Gefahrenpotenziale verringern

Stadt Dreieich erhöht Schutz an Uferbereichen von Weihern

Fußgänger müssen am Burgweiher seit gestern die Straßenseite wechseln. Die Stadt lässt die Lücken zwischen den Beeten schließen. Außerdem werden sie verbreitert, um den Zugang zum Wasser zu verhindern. 	Foto: jost
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Fußgänger müssen am Burgweiher seit gestern die Straßenseite wechseln. Die Stadt lässt die Lücken zwischen den Beeten schließen. Außerdem werden sie verbreitert, um den Zugang zum Wasser zu verhindern.

Mehrere Gewässer in Dreieich nahe Offenbach bieten Potenzial für Unglücke. Diese will die Stadt nun mit 140.000 Euro sicherer machen.

Dreieich - Bereits im Januar wurden die ersten Sicherheitsvorkehrungen getroffen, aber jetzt geht es so richtig los. Die Stadt nimmt 140 .000 Euro in die Hand, um die Uferbereiche von vier Gewässern in Dreieich besser zu sichern. Auf Empfehlung des Gemeindeversicherungsverbandes rücken Burgweiher, Herrenweiher, der Weiher an der Götzenhainer Mühle und der Essigweiher an der Winkelsmühle in den Fokus.

Hintergrund ist der Tod dreier Kinder, die 2016 in Nordhessen in einem Dorfteich ertrunken sind. Ein Gericht verurteilte den damaligen Bürgermeister wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen zu einer Geldstrafe von 12. 000 Euro, weil er die Verkehrssicherungspflicht verletzt haben soll. Von dem Teich sei ein erhebliches Gefahrenpotenzial ausgegangen, so das Gericht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, der frühere Rathauschef von Neukirchen hat Berufung eingelegt. Quer durch die Republik wird in Kommunen seither über den Schutz von Gewässern diskutiert.

Dreieich nahe Offenbach: Gefahr an vier Gewässern soll reduziert werden

In Dreieich wurden vier Gewässer identifiziert, an denen das Risiko für ein Unglück reduziert wird. „Wir veranlassen alles Notwendige, um die vier stehenden Gewässer in Dreieich bestmöglich zu sichern“, erläutert Bürgermeister Martin Burlon. „Dort, wo Entscheidungen zur konkreten endgültigen Ausgestaltung noch ausstehen, kommen wir nicht umhin, vorübergehende Absperrungen einzusetzen. Uns ist es wichtig, dass alle Dreieicher Weiher nun zum Beginn der wärmeren Jahreszeit grundsätzlich abgesichert werden, unabhängig von der Umsetzung baulicher Maßnahmen.“

Der Gehweg am Burgweiher ist seit gestern mit Flatterband gesperrt. Fußgänger müssen auf die andere Seite ausweichen. Zunächst werden die Pflanzbeete am Gehweg rund um den Weiher miteinander verbunden und verbreitert, um einen direkten Zugang zu verhindern. Eine neue Begrünung aus Purpur-Weiden und Alpen-Johannisbeeren rahmt künftig den Uferbereich ein. Hinzu kommen fünf Kornelkirschen. Bis die Pflanzen angewachsen sind und an Größe gewonnen haben, dient ein Holzzaun als vorübergehender Schutz.

Trennmauer am Herrenweiher in Dreieich nahe Offenbach wird abgesperrt

Am Überlaufbauwerk und an der sogenannten Anglertreppe ist keine Bepflanzung möglich. Hier ist aktuell ein Architekt mit der Planung einer Zaunanlage beauftragt, die zur Burg passt. Bis zur Umsetzung bleiben die Bereiche laut Stadt gesperrt. Der Rundweg soll im Uferbereich vor der Burgmauer mit einer Steinschüttung entschärft werden, also der Zugang zum Wasser bzw. ein möglicher Ausstieg aus dem Wasser soll flacher werden. Hier laufen noch Gespräche mit der Unteren Wasserbehörde, wie genau die Umsetzung erfolgen könnte. Da am Donnerstag (25.02.2021) mit dem Ablassen des Wassers (zum Einbau der Fontäne) begonnen wurde, verringert sich in diesem Bereich die Wassertiefe erheblich, sodass vorläufig keine zusätzliche Sicherungsmaßnahme oder Absperrung geplant ist.

Am nicht weit entfernten Herrenweiher gibt es eine Trennmauer mit Ablauf, die aktuell noch ein Überqueren zulässt. Dieses Bauwerk wird kurzfristig von beiden Seiten abgesperrt, sodass kein direkter Übergang mehr möglich ist. Hier ist für Mitte März eine Schließung mit einer Zaunanlage geplant.

Dreieich nahe Offenbach: Gehweg am Essigweiher wird gesperrt

Der Mühlenweiher in Götzenhain ist nur für den Angelsportverein zugänglich. Mitte März wird der Zugang vom Fußweg oberhalb des Weihers mit einem Tor verschlossen, um ein unbefugtes Betreten der Anlage an dieser Stelle zu unterbinden.

Der Essigweiher an der Winkelsmühle stellt eine größere Herausforderung dar. Bis hier eine Lösung feststeht, wird der Gehweg unmittelbar am Wasser erst mal gesperrt. Fußgänger und Radler können den parallel verlaufenden Hans-Pfrommer-Weg nutzen. Das Gelände rund um den Weiher ist eine Auenlandschaft, die erhalten werden muss. Stadt, ein Experte auf dem Gebiet Gewässerökologie, Untere Wasserbehörde und Naturschutzbehörde suchen hier gemeinsam nach einem gangbaren Weg. (fm)

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