Günstige Wärme nicht nur für Mieter

Effektives Wärmekonzept: Neues Wohnquartier und Parkschwimmbad werden von Blockheizkraftwerk versorgt 

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Neues Wohnquartier und Freibad an Hainer Chaussee werden von Blockheizkraftwerk versorgt (Symbolbild)

Dirk Böttcher wartet täglich auf die Baugenehmigung des Kreises aus Dietzenbach. In zwei Abschnitten errichtet die DreieichBau AöR auf dem ehemaligen Opel-Gelände an der Hainer Chaussee 100 Wohneinheiten, 80 Prozent davon für einkommensschwache Mieter.

Dreieich –  Der Technische Vorstand der DreieichBau rechnet nach intensiven Vorgesprächen aber nicht mit Komplikationen. Ende Oktober/Anfang November sollen die Gründungsarbeiten für das mit 21 Millionen Euro veranschlagte Projekt anlaufen.

Derweil geht der Abriss der früheren Obdachlosenunterkünfte voran. In mehreren Gebäudeteilen war bekanntlich Asbest verbaut worden. „Die Schadstoffsanierung ist erledigt“, berichtet Böttcher. Bis Ende September würden noch die Fundamente beseitigt, dann sei das Baufeld für den ersten Abschnitt mit 37 Wohnungen frei.

In der Zwischenzeit haben DreieichBau, Stadt-Holding und Stadtwerke ein effizientes Wärmekonzept für das neue Quartier entwickelt, von dem nicht nur die Bewohner, sondern auch das benachbarte Freibad profitieren sollen. Mit dem Bau eines Blockheizkraftwerks wollen die Partner mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen.

„Wir haben gemeinsam einen Weg für die Wärmeversorgung gefunden, der den gesetzlich geforderten Klimaschutzstandard viel kostengünstiger erzielt als andere Energiekonzepte“, ist Böttcher überzeugt. Stadtwerke-Chef Steffen Arta gerät ins Schwärmen. „Mit dem Wohnquartier ist der Startschuss für eine bisher einmalige Kooperation auf kommunaler Ebene in Dreieich gefallen. Die Zusammenarbeit der drei Gesellschaften genießt eine breite politische Rückendeckung und bietet noch sehr viel Potenzial für neue Projekte. Hier sehen wir als Energieversorger auch eine große Chance, die Energiewende in Dreieich ein weiteres gutes Stück voranzubringen.“

Dreieich: Blockheizkraftwerk hat hohen Energiestandard

Ein Blockheizkraftwerk zeichne sich durch einen hohen Energiestandard und einen geringeren Emissionsausstoß aus. „Ein solches Kraftwerk arbeitet grundsätzlich klimafreundlicher, da es gleichzeitig Wärme und Strom produziert“, sagt Arta. Das mache die mit Erdgas betriebene Anlage zu einem besonders ökonomischen und umweltschonenden Energieerzeuger. 

„Eine Voraussetzung für maximale Wirtschaftlichkeit ist jedoch eine hohe Stromproduktion, die eine kontinuierliche Nutzung unter Volllast fordert. Das heißt, mindestens 5 000 Nutzungsstunden im Jahr. Dies wiederum funktioniert nur, wenn auch die Wärme einen Abnehmer findet“, führt der Stadtwerke-Chef aus. 

An dieser Stelle kommt das Parkschwimmbad ins Spiel: Die Überschusswärme, die während der Sommermonate nicht für die Wohnungen gebraucht wird, kommt dem Freibad zugute, das direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite liegt. „Die vom Quartier nicht benötigte Wärme kann zur Beckenwassererwärmung genutzt werden, was ein durchschnittliches Temperaturplus von bis zu zwei Grad bringen kann“, meint Arta. Diese Lösung spare auch den Mietern bares Geld, denn durch die ganzjährliche Laufzeit des Heizkraftwerks sinke auch der Energiepreis.

Dalila Kahl ist ebenfalls happy. „Darüber freuen sich auch die Badegäste, denen das Wasser nach ein paar kühleren Sommertagen schon zu kühl war. Dank des Blockheizkraftwerks können wir eine gewisse Grundwärme nun auch an kühleren Tagen gewährleisten“, sagt die Leiterin der Schwimmbäder. Bislang sind die Becken nur solarbeheizt.

Die Investitionskosten inklusive Fernwärmenetz beziffert Steffen Arta auf etwa 750 000 Euro.

VON FRANK MAHN

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