Verkürzte Betreuungszeit bis Ende März

Dreieicher Kitas gehen nicht in den Lockdown

Der Spielplatz der Kita Birkenau in Offenthal. Ob er in den nächsten Wochen so verwaist bleibt? In den Dreieicher Kitas gilt aber auch im Lockdown kein Betretungsverbot, Eltern können ihre Kinder bringen.	Foto: Jost
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Der Spielplatz der Kita Birkenau in Offenthal. Ob er in den nächsten Wochen so verwaist bleibt? In den Dreieicher Kitas gilt aber auch im Lockdown kein Betretungsverbot, Eltern können ihre Kinder bringen.

Die Dreieicher Kitas bleiben auch während des Lockdowns weiter geöffnet. Allerdings gibt es weiterhin Einschränkungen bei den Betreuungszeiten.

Dreieich – Es ist noch kein Ende in Sicht. Die Corona-Pandemie bringt Anfang 2021 weiterhin Einschränkungen mit sich. Die Stadt Dreieich (Kreis Offenbach) hat Eltern von Kita-Kindern in dieser Woche mit einem Brief darüber informiert, dass die kürzeren Öffnungszeiten in den städtischen Kindergärten, die seit 9. November gelten, bis Ende März verlängert werden. Statt der sonst üblichen maximalen Betreuungszeit von zehn Stunden können die Mädchen und Jungen nur noch acht Stunden in den Kitas und Krippen betreut werden.

In ihrem Schreiben erläutert Ressortleiterin Annemarie Stein, dass die Betriebsorganisation in festen Gruppen deutlich personalintensiver ist. Damit sich die Kinder so wenig wie möglich begegnen, werden sie in einem Verband betreut, der maximal zwei Gruppenstärken umfasst. Jedem Verband ist ein festes Personalteam zugeteilt. Ein Wechsel von einem Verband in den anderen ist weder für die Kinder noch für das pädagogische Personal möglich.

Corona-Pandemie im Kreis Offenbach: Kitagebühren kurzfristig senken?

Derzeit sei nicht davon auszugehen, dass die Corona-Inzidenzzahlen es bald zulassen, die Trennung der Gruppen aufzuheben und zur offenen Gruppenarbeit zurückzukehren. „Wir wissen, dass diese Reduzierung unserer Öffnungszeiten für einige Eltern eine große Kraftanstrengung bedeutet, aber in der Umsetzung im Alltag hat sich gezeigt, dass es personell mit Krankheitstagen und Urlaub selbst bei reduzierter Öffnungszeit schon eng wurde“, erklärt die Ressortleiterin für die städtische Kinderbetreuung. Um den Eltern Planungssicherheit zu geben, wurde entschieden, die Kürzung bis Ende März beizubehalten, zumindest so lange, wie es die Corona-Inzidenzen noch verlangen.

In dem Schreiben heißt es weiter, dass derzeit geprüft werde, ob den Eltern eine Reduzierung der Gebühren gewährt werden kann. Bürgermeister Martin Burlon setze sich dafür ein, aber es brauche einen Beschluss des Stadtparlaments, um eine Rückzahlung zu veranlassen. Grundsätzlich, daran wird in dem Elternbrief erinnert, steigen die Kitagebühren zu Jahresbeginn um zwei Prozent. Dieser Beschluss wurde von der Stadtverordnetenversammlung bereits 2018 gefasst, ist für 2020 schon in Kraft getreten und wurde für 2021 vom Stadtparlament nochmals bestätigt. In dem Brief erklärt Stein, dass sich die Stadt mit dieser Erhöhung nach dem Land Hessen richtet, das bei der Berechnung der Fördermodalitäten eine Kostensteigerung in den Kitas um zwei Prozent jährlich zugrunde legt.

Corona-Lockdown in Hessen: Kitas im Dezember deutlich weniger ausgelastet

Wie sieht der Betrieb in den städtischen Kitas in der Corona-Krise sonst aus? Wie viele Kinder werden von den Eltern gebracht nach dem Appell des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, im zweiten Lockdown ab Mitte Dezember die Kinder – wenn möglich – zu Hause zu betreuen? „Direkt vor Weihnachten war es in unseren Kindertagesstätten erstaunlich ruhig. In den vergangenen Jahren brachten viele Eltern ihre Kinder bis zum 23. Dezember in die Einrichtungen. Das war in diesem Jahr so ganz anders“, berichtet Stein. Zwei städtische Kitas hatten sogar überhaupt keine Kinder am letzten Tag vor dem Fest, alle anderen waren deutlich geringer ausgelastet als normal. „Ob dies in direktem Zusammenhang mit dem Appell des Ministerpräsidenten stand oder vielmehr mit dem Wunsch vieler Familien, Weihnachten mit den Großeltern feiern zu wollen und die Kinder aus diesem Grund sicherheitshalber zu Hause gelassen haben, darüber kann ich nur spekulieren“, so Stein.

Die aktuellen Zahlen seien so kurz nach dem Jahreswechsel noch nicht aussagekräftig: Derzeit sind die Einrichtungen für die U3-Kinder zu 40 bis 45 Prozent ausgelastet, die Gruppen der über Dreijährigen sogar nur zu 20 bis 25 Prozent und die Hortbetreuung für die Grundschulkinder zu knapp einem Drittel. „Das ist aber durchaus üblich. In Hessen sind noch Schulferien, viele Eltern noch zu Hause – das wird erst nächste Woche spannend. Erst dann werden wir sehen, ob die Verlängerung des Lockdowns bis Ende Januar Veränderungen bringt. Stand jetzt erwarten wir einen deutlichen Anstieg der Kinderzahlen in den Einrichtungen in den kommenden Tagen. Die Leute müssen ja arbeiten gehen“, so Stein.

Corona-Pandemie: Die Kitas in Hessen werden nicht geschlossen

Ministerpräsident Bouffier hält auch in seiner jüngsten Verordnung zum Lockdown fest: Die Kitas werden in Hessen nicht geschlossen. Es gibt kein Betretungsverbot und es ist auch keine Rede von einer Notbetreuung – es ist weiterhin ein Appell des Landes, die Kinder zu Hause zu betreuen. Wo das nicht möglich ist, können Eltern ihre Kinder in die Einrichtungen bringen. Die Landesregierung setzt auf die Kooperationsbereitschaft der Eltern. (Von Nicole Jost)

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