SPD will nahtlosen Übergang

Nahversorgung in Offenthal bereitet Genossen Sorgen 

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Die SPD ist über die Entwicklung in Offenthal besorgt. (Symbolbild)

Die Entwicklung in Offenthal bereitet der SPD Sorgen. Während Parteichef Maik Zimmer an die beiden Banken appelliert, ihre Entscheidungen noch einmal zu überdenken, macht sich die Fraktion nach den Aussagen von Rewe Gedanken über die Nahversorgung. 

Dreieich – Sie müsse im Stadtteil „durchgängig sichergestellt“ werden, fordern die Sozialdemokraten und wollen mit einem Antrag die Weichen dafür stellen. Stichwort: grüne Wiese.

Die Fraktion sei enttäuscht, dass Rewe keine Möglichkeit sehe, den Markt in der Ortsmitte wirtschaftlich weiterzuführen, „auch unter Berücksichtigung der leider geringen Expansionsmöglichkeiten durch den Auszug der Sparkasse“. Die neuen Klimaziele der Bundesregierung setzten der veralteten Kühltechnik eine Galgenfrist bis 2025, bis dahin müsste die gesamte energiefressende Kühltechnik mit Theken, Aggregaten und Leitungen erneuert werden, um die Anforderungen zu erfüllen. „Diese Investitionen wird Rewe nicht mehr tätigen, womit die Betriebserlaubnis 2025 endet“, meint Fraktionschef Holger Dechert. Der Erhalt des Standorts in der Ortsmitte werde deshalb, obwohl von der SPD favorisiert, immer unwahrscheinlicher. Leider habe sich herausgestellt, dass auch Edeka und Tegut kein Interesse hätten, den Markt zu übernehmen.

Vor diesem Hintergrund müsse die Stadt jetzt konkrete Maßnahmen für die Entwicklung eines neuen Standorts angehen, damit die Offenthaler ohne Unterbrechung vor Ort einkaufen können. Dort sollte eine Verkaufsfläche von 1 200 Quadratmetern möglich sein, so die SPD. Das ist die Größenordnung, die Rewe mindestens vorschwebt. Die Genossen haben eine klare Vorstellung, wo ein solcher Markt gebaut werden sollte: direkt neben der Firma Milzetti nördlich der Straße Im Stadtgäßchen. Dieser Standort sei zwar nicht so zentral gelegen wie der aktuelle, aber fußläufig nur 200 Meter von der Borngartenstraße entfernt.

Der Haken: Das Gelände ist im Flächennutzungsplan des Regionalen Planungsverbandes nicht für einen Nahversorger dieser Größenordnung vorgesehen. „Damit der neue Markt bis zum Ende der Betriebserlaubnis für den alten Markt eröffnet werden kann, sollten wir keine Zeit verlieren und in das Planungsverfahren eintreten“, mahnt Dechert zur Eile. Die SPD werde deshalb zur nächsten Sitzungsrunde einen Antrag vorlegen. „Bei einer Verkaufsfläche von 1 200 Quadratmetern ist davon auszugehen, dass wir den Planungsverband davon überzeugen können, dass hier lediglich eine Versorgung von Offenthal realisiert wird und kein überregionaler Einzelhandelsstandort geplant ist.“

Parteichef Maik Zimmer treibt eine weitere Sorge um. In einem offenen Brief nimmt er die Vorstände der Volksbank Dreieich und der Sparkasse Langen-Seligenstadt in die Pflicht. Wie berichtet, wollen die beiden Kreditinstitute verstärkt kooperieren und gemeinsame Filialen betreiben. Auch ohne Personal, zum Beispiel in Offenthal. Zimmer äußert Verständnis für die generelle Situation der beiden Banken, aber diese müssten auch anerkennen, dass sie gerade als Volksbank und Sparkasse ein Teil der Nahversorgung und Daseinsvorsorge für viele Bürger seien. Die Bedeutung eines lokalen Ansprechpartners besonders für ältere Menschen sei nicht zu unterschätzen und „sicher auch ein Teil Ihres bisherigen guten Images“, meint Zimmer. Der SPD-Chef bittet die Verantwortlichen um Prüfung, „ob nicht durch die neuen Modelle eine regelmäßige Ansprechbarkeit am Schalter vor Ort erhalten bleiben kann“. Zimmer schwebt eine Grundversorgung mit stundenweisen Öffnungszeiten an ein bis zwei Tagen die Woche vor. „Ich bin sicher, dass ein solches Angebot von vielen Kunden honoriert werden würde.“

VON FRANK MAHN

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