Hilfseinsatz am Mikrofon

Musiker aus Region legen sich für Flüchtlingshilfe ins Zeug

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Freunde der härteren Gangart: Die Jungs von Watch me Rise aus Langen machen auf der Bürgerhaus-Terrasse Stimmung.  

Dreieich - Mehr als 300 Besucher honorieren den musikalischen Einsatz, den zahlreiche Bands und Solokünstler aus Dreieich und Umgebung am Wochenende zugunsten der Unterstützung von Flüchtlingen leisten. Von Christopher Hees

Bei „Music for Refugees“ entern die Künstler die Bühne für einen guten Zweck. Die Einnahmen des Benefizkonzerts gehen komplett an das hiesige Netzwerk Flüchtlingshilfe. Die Idee zu einem Benefizkonzert für Flüchtlinge gab es schon seit vergangenem Jahr. Dass es gerade jetzt steigt, wo das Schicksal vieler Vertriebener in Politik, Medien und Leben der Menschen so präsent ist, nennt man wohl Timing. „Zuerst hatten wir in Frankfurt nach einer Location gesucht, aber nichts Passendes gefunden“, schildert Bine Morgenstern, Mitglied der Initiative Music For Refugees. Dank der Unterstützung von Uta Zapf, der Schirmherrin des Events, Martina Geßner vom Diakonischen Werk Offenbach-Dreieich-Rodgau und Bürgerhaus-Chef Benjamin Halberstadt kristallisierte sich stattdessen das Sprendlinger Bürgerhaus als Veranstaltungsort heraus. Als dann auch noch Uwe Herzog, der die junge Musikszene im Westkreis gut kennt, die Werbetrommel unter den Bands und Künstlern der Region rührte, stand auch das Programm bald fest.

Für Unterhaltung sorgte neben dem Bühnenprogramm auch diese Seifenblasen-Artistin. Vor allem beim jungen Publikum erntete sie dafür natürlich Sympathien.

So erwartet alle, die sich ab nachmittags auf der Bürgerhaus-Terrasse einfinden, die volle musikalische Bandbreite: Von Singer-/Songwriter, Punk, Rock, Blues, Rock’n’Roll bis hin zu Electro und Ambient. „Musikalisch ist wirklich alles vertreten“, sagt Herzog zufrieden. So geben sich bei gutem Wetter und fabelhafter Stimmung Künstler zwischen 17 und 62 Jahren das Mikro in die Hand, darunter die Band Musik für leere Diskotheken, Leonie und Marc, Watch me Rise, Eeka the Geek, Heinz Tigers, Sabir Abdishakur, Stefan Seib-Melk & Friends und Wolfgang Schubert K. and the Sacred Blues Band. Mit Sabir Abdishakur tritt auch ein Künstler auf, der selbst aus seiner Heimat flüchten musste. Nach 22 Uhr zieht die Feiergemeinde dann ins Foyer um, wo Bernd-Michael Land und Frank Tischer den Abend mit ihrem Elektro-Musikprojekt ausklingen lassen.

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„Während der Planung trafen wir durchgehend auf positive Resonanz“, erzählt Herzog. Viele ehrenamtliche Helfer erklärten sich bereit, beim Aufbau zu helfen oder Kuchen zu spenden. Die gesammelten Geldspenden sollen nach Herzogs Worten zu 100 Prozent an das Netzwerk Flüchtlingshilfe gehen. „So kommt es vor Ort den Flüchtlingen zugute. Dabei geht es vor allem um praktische Hilfe und um die Anschaffung alltäglicher Dinge, wie Kleidung“, fährt Herzog fort. Er schätzt, dass ein großer vierstelliger Betrag an Spenden zusammenkommt. Dass das Benefizkonzert stattfinden konnte, sei auch den Spenden der Sparkasse Langen-Seligenstadt und der Stadtwerke Dreieich zu verdanken, so Herzog.

So wirkt Musik auf unseren Körper

Peter Kuhn, ehrenamtlicher Helfer und Besucher des Events, hat einen besonderen Bezug zur Flüchtlingsthematik: „Ich habe 23 Jahre für die Frankfurter Rundschau in der Druckerei in Neu-Isenburg gearbeitet. Dabei durfte ich sehr viele Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben worden waren, kennenlernen und mit ihnen arbeiten.“ Bekanntlich befindet sich auf jenem Gelände seit Kurzem eine Erstaufnahmestelle. Auch hier zeige sich das große soziale Engagement vieler Anwohner: „Es ist schön, dass die leerstehenden Gebäude wieder einen Nutzen haben und welche soziale Eigendynamik sich unter den Leuten entfaltet“, fasst Kuhn zusammen.

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