Ende der Vakanz naht

Neuer Erster Stadtrat für Dreieich in Sicht

Möchte bald im Dreieicher Rathaus Platz nehmen: Markus Heller kandidiert für den Posten des Ersten Stadtrats. Ob er es wird, entscheidet sich am 25. August.
+
Möchte bald im Dreieicher Rathaus Platz nehmen: Markus Heller kandidiert für den Posten des Ersten Stadtrats. Ob er es wird, entscheidet sich am 25. August.

Was viele schon nicht mehr für möglich hielten, tritt im August doch noch ein: Dreieich bekommt nach langer Zeit wieder einen Ersten Stadtrat. Zur Wahl stehen mit Steffen Seinsche und Markus Heller zwei Bewerber.

Dreieich – Ob er selbst noch daran geglaubt hat? Seit Martin Burlon als Bürgermeister die Nachfolge von Dieter Zimmer angetreten hat, ist der Posten des Ersten Stadtrats vakant. Der frühere Baudezernent ist seit Februar 2019 als Hauptamtlicher im Rathaus auf sich alleine gestellt. Nun zeichnet sich ein Durchbruch in der gut eineinhalb Jahre währenden Suche und damit die Besetzung einer Schlüsselposition in der Verwaltung ab. Zwar hat sich der Wahlausschuss nicht zu einer einvernehmlichen Empfehlung durchringen können, aber die braucht es auch nicht. Aus den Reihen der Fraktionen werden zwei Bewerber vorgeschlagen: Markus Heller (parteilos), aktuell Leiter des Tiefbauamts der Stadt Wetzlar, und Steffen Seinsche, Jurist und ehrenamtlicher FDP-Stadtrat aus Mörfelden-Walldorf. Marco Lang, Fraktionsvorsitzender der Dreieicher FWG, hatte seine Kandidatur vor Kurzem überraschend zurückgezogen.

Die Rollen vor der Wahl am 25. August sind klar verteilt. Heller kann auf die Stimmen von SPD, Grünen und FDP zählen. Das sind zusammen 24 – bei 45 Stadtverordneten. Das würde reichen. Die CDU-Fraktion mit ihren 13 Parlamentariern spricht sich für Seinsche aus. Wie sich FWG, AfD und BfD positionieren, ist nicht bekannt. Vieles deutet also darauf hin, dass Markus Heller demnächst der zweite starke Mann im Rathaus wird.

Dass Steffen Seinsche kandidiert, ist schon seit Anfang des Jahres bekannt. Den 50-jährigen, der hauptberuflich als Jurist an der Hessischen Lehrkräfteakademie arbeitet, hat die Redaktion bereits vorgestellt. Markus Heller hingegen ist neu im Rennen. Der 54-Jährige, verheiratet und Vater dreier erwachsener Kinder, ist seit 2011 Chef des Tiefbauamtes der kreisfreien Stadt Wetzlar mit knapp 54 000 Einwohnern. Gleichzeitig ist er in Personalunion Leiter des dortigen Abwasserverbandes.

Heller ist in Mittelhessen geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur studierte er an der TU Berlin und ging als Diplom-Bauingenieur ab. Seine erste berufliche Station war ein Ingenieurbüro. Nach 14 Jahren wechselte Heller zum damaligen Amt für Straßen- und Verkehrswesen Frankfurt, aus dem später Hessen Mobil wurde. Als dritte Station folgte dann das Rathaus in Wetzlar.

Mit Mitte 50 sieht Markus Heller die Zeit für eine weitere berufliche Veränderung gekommen. Die Ausschreibung der Stadt Dreieich kam da wie gerufen. Für den Fall seiner Wahl will er Schwerpunkte in den Bereichen Stadt- und Verkehrsplanung setzen. Heller möchte unter anderem Konzepte in Sachen Mobilität entwickeln. Auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. „Diese Aufgaben finde ich besonders reizvoll“, sagt der Diplom-Ingenieur. Intensiv wolle er sich zudem dem Thema Digitalisierung widmen. Hier gebe es in vielen Verwaltungen Handlungsbedarf.

Dreieich ist dem Fußball-Fan im Übrigen nicht gänzlich unbekannt. Er war schon mal in der Villenkolonie Buchschlag bei einer Begehung und auch die Hayner Pfingstkerb ist ihm ein Begriff.

Als Wahltermin ist Dienstag, 25. August, angesetzt. Die Sondersitzung wird im Bürgerhaus über die Bühne gehen. VON FRANK MAHN

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare