3G am Arbeitsplatz

Corona-Impfung bei Biotest: Prämie für den Piks

Kleiner Piks, große Wirkung: 50 Biotest-Mitarbeiter wurden bei der jüngsten Aktion geimpft.
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Kleiner Piks, große Wirkung: 50 Biotest-Mitarbeiter wurden bei der jüngsten Aktion geimpft.

Der Plasmaspezialist Biotest mit Sitz in Dreieichenhain schafft einen finanziellen Anreiz für Mitarbeiter, sich impfen zu lassen. Zusätzlich ist das Unternehmen händeringend auf der Suche nach mehr Personal.

Dreieich – Mit Speck fängt man Mäuse. Der Dreieicher Arzneimittelhersteller Biotest lässt nichts unversucht, um noch ungeimpfte Mitarbeiter „an die Spritze zu kriegen“. Im Kampf gegen Corona zahlt das Unternehmen mit Sitz in Dreieichenhain jedem Impfling eine Prämie von 150 Euro – netto, wie Pressesprecher Dirk Neumüller betont.

1 400 Mitarbeiter zählt der Plasmaspezialist am Standort Dreieich. 88 Prozent von ihnen sind nach Neumüllers Worten geimpft. Bereits im Juni hatte Biotest ein eigenes Impfzentrum eröffnet, um es den Beschäftigten so leicht wie möglich zu machen, sich gegen Covid 19 zu schützen. Nicht nur Biotestler können sich dort von Betriebsarzt Dr. Winfried Steil und seinem Team impfen lassen, auch deren Angehörige.

Seit Inkrafttreten des neuen Infektionsschutzgesetzes in der vergangenen Woche gelten erweiterte Regeln am Arbeitsplatz. Der Zutritt ist nur noch Beschäftigten mit 3G-Status erlaubt – das heißt, sie müssen geimpft sein, genesen oder negativ getestet. Die Arbeitgeber sind verpflichtet, die entsprechenden Nachweise zu kontrollieren.

150 Euro Prämie für jeden Corona-Impfling

Für Unternehmen bedeutet das mit Blick auf Ungeimpfte einen immensen Aufwand. Die vollständig Geimpften bekommen ihren Status auf der Zugangskarte gespeichert, können also einfach passieren. Biotest betreibt sieben Tage die Woche rund um die Uhr ein Testzentrum, bietet fünf Schnelltests pro Mitarbeiter in der Woche an, denn jeder ist nur 24 Stunden gültig. Das geht ganz schön ins Geld. Zudem kommt es immer wieder vor, dass jemand seinen Negativtest zu Hause vergisst, was dann vor Arbeitsbeginn wiederum Zeit kostet. Die ist wertvoll, denn die Produktion arbeitet in drei Schichten. Da muss alles laufen wie am Schnürchen. Der betriebliche Ablauf ist das eine, die Erhöhung der Sicherheit der Belegschaft das andere. Hinzu kommt: Das Unternehmen ist laut Neumüller händeringend auf der Suche nach Personal. 150 Stellen sollen besetzt werden.

Bei der jüngsten Impfaktion bekamen 50 Mitarbeiter den ersten Piks oder wurden geboostert. Bis Weihnachten sind nach den Worten von Dirk Neumüller bereits 920 Termine gebucht – es sollen noch mehr werden. Wer der Personalabteilung bis Mitte Dezember den Nachweis der Erstimpfung vorlegt, kann 150 Euro einstreichen. Die Prämie gibt’s natürlich auch für Mitarbeiter, die sich bereits haben impfen lassen. (Frank Mahn)

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