Anreize zur Werbung von Personal

Moderater Anstieg der Kita-Gebühren

+
Um zwei Prozent steigen die Kita-Beiträge in Dreieich (Symbolbild).

Die Kostenbeiträge für die Betreuung in den Dreieicher Kindertagesstätten klettern ab 1. Januar 2020 um zwei Prozent. 

Dreieich - Damit setzt der Magistrat einen entsprechenden Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom Juni 2018 zur jährlichen Anhebung ab dem kommenden Jahr um. Die Anpassung lehnt sich an die Festlegungen des Landes an, nach denen die Förderpauschalen nach dem Hessischen Kinder- und Jugendhilfegesetzbuch an die Kommunen gewährt werden.

Auch dort wird eine jährliche Anhebung um zwei Prozent der jetzigen Fördersumme festgelegt. Das Land entsprach damit einer Forderung der Kommunen, die jährlichen Kostensteigerungen, zum Beispiel aus Tariferhöhungen, entsprechend zu berücksichtigen. Die Beiträge für die Krippenbetreuung zwischen 7 und 15 Uhr belaufen sich dann auf 296 Euro, für die zwischen 7 bis 17 Uhr auf 370 Euro. Für die Kindergarten-Basis-Betreuung zwischen 7 bis 13 Uhr stünden 144 Euro an. Diesen Betrag müssen Eltern wegen der Landesförderung für Kinder ab dem dritten Lebensjahr aber nicht zahlen.

„So weit die Kinder darüber hinaus betreut werden, also länger als sechs Stunden am Tag, fallen anteilige Elternbeiträge an“, erklärt Bürgermeister Martin Burlon. „Die Kinderbetreuung ist eine unserer größten Herausforderungen der kommenden Jahre. Zum einen ist es eine wichtige Investition in die Zukunft und somit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, zum anderen belastet es aber unser Budget auch sehr stark“, führt er weiter aus.

Durch die zweiprozentige Anhebung erwartet die Stadt Mehreinnahmen etwa im niedrigen fünfstelligen Bereich. Die genaue Summe hängt von den tatsächlich in 2020 betreuten Kindern ab. Burlon geht von einem Betrag von etwa 25 000 Euro aus, was angesichts der immensen Kosten für die Kinderbetreuung aber nicht weiter ins Gewicht falle.

Der Magistrat bereitet parallel zur Anpassung der Kostenbeiträge eine Konzeption für ein Anreizsystem zur Personalakquise vor. Entsprechende Vorschläge hatte die Verwaltung in der vergangenen Sitzung des Sozialausschusses vorgestellt. Dazu zählten beispielsweise die Bereitstellung eines Kitaplatzes für neue Mitarbeiter, die Einführung eines Jobtickets, die Unterstützung bei der Wohnungssuche sowie weitere finanzielle und zeitliche Unterstützung von Weiterbildungsmaßnahmen. Vorschläge gab es auch zum Erhalt beziehungsweise der Erweiterung von Qualitätsstandards, zu baulichen Maßnahmen, zum gesunden Arbeiten (inklusive Lärmschutz) sowie zur weiteren Verstärkung der Werbemaßnahmen, um neue Mitarbeiter nach Dreieich locken zu können.

Burlon wird dazu den städtischen Gremien ein Paket in Höhe von rund 250 000 Euro vorlegen, welches somit ein deutlich höheres Volumen haben wird, als durch die Anpassung der Elternbeiträge gegenfinanziert würde. Die konkreten Maßnahmen werden mit der Korrekturmeldung zum Haushaltsplan 2020 Ende Oktober in den Gremienlauf gehen, um mögliche Maßnahmen bereits im kommenden Jahr umsetzen zu können.

VON HOLGER KLEMM

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare