Corona-Lockerungen

Gastronomie in Dreieich: Abwartende Haltungen trotz erfolgreicher Öffnungen

Thomas Laux von der „Blauen Blume“ muss sich noch in Geduld üben. Der Pächter geht davon aus, frühestens in zwei Wochen zu öffnen – dann als zertifizierter Mitgliedsbetrieb von „Hessen à la carte“.
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Thomas Laux von der „Blauen Blume“ in Dreiech bei Offenbach muss sich noch in Geduld üben. Der Pächter geht davon aus, frühestens in zwei Wochen zu öffnen – dann als zertifizierter Mitgliedsbetrieb von „Hessen à la carte“.

Die Gastronomie in Dreieich bei Offenbach darf nach langer Corona-Durststrecke wieder öffnen. Ein Überblick über die Szene.

Dreieich – Was für eine Durststrecke. Endlich ist sie vorbei, seit Pfingstmontag können Wirte im Kreis Offenbach wieder Gäste bedienen, wenn diese einen Negativnachweis vorlegen, doppelt geimpft oder genesen sind. Die Erleichterung nach sieben Monaten Lockdown ist riesengroß. Wir haben uns in der Dreieicher Gastroszene umgehört.

„Ich war vorbereitet. Die Nachricht, dass die Gastronomie wieder öffnen darf, kam kurzfristig, aber ich konnte direkt am Pfingstmontag loslegen“, erklärt Mostapha Aouraghe, Chef des „La Vigna“ in Sprendlingen. Er sei nicht überrannt worden, aber die Stammgäste sind gekommen. „Es war ein Fest für mich. Ich war richtig aufgeregt und konnte nicht schlafen“, berichtet der Gastronom.

Corona-Lockerungen in Dreiech bei Offenbach: „Es ist Wahnsinn“

Die Gaststätte der SKG in der Seilerstraße ist mit Außengastronomie seit Montag in Betrieb. Der Garten des „Bukaleta“ hat eine feste Überdachung bekommen, so kann Darko Pticar seine Gäste mit kroatischen und internationalen Speisen auch bei Regen bewirten.

Den ersten Öffnungstag hat auch Susann Garcia genutzt. Das „El Castillo“ im Burggarten in Dreieichenhain war an Pfingstmontag schon sehr begehrt. „Es ist Wahnsinn, die Leute nehmen alles in Kauf, um endlich mal wieder essen zu gehen. Selbst der Test hält sie nicht ab, zu kommen. Das ist ein ganz wunderbares Gefühl“, sagt Garcia, die Pläne für den Sommer hat. „Wir wollen wieder ein spanisches Fest mit Livemusik veranstalten.“

Rui Costa trifft letzte Vorbereitungen für die Wiedereröffnung des „Cavalo Negro“ in Offenthal.

Dreiech in der Nähe von Offenbach: Teils abwartende Haltung bei Corona-Lockerungen

Noch etwas vorsichtiger ist Larissa Becker, Chefin von „Der Herr & Ich“ an der Hainer Chaussee auf dem Gelände des Tennisclubs „Es fühlt sich ein bisschen an wie Russisch Roulette und ich habe wirklich Respekt vor der Wiedereröffnung. Wir hatten schließlich sieben Monate Berufsverbot“, so Becker. Sie betont aber auch, wie treu die Stammkunden beim To-go- Geschäft waren und dass sie sich freut, sie alle wieder persönlich bewirten zu dürfen. „Wir starten, wenn das Wetter passt mit einem Soft-Opening am nächsten Wochenende. Nur nach Vorbestellung, damit wir all die Maßnahmen auch umsetzen können und sich das ganze Team wieder gut einarbeiten kann.“

Abwartend ist Zelkjko Miler von der HSV-Gaststätte in der Langener Straße in Götzenhain: „Es ist nicht so leicht, ein Restaurant wieder hochzufahren. Ich muss jetzt erst einmal Getränke bestellen. Aber wir haben mit unserer großen Außenterrasse natürlich beste Möglichkeiten, unsere Gäste zu bewirten“, sagt Miler. Ganz festlegen wollte er sich noch nicht: „Aber wenn das Wetter am Wochenende wie angekündigt passt, öffnen wir natürlich unsere Terrasse.“

Corona-Lockerungen in Dreieich bei Offenbach: Öffnungen teilweise erst im Juni

Im „Ursprung“ in Buchschlag bereitet man sich auch auf den Neustart vor. „Wir öffnen zum 3. Juni. Vorher macht es für uns keinen Sinn. Es braucht ein bisschen Zeit, das Restaurant wieder hochzufahren. Bei dem Wetter der vergangenen Tage macht es auch keinen Spaß, draußen zu sitzen. Wir hoffen, das wird im Juni auch endlich mal besser“, sagt Steffi Kurbasa. Dann soll das Restaurant wieder zu den gewohnten Zeiten offen sein.

