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Wunsch nach mehr Planungssicherheit: Ständige Änderungen sorgen für Probleme

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Von: Holger Klemm

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Maria Ochs und Benjamin Halberstadt im leeren Saal des Bürgerhauses. Dort dürfen aktuell nur 249 Besucherinnen und Besucher rein.
Maria Ochs und Benjamin Halberstadt im leeren Saal des Bürgerhauses. Dort dürfen aktuell nur 249 Besucherinnen und Besucher rein. © Strohfeldt

Die häufigen Änderungen der Corona-Regelungen machen dem Team des Bürgerhauses zu schaffen. Um planen zu können, wünschen sie sich mehr Klarheit bei den Bestimmungen.

Dreieich – Vor etliche Probleme stellen die Corona-Verordnungen die Kulturveranstalter landauf landab. Das ist im Bürgerhaus nicht anders. Angesichts der ständigen Änderungen wünschen sich Bürgerhauschef Benjamin Halberstadt und Veranstaltungsleiterin Maria Ochs mehr Planungssicherheit. Aktuell dürfen exakt 249 Besucherinnen und Besucher ins Bürgerhaus. „Das geben die Räume her“, so Halberstadt. Größere Veranstaltungen müssen genehmigt werden. Hinzu kommen neben der Maskenpflicht auch die Abstandsregeln. So wird nach dem Schachbrettmuster platziert. Voraussetzung für einen Besuch ist nach der 2G-plus-Regel ein Schnelltest. Ausgenommen sind nun „geboosterte“ Leute, aber erst zwei Wochen nach dem Impftermin.

„Aktuell können wir nur eine Woche im Voraus planen, wenn überhaupt“, berichtet Maria Ochs. Alle paar Tage gebe es neue Regeln wie 3G, 2G oder 2G-plus oder die Erleichterung durch die Boosterimpfung. Einen Tag bevor letztere Regelung in Kraft getreten ist, habe es im Bürgerhaus eine Veranstaltung gegeben. „Das hat zu einigen Fragen und Anrufen geführt“, so Ochs. Das Bürgerhausteam schickt deshalb zwei Tage vor der jeweiligen Veranstaltung eine Mail, um die Besucherinnen und Besucher mit den aktuellen Informationen zu versorgen, was mit einem großen Aufwand für das Team verbunden ist.

Ochs und Halberstadt merken momentan schon eine verhaltene Nachfrage bei aktuellen Veranstaltungen. Deshalb sind sie froh, dass es bei den Abonnements in den Bereichen Schauspiel und Kabarett/Comedy kaum Abbestellungen gegeben habe. „Das ist unser Stammpublikum. Da ist über die Jahre eine Bindung entstanden, die viel wert ist“, freut sich Ochs über den treuen Zuspruch. Die aktuelle Zurückhaltung beim Kartenkauf sei allerdings nicht verwunderlich, wenn auf der einen Seite offiziell dazu aufgefordert werde, Kontakte zu vermeiden. Auf der anderen Seite dürfe es aber Kulturveranstaltungen mit Einschränkungen geben. Halberstadt nennt das halb gar.

Corona-Regeln im Bürgerhaus Dreieich: „Wir spielen weiter für die Leute, die kommen“

Seiner Ansicht nach ist die Gefahr, sich bei einer Kulturveranstaltung anzustecken, sehr gering. Neben Test-, Masken- und Abstandspflicht käme im Bürgerhaus noch die Luftqualität hinzu. Durch die Lüftung würden dem großen Saal 100 Prozent Frischluft zugeführt. Und diese sei für 1 000 Leute ausgelegt. Aktuell gebe es zwar finanzielle Unterstützung für Veranstaltungen mit einer geringeren Zuschauerkapazität durch das Bundesprogramm Neustart Kultur. „Allerdings nutzt das auf Dauer nichts, wenn die Leute wegbleiben“, so Halberstadt.

Und die Auswirkungen für freie Künstlerinnen und Künstler seien durch die Lockdowns und die unsichere Situation fatal und existenzbedrohend. Einige hätten sich schon umorientieren müssen. Als prominentes Beispiel nennt Halberstadt den Comedian Sebastian Pufpaff, der seine Touraktivitäten eingestellt hat und ins Fernsehen zu ProSieben (TV total) gewechselt ist. Auch bei Veranstaltungstechnikern, Caterern und den anderen Beteiligten hinter den Kulissen einer Aufführung hätten sich viele nach Alternativen umgesehen. „Das haben wir gemerkt, als wir nach den Lockdowns den Betrieb wieder aufgenommen haben“, berichtet Halberstadt. Das werde zu spürbaren Verlusten im kulturellen Bereich führen, wenn es nach der Pandemie endlich wieder richtig losgehen kann. Abschließend beschreibt Halberstadt die Situation als schweren Seegang: „Aber wir spielen weiter für die Leute, die kommen. Das schweißt zusammen.“ Und der Beifall sei momentan so stark wie bei einem ausverkauften Bürgerhaus. (Holger Klemm)

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