus und seien in Berufsschulen oft nicht praktikabel. Die Umsetzung sei „unendlich schwierig“, heißt es. In vielen Schulen sei es nicht möglich, ausreichend zu lüften. Zudem säßen zu viele Schüler in zu kleinen Räumen. Der Schutz vor Ansteckung sei nicht zu gewährleisten.

Diese Aussagen decken sich mit Erfahrungen einer Lehrkraft an der MES, die sich an die Redaktion wandte, aber namentlich nicht genannt werden möchte. „Bei vielen Schülern fehlt das Verständnis dafür, eine Maske zu tragen und den Abstand einzuhalten.“ Naivität und Fahrlässigkeit etlicher Schüler erhöhten das Infektionsrisiko. Auch im Gebäude, wo eine Mund-Nasen-Bedeckung verpflichtend ist, seien immer wieder Schüler ohne Schutz unterwegs. Zum Beispiel essend und trinkend. Spreche man sie darauf an, werde die Maske kurz über die Nase gezogen, um sie nach kurzer Zeit wieder runterzuziehen. „Die Anweisungen der Lehr- und Aufsichtspersonen sind unbedingt zu befolgen!“, heißt es auf der Homepage der Schule. Die Realität sieht oft anders aus.

Maskenpflicht an Max-Eyth-Schule in Dreieich auf Freigelände „nicht durchführbar“

„Es gibt eine große Problematik, den Schulhof“, sagt Schulleiter Wolf Dieter Gäbert. In der letzten Ferienwoche habe die Schulleitung in Abstimmung mit dem Personalrat einen Hygieneplan entwickelt. Er sah – mit Ausnahme des Unterrichts – eine Maskenpflicht im Gebäude vor, aber keine auf dem Freigelände. Tags darauf habe der hessische Kultusminister Alexander Lortz die Maskenpflicht auch für den Schulhof angeordnet. „Sie wird nicht durchgeführt, weil sie nicht durchführbar ist“, sagt Gäbert. Das Areal der MES am Campus Dreieich sei kein reines Schulgelände mit einer klaren Abtrennung. „Hier sind auch Nutzer von Vhs und Musikschule unterwegs. Auch das Parkhaus ist öffentlich“, so Gäbert. Man sei schon aus personellen Gründen nicht in der Lage, die Einhaltung der Verordnung zu kontrollieren.

Der Schulleiter hebt einen weiteren Aspekt hervor. „Die Pausen sind zur Erholung da. Und die Schüler müssen ja auch mal was essen und trinken.“ Auch deshalb hält Gäbert das Tragen von Masken auf dem Hof für nicht sinnvoll. Nächste Woche werde sich die Gesamtkonferenz mit dem Thema befassen. Im Gebäude selbst sieht der MES-Chef keine Probleme. „Zu 99 Prozent läuft das.“

Der Vorstoß der Arbeitsgemeinschaft hessischer Berufsschulleiter hat Gäbert nach eigenen Worten überrascht. Der Vorschlag, die Lerngruppen zu teilen, ist nach seiner Meinung als Lösung denkbar, falls im Herbst die Coronakurve steigt. Die Umsetzung könnte bedeuten, dass Schüler im wöchentlichen Wechsel digital daheim lernen und in die Schule kommen.

Und als hätte Corona die MES nicht schon genügend im Griff, sind am Montag auch noch sämtliche Verwaltungsrechner ausgefallen. Lahmgelegt von einem Virus. Seit gestern laufen sie wieder. (Von Frank Mahn)

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