Ebenfalls den 3. Juni hat sich „Hayner Wirtin“ Jennifer Jörke zum Ziel gesetzt. Die Gastronomie im Naturfreundehaus Dreieichenhain hat in den vergangenen Monaten von wechselnden To-go-Karten mit Spezialitäten aus der ganzen Welt von sich reden gemacht. Bald sollen die Gäste wieder auf der Terrasse Platz nehmen. „Wir können die Seiten des Zeltes öffnen, sodass wir alle Regeln einhalten, aber auch mal bei Regen Gäste empfangen können“, so Jörke.

Corona in Dreiech bei Offenbach: Öffnung wenn das Wetter es zulässt

Rui Costa startet „sobald das Wetter es zulässt“ in seine letzte Saison als Gastgeber des „Cavalo Negro“ in Offenthal. Die Möbel stehen schon im Biergarten in der Birkenau, die Ware ist bestellt. „Ich freue mich jetzt so sehr auf all die Gesichter, die ich lange nicht gesehen habe“, erklärt der Wirt, der seine Gäste mit portugiesischer und spanischer Küche verwöhnt. Ende September ist dann endgültig Schluss, weil das Gebäude abgerissen wird.

Im Garten der SKG kann man es sich schon gut gehen lassen. Und bald wird auch das Wetter besser.

„Wir haben es irgendwie überlebt.“ Boris Jukic will die Terrasse des „Casa Grande“ am Bürgerhaus vom morgigen Freitag an wieder bespielen. Dann soll’s wärmer werden. Der Pächter hofft, dass bis dahin alle Waren eingetroffen sind, die er bestellt hat. Wie seine Kollegen hat Jukic einen sehnlichen Wunsch: das Erreichen der zweiten Lockerungsstufe, damit auch drinnen wieder Gäste bedient werden können. Der Wirt ist froh und ein bisschen stolz, dass sein Team fast unverändert zurückkehrt.

Corona in Dreiech bei Offenbach: Besucherzahlen in Gaststätten sehr vielversprechend

Thomas Laux muss sich noch in Geduld üben. Der Pächter der „Blauen Blume“ am Sprendlinger Lindenplatz hat eine Baustelle im lauschigen Innenhof, deren Ende sich durch das schlechte Wetter verzögert. Der Wirt geht davon aus, frühestens in zwei Wochen zu öffnen. „Dabei stehen die Telefone nicht still. Alle wollen raus.“ Laux will erst loslegen, wenn er sich auch drinnen um Gäste kümmern kann. Die erwartet eine noch stärker regional ausgerichtete Küche, denn die „Blume“ ist als Mitgliedsbetrieb von „Hessen à la carte“ zertifiziert worden.

Der Garten der SVD-Gaststätte in Dreieichenhain war gleich am Montag offen. „Wie erhofft waren die Besucherzahlen direkt sehr vielversprechend. Man hat sowohl dem Team um unseren Pächter Zoran Kolakovic als auch den Gästen angemerkt, wie glücklich sie über dieses kleine Stück zurückgewonnener Freiheit waren“, berichtet SVD-Vorsitzender Christoph Knittel. Die Gäste seien diszipliniert gewesen. Am Eingang kann unter Aufsicht ein Schnelltest gemacht werden. Knittel: „Nach 15 Minuten und negativem Ergebnis ging es direkt weiter zu einem frisch gezapften Bier und einer Portion Spanferkel vom Grill.“ (Nicole Jost Und Frank Mahn)

Seit Kurzem gelten im Kreis Offenbach erste Corona-Lockerungen – diese Regeln gelten dort jetzt. Erst vor Kurzem beschwerte sich ein Minigolf-Verein in Dreieich bei Offenbach über die coronabedingten Schließungen.

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