Ordination am Sonntag

Claudia Orzechowsky ist neue Pfarrerin der Christuskirche: Gemeinsam viel bewegen

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Ich glaube, dass die Chemie zwischen der Gemeinde und mir gut passt. Claudia Orzechowsky Claudia Orzechowsky an ihrer neuen Wirkungsstätte in der evangelischen Christuskirche in Sprendlingen. Die Pfarrerin wird am Sonntag ordiniert.

Noch ist das Büro von Claudia Orzechowsky im Gemeindehaus der evangelischen Christuskirche in Sprendlingen spartanisch eingerichtet. Bilder an den Wänden fehlen völlig.

Dreieich - Doch die neue Pfarrerin der Gemeinde, die erst seit wenigen Tagen im Amt ist, hat da schon Ideen. „Da kommt eine Pinnwand mit Bildern von Menschen hin, die ich getauft oder getraut habe und ein Stück ihres Weges begleiten darf. “.

Und auf die Kontakte an ihrer Wirkungsstätte freut sich die 28-Jährige, die am Sonntag um 10.30 Uhr mit dem Ordinationsgottesdienst in ihr Amt eingeführt wird. Die bisherigen Begegnungen – beispielsweise bei der Verabschiedung der bisherigen Pfarrer Thomas Ledig und Gerd Schröder-Lenz – stimmen zuversichtlich. „Ich glaube, dass die Chemie zwischen der Gemeinde und mir gut passt.“ Doch bei einem Punkt bittet sie schon einmal um Nachsicht: „Ich bin schlecht im Merken von Namen.“

Kirche war schon immer Teil ihres Lebens. Im Dekanat Dreieich ist sie mit ihren vier jüngeren Geschwistern groß geworden und hat sich nach der Konfirmation in der evangelischen Kirchengemeinde Gravenbruch in der Jugendarbeit engagiert. So entwickelte sich der Wunsch, Pfarrerin zu werden. Nach dem Theologiestudium von 2011 bis 2017 in Frankfurt folgte das Vikariat an der Martin-Luther-Gemeinde im Martinsviertel in Darmstadt, einem modernen und zugleich familiär geprägten Stadtteil. „Die Leute dort kennen sich. Das schätze ich sehr.“ Und das erhofft sich die Pfarrerin auch für die Christuskirchengemeinde.

Denn der Austausch und die Begegnung sind ihr wichtig. Auf Pläne angesprochen, kommt sie darauf zurück. „Ich habe keinen Koffer oder Bauchladen mit Ideen dabei.“ Orzechowsky möchte Änderungen mit der Gemeinde entwickeln und gemeinsam viel bewegen.

In Darmstadt entdeckte sie ihre Leidenschaft für unterschiedliche Gottesdienstformate. Und in diesem Sinne will die Pfarrerin auch in der Christuskirche schauen, was möglich ist. „Hier gibt es ja schon einiges wie die Familien- oder die Kinderkirche.“ Übrigens denken viele bei Gottesdiensten nur an die Sonntage. Doch da gebe es viele andere Möglichkeiten, die sie mit der Gemeinde ausloten möchte. Für die Arbeit an den Predigten ist ihr generell wichtig, Gottes Wort in der Sprache der heutigen Zeit auszusprechen, damit sie jeder versteht.

Am Sonntag stand sie bereits auf der Kanzel und hielt eine Predigt zum Thema „Bäumchen raus? Weihnachten bleibt“. Damit wollte die Pfarrerin zum Ausdruck bringen, dass Taufe und Weihnachten als Zeichen bleiben, auch wenn sie nicht mehr sichtbar sind. Denn Weihnachten und die Taufe stehen für den Start der Beziehung von Gott zu den Menschen.

Als Pfarrerin wird sie auch damit umgehen müssen, dass die Kirchen weiter Mitglieder verlieren. Orzechowsky glaubt, dass die Zukunft der Evangelischen Kirche weiter in der Beziehungsarbeit liege. Man müsse den Menschen eine Art Zuhause bieten und Angebote machen. Die Kirche sollte Wegbegleiter sein, wenn Menschen einen Wegbegleiter benötigen. Und das könne auch sporadisch zu verschiedenen Lebensabschnitten sein.

Wichtig sei auch die Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden und den Kollegen, die sie bereits beim Pfarrkonvent kennengelernt hat, und die Weiterentwicklung der Ökumene. Da werde es auch auf unterschiedliche Akzente und Angebote ankommen. Denn es sei wenig interessant, wenn alle Gemeinden das Gleiche machen.

Noch ist ihr Wohnort in Neu-Isenburg. Doch mit ihrem Mann, der gerade seine Ausbildung zum Fachinformatiker in Darmstadt abschließt, ist sie auf der Suche nach einer Wohnung in Dreieich, die möglichst dreieinhalb Zimmer haben sollte.

Welche Wünsche hat die neue Pfarrerin für ihre Ordination am Sonntag? „Ich wünsche mir, dass es ein Fest wird.“ Die passende Predigt ist bereits im Entstehen. Eingeführt wird Orzechowsky von Pröpstin Karin Held und Dekan Reinhard Zincke.

VON HOLGER KLEMM

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