Kosten belaufen sich auf 265. 000 Euro

Mehr Kita-Personal gewinnen: Magistrat stellt umfassenden Katalog vor

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Um dem steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen in Kitas gerecht zu werden, hat der Magistrat einen umfangreichen Plan zum Bau neuer Einrichtungen bis 2028 aufgestellt. (Symbolbild)

Um dem steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen in Kitas gerecht zu werden, hat der Magistrat einen umfangreichen Plan zum Bau neuer Einrichtungen bis 2028 aufgestellt.

Dreieich – Doch was nützt das ehrgeizigste Ausbauprogramm, wenn das Personal fehlt? Und da stehen alle Kommunen vor allem im Ballungsraum vor großen Herausforderungen. Der Magistrat hat nun einen Maßnahmenkatalog zur Personalakquise vorgestellt. Ansatzpunkte sind unter anderem der Ausbau der Supervision und Weiterbildung, ein Jobticket sowie eine bessere Bezahlung während der Ausbildung.

Ausgangspunkt war eine Mitarbeiterbefragung, um zu ermitteln, mit welchen Maßnahmen die Stadt als Arbeitgeberin attraktiver werden könnte, um mehr Personal anzuziehen. Nachdem die Ergebnisse im Sozialausschuss vorgestellt wurden, hat die Verwaltung den Katalog ausgearbeitet. Und die Zeit drängt. Angesichts des Ausbaus müssten 50 Stellen besetzt werden, wie Fachbereichsleiterin Anne Stein betont. Kreisweit sind aktuell 465 Stellen nicht besetzt. Bürgermeister Martin Burlon empfiehlt deshalb den Stadtverordneten, bereits 2020 an die 265 000 Euro in die Hand zunehmen: „So können wir einige der Vorschläge, die unsere Fachkräfte neu formuliert haben, zeitnah umsetzen.

Dreieich: Jobticket für Beschäftigte in der Stadtverwaltung

Nach Angaben von Stein stehen im kommenden Jahr Vorschläge zum persönlichen Arbeitsumfeld auf der Agenda. Zusätzliche 12 500 Euro sollen für Supervisionen ausgegeben werden.

Geplant sind zukünftig acht statt wie bisher fünf Sitzungen. Außerdem soll das Fortbildungsangebot ausgebaut werden. Der Ansatz soll dafür um 22 000 auf 42 000 Euro erhöht werden.

Allen Beschäftigten in der Stadtverwaltung soll ein Jobticket angeboten werden. Die Stadt möchte da eine Pauschalversteuerung übernehmen. Die Kosten werden auf 75 000 Euro beziffert.

Albtraum für Mutter: Kind (2) verschwindet plötzlich aus Einrichtung: Es ist der Albtraum jeder Mutter: Sie gibt ihr Kleinkind in der Betreuung ab – und beim Abholen ist es verschwunden.

Zudem soll die Vergütung während der Ausbildung verbessert werden, um wettbewerbsfähig zu sein und Mitarbeiter an die Stadt zu binden. Als Vorstufe zu einer Ausbildung gibt es seit Jahren die Einrichtung der Sozialassistenten, die künftig im zweiten Jahr 400 Euro statt bisher 230 erhalten sollen, was 8 000 Euro kostet. Die eigentliche Ausbildung kann auch in Teilzeit erfolgen, was immer beliebter wird. Dabei werden aktuell nur die beiden Praxistage pro Woche vergütet. Die Stadt möchte nun auch die drei Tage in der Schule bezahlen. Dafür werden 98 000 Euro benötigt.

Ein weiteres Thema ist der Lärm, der in den Kitas als belastend empfunden wird. Um einen Überblick zu bekommen, hat der Magistrat 2019 ein akustisches Gutachten in Auftrag gegeben. Für erste Maßnahmen 2020 sollen 50 000 Euro bereitgestellt werden. Weiter gehen soll es auch mit der Digitalisierung in den Kitas. Für den Haushalt 2020 wurden 8 500 Euro angemeldet, um für alle 72 Kitagruppen Laptops anzuschaffen, damit die Fachkräfte damit arbeiten können.

Dreieich: Arbeitsfähigkeit der Stadt soll erhalten werden

„Das sind erste Maßnahmen“, betont der Bürgermeister. „Es ist erst der Einstieg. Weitere Maßnahmen kommen für die Folgejahre in Frage.“ Dazu zählen zusätzliche Zeiten für die Anleitung von Azubis, Teamnachmittage, die Gesundheitsförderung, aber auch bauliche Maßnahmen zum Ausbau von Personal- und Pausenräumen. Geprüft werden sollen auch Anwerbeprämien sowie die Bereitstellung von Betreuungsplätzen für Kita-Mitarbeiter.

Fortgesetzt werden soll die Recruitingkampagne und die Nutzung der Sozialen Medien zum Gewinn von Fachkräften. Stein kann da von einem großen Zuspruch berichten. In den Gesprächen geben die Bewerber an, durch das Internet auf die Stadt aufmerksam geworden zu sein.

Der Fachkräftemangel zeige sich aber auch in anderen Bereichen. Um die Arbeitsfähigkeit der Stadt zu erhalten, muss es laut Burlon Maßnahmen für die gesamte Verwaltung geben – wie beispielsweise das Jobticket.

VON HOLGER KLEMM

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