Mitmachaktion gegen Gewalt an Frauen

Mit Stricken ein Zeichen setzen

Frauenbeauftragte Karin Siegmann zeigt einige der Quadrate aus dem italienischen Brescia. Von dort brachte sie die Idee zur Aktion „Dreieich stri(c)kt gegen Gewalt“ mit, die noch bis zum 24. November läuft.

Dreieich - Mit einer Mitmachaktion möchte die Stadt ein deutliches Signal gegen Gewalt, insbesondere gegen Frauen, setzen. Unter dem Motto „Dreieich stri(c)kt gegen Gewalt“ können Interessierte Quadrate stricken und häkeln, die am Ende zusammengesetzt werden. Von Holger Klemm 

Die Aktion ist gut angelaufen. Die Idee hat Frauenbeauftragte Karin Siegmann aus Italien mitgebracht, wo die Aktion „Viva Vittoria“ in Brescia zum großen Erfolg wurde. Frauen haben 20.000 Quadrate gestrickt oder gehäkelt und zu einem großen Kunstwerk in DNA-Form zusammengefügt. „Man muss sich die Fotos dazu im Internet anschauen. Sie entfalten eine unglaubliche Kraft“, verweist Siegmann auf die Homepage www.vivavittoria.it.

Zu der Dreieicher Aktion rufen das Frauenbüro, das Mädchencafé, das Diakonische Werk Dreieich und das evangelische Gemeindezentrum Bunte Kirche bis zum 24. November auf, um gemeinsam auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen. Ziel ist es, möglich viele zu beteiligen. Siegmann verweist darauf, dass jede vierte Frau in Deutschland Gewalt erfahren hat: „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass wir Gewalt im allgemeinen, aber insbesondere gegen Frauen, nie akzeptieren werden. Wir wollen Solidarität mit Betroffenen zeigen und mit unserer Aktion die Institutionen unterstützen, die Rat und Hilfe anbieten.“ Deswegen steckt die Hoffnung im Untertitel „Ich bestimme mein Leben“, indem Betroffene Hilfe holen und annehmen.

Teilnehmen können Interessierte auch, indem sie Wolle spenden oder dabei helfen, anderen das Stricken und Häkeln beizubringen. In Dreieich gibt es verschiedene Stationen, wo Wolle hingebracht und abgeholt werden kann. Diese finden sich im Rathaus, in der evangelischen Versöhnungsgemeinde, Hegelstraße 91, und der Kita Hegelstraße 105, im Mädchencafé, Benzstraße 51, im Stadtteilzentrum, Hegelstraße 101, in der Stadtbücherei, Fichtestraße 50a, sowie in der Winkelsmühle. Die Quadrate sollen 50 mal 50 Zentimeter groß sein. Stricken, Häkeln oder andere Handarbeitstechniken können, je nach Neigung, eingesetzt werden. Die Quadrate werden am Ende der Aktion, am Samstag, 24. November, um 11 Uhr vor dem Bürgerhaus zu einem Gesamtwerk zusammengefügt (bei schlechtem Wetter im Bürgerhaus). Männer können natürlich auch mitmachen.

„Die Aktion läuft bislang gut“, freut sich Siegmann. Die ersten Quadrate seien bereits abgegeben worden. „Diese können natürlich auch am 24. November mitgebracht werden.“ Die Wollstationen werden rege genutzt. Siegmann berichtet von einer 80-Jährigen, die gerne strickt und sich jede Woche Wolle holt. Wegen der großen Nachfrage wünscht sich die Frauenbeauftragte noch mehr Wollspenden.

Massenflucht der Rohingyas alarmiert Hilfsorganisationen

Mindestens 123 000 Rohingyas sind zuletzt in gut einer Woche nach Bangladesch geflohen. Bis zu 80 Prozent sind laut Unicef Frauen und Kinder. Foto: Bernat Armangue

Flüchtlinge schwimmen durch einen Fluss nahe Cox's Bazar und erreichen die Grenze zu Bangladesch. Auch dort sind sie aber im Grunde unerwünscht. Foto: Bernat Armangue

Aktivisten in Kalkutta haben ein Foto der myanmarischen "Staatsrätin" und Außenministerin Aung San Suu Kyi zum Verbrennen aufgestellt. Der Friedensnobelpreisträgerin wird von verschiedenen Seiten Tatenlosigkeit vorgeworfen. Foto: Bikas Das

Solidaritäts-Aktion vor dem indischen Parlament in Neu-Delhi. Foto: Manish Swarup

Menschen demonstrieren vor dem Konsulat Myanmars im indischen Kalkutta gegen Gewalt gegenüber den Rohingyas in Myanmar. Foto: Sandip Saha, Pacific Press via ZUMA Wire/dpa

Ein Rohingya-Kind steht im bangladeschischen Ukhia an einem Holzzaun im Flüchtlingslager Kutupalong, nachdem es kurz zuvor die Grenze von Myanmar nach Bangladesch überquert hat. Foto: Bernat Armangue

Angehörige der Minderheit der Rohingya auf der Flucht vor der Gewalt in der Unruheprovinz Rakhine im süostasiatischen Myanmar. Foto: Bernat Armangue

Es gibt auch einige Gruppen, die sich gemeinsam beteiligen und dabei auch den Austausch pflegen. So kommen montags Flüchtlingsfrauen zusammen. Die Begegnungsstätte Winkelsmühle plant für Oktober eine Gruppe. Am Mädchencafé bringt eine Seniorin den Besucherinnen gerade Handarbeiten bei, um bei der Aktion mitmachen zu können. „Das Projekt verbindet Generationen“, weist Siegmann auf einen weiteren positiven Aspekt hin. Und nicht nur in Dreieich fällt die Aktion auf fruchtbaren Boden. Die Kabarettistin Inka Meyer, die zum Frauentag im März im Bürgerhaus auftrat, hat ebenfalls ein Quadrat beigesteuert. Siegmann hofft, dass sich noch viele beteiligen werden.

Weitere Infos gibt es bei ihr unter 06103/601-960, karin.siegmann@dreieich.de.

